Ocean College

Dezember2017

Silvester auf den San Blas Inseln

Autor: Simon Fischer

Position: 09° 35,9 N 078° 49,8 W

Hallo zu Hause,

wir sind am Morgen von einer kleinen Insel der San Blas Inseln vor Panama zu einer anderen Insel gefahren, die menschenleer ist. Ca. 20min nach der Abfahrt merkten wir dann, dass wir den Mast von dem Hobie Cat an Land vergessen hatte und so musste Sietse sich in ein Dinghi schwingen und nochmal zurückfahren, um den Mast einzusammeln.

Als wir alle wieder an Bord waren, ging es auch schon in den letzten Putztag des Jahres 2017, der leider nicht so glorreich verlief. Das lag daran, weil einige ihre Stationen zwei- oder dreimal putzen mussten, weil andere wieder durchgelaufen waren oder Müll liegen gelassen haben. Wir haben heute also zum Jahresabschluss die gute alte Regina Maris doppelt geputzt. In der Zwischenzeit war Martin schon mit Otto an Land gefahren, um die Insel genauer in Augenschein zu nehmen, auf der wir heute Abend Sylvester feiern wollten. In mehreren Dinghifuhren ging es dann mit Sack und Pack und Grill und Schnorchelausrüstungen und Zeltplanen und tralalala an Land zu den Sandflöhen, die uns gleich freudig begrüßten.

Wir richteten dann unser Lager ein, was da hieß, dass wir Holz für das Lagerfeuer suchten (zum Glück hatten wir zwei Macheten und jetzt leider kaputte Axt dabei) und den Strand von Müll reinigten, diesmal aber kein Mikro-, sondern wirklich Makroplastik. Wir fanden im Gebüsch sogar ganze Kühlschränke, die wir diesmal aber nicht mitnahmen. Für das gesammelte Plastik machten wir etwas entfernt ein zweites Feuer und verbrannten alles, was immer noch besser ist, als wenn der Müll am Strand liegt. Wir nahmen natürlich alles auch mit der Drohne auf, um für unseren Kooperationspartner Stop Micro Waste gutes Material zu haben und die besten Sequenzen kann man bald auch auf unseren Kanälen bei Ocean College sehen.

Dann ging ich mit Michael und Nicolas noch eine Runde im glasklaren Wasser schnorcheln und wir haben das ganze Aquarium aus dem Wohnzimmer von zu Hause gesehen. Ich blieb dann noch ziemlich lange mit Unterwassertaschenlampe im Wasser und hatte so nochmal eine ganz andere Beleuchtung auf die Welt unter Wasser.

An Land war inzwischen auch das Feuer zum Grillen angemacht worden und die erste Runde Stockbrot, Grillkartoffeln und Burgerpatties wurden ausgegeben. Unser Abendbrot wurde auch durch selbstgesammelte Kokosnüsse ergänzt.

Aber dann schlug die Karibik mit ihren Wetterspäßen mal wieder zu und es ging ein starker Regenfall über uns nieder, der alle unter ihre Zeltplanen verscheuchte.

Nachdem wir alle gegessen hatten, saßen wir noch um das Lagerfeuer herum um und einige gaben Horrorgeschichten zum Besten.

So verbrachten wir die Zeit zusammen mit unseren Sandflöhen bis kurz vor Mitternacht. 45min vor Ende des Jahres 2017 gab es ein letztes Briefing von Johan… mit ernster Miene stand er da und meinte: „Wir brauchen mehr Feuerholz, so überleben wir die Nacht hier draußen am Ende der Welt nicht“. Also mussten wir alle nochmal los, um für die Nacht ausgestattet zu sein und die Sandflöhe weiter grillen zu können.

Dann war es auch schon 23:50 und die Lehrer hatten tatsächlich Sekt für die Schüler dabei, wenn auch nur ein halbes Glas pro Schüler und Schülerin. Und dann zählten wir natürlich die letzten 10 Sekunden des alten Jahres runter und begrüßten das Neue Jahr. Wir sahen eine Rakete von einem anderen Schiff und in der Ferne ein paar kleine Feuerwerke. Wir hatten selbst leider keine Raketen dabei, da wir schon am 26.12. auf Curacao losgefahren waren und der Verkauf dort nicht gestartet war.

Nach ausgiebigem Feiern gingen wir alle in unsere noch trockenen Zeltbauten schlafen, aber in der Nacht bekamen wir noch einige kleine Huschen (Regengüsse) ab und so konnte jeder testen, ob seine Zeltkonstruktion gut gebaut worden war (bei den meisten noch nicht).

Ein Frohes Neues Jahr aus der Karibik, euer Simon!

Ankunft auf den schönen San-Blas-Inseln

Autorin: Nora
Position: San-Blas Inseln
(9°32,91N, 78°57,19W)

Ankunft auf den schönen San-Blas-Inseln!

Wie jeden Morgen, stand ich heute um 08:00 Uhr morgens auf, um bei Hannah und Wanda in der Wache zu frühstücken. Es waren schon die San-Blas-Inseln, kleine Inseln mit Sandstränden und Palmen, zu sehen. Eigentlich sollte heute Morgen der Mikroplastik-Test geschrieben werden, was schon seit Wochen anstand. Weil wir jedoch um 09:30 schon vor einer der San-Blas Inseln ankamen, fiel der Test ins Wasser. Es wurden weitere Nissen entdeckt und diese und die Läuse wurden heute weiter behandelt.

Sobald der Anker ausgeworfen war, kamen schon einheimische Frauen und Kinder mit ihren ausgehöhlten Baumstamm-Kanus angepaddelt. Von einer Sekunde auf die nächste war das ganze Deck in einen Markt voller Armbänder, Padgets, Taschen und Haarbändern verzaubert worden. Alle haben sich die traditionellen Sachen angeschaut und einige haben auch ganz schön zugeschlagen. Die Frauen haben ihre Waren angepriesen, die vereinzelt sogar aus China stammten, aber das meiste war natürlich traditionell. Zwischen dem ganzen Stöbern zwischen den Waren gab es den 11:00-Uhr Snack, der heute nicht wie üblich aus Obst bestand, sondern aus einem leckerem Grießbrei mit Apfelmus und Zimt und Zucker. Nach einiger Zeit sind die Frauen wieder abgefahren und haben unsere neue kleine Freundin Caralayn an Bord zurückgelassen.

Ich habe mich erstmal Wandas Haaren gewidmet. Dafür habe ich ihr Läuseshampoo einmassiert, es wieder ausgewaschen und ihre Haare mit einem Nissenkamm durchgekämmt. Anschließend sind wir aufs Achterdeck gegangen, wo Emma, Lotte und Caralayn etwas gemalt haben. Nach dem Mittagessen wurde der Abwasch gemacht und das Deck aufgeräumt. Einige von uns sind mit zum Zollamt auf eine der Inseln gefahren. Dort mussten wir uns nur einmal kurz zeigen und den Rest hat Marta geregelt. Währenddessen haben alle anderen am schönen Sandstrand mit Palmen Kokosnüsse gesammelt. Diese haben zuerst die Jungs und dann auch Hannah und ich, mit Steinen und harten Gegenständen probiert aufzubekommen. Es war sehr mühselig und hat auch sehr lange gedauert. In die äußere Schale musste erst ein Loch gebohrt werden und die Schale dann nach und nach abgelöst werden. Das Kokosnussfleisch und die Kokosmilch haben sehr gut geschmeckt und es war ein tolles Gefühl mit einer selbst geknackten Kokosnuss an einem so schönen Strand zu sitzen. Ein paar Kokosnüsse haben wir dann mit an Bord genommen.

Nach einer Viertelstunde, die wir wieder auf der Regina Maris verbracht haben, sind wir weiter zu einer anderen Insel gefahren, wo schon der Rest der Gruppe war. Dort sind wir zuerst durch das Dorf gelaufen, was aus großen, ovalen Bambushütten bestand. Viele kleine Kinder sind herum gerannt, Wäsche hing zwischen den Hütten und es gab sogar einen Basketballplatz. Wir sind zum Küstenstreifen der Insel gelaufen, der natürlich ganz in der Nähe war, weil die Inseln in wenigen Minuten überquert werden könnte. Das Wasser und die Küste waren voller Müll, aber auch voller riesiger Schneckenhäuser, die wir natürlich vorsichtig gesammelt haben. In einem kleinen Segelboot aus einem Baumstamm konnten wir mit Einheimischen langsam aufs Wasser rausschippern und wieder zurück. Die Boote haben ein wenig geschwankt und es ist Wasser reingelaufen, sodass wir nass geworden sind. Als wir wieder an Land waren, sind wir langsam wieder zurück zum Steg gelaufen, wo wir dann auch noch ein bisschen Zeit mit den Kindern verbracht haben.

Zurück an Bord gab es Abendessen. Die Uhr wurde um eine weitere Stunde zurück gestellt. Es sind nun also ganze sechs Stunden Zeitverschiebung von hier bis nach Hause! Mit der Sportgruppe Mondschein, die heute etwas erweitert war, habe ich dann wie jeden Abend ein Sportprogramm gemacht. Die Sonnengrüße waren wie immer sehr entspannend, die restlichen Übungen waren dafür umso anstrengender und werden uns bis zum Ende der Reise sicherlich sehr fit machen.

Jetzt werde ich Hannah kleine Zöpfe flechten, während sie an ihrem Referat weiter arbeitet und wir mit Emma entspannte Musik hören. Wanda und ich hatten außerdem geplant, draußen zu schlafen.

Viele Grüße an meine Familie und Freunde! Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest und entspannte Feiertage. Für morgen wünsche ich euch eine tolle Silvesterfeier und dann ein schönes Neues Jahr!!!

Eure Nora

Ein gewöhnlicher Schultag?

Autor: Tobias Bratrich
Position: Karibische See
(10°08,3 N 77°40,3 W)

Es begann um 01:00 Uhr, als mich Mona wachrüttelte und meinte, dass die Party jetzt mal wieder steige. Bei nur einer Stunde Schlaf ist es sehr schwer, aus dem Bett zu kommen, also schlief ich noch eine Stunde weiter, bis ich dann schließlich mit meinem IPad hoch zur Wache kam. Lotte schaltete die Musikbox ein, wählte ein paar Lieder aus und los ging es mit vier Stunden Musik und Unterhaltungen. Zwischendurch machten wir uns Müsli und ich übte nochmals 20 Minuten Other side von Red Hot Chili Peppers auf der Gitarre, das mir Regina letzte Nacht beigebracht hatte (nochmals Danke dafür!).

Am Ende nach dem Abwaschen war es dann schon 05:30 Uhr und ich hatte theoretisch noch etwas über drei Stunden zu schlafen, was ich auch voll ausnutzte. Nach dem Frühstück ging es dann leicht verschlafen weiter mit einer Doppelstunde Englisch über Umweltverschmutzung und danach eine Doppelstunde Biologie, in der die Gruppe mit dem Thema Atmung auch noch einen Test schreiben musste. Kurz bevor die Essensglocke dann geläutet wurde, fuhren wir noch eine Halse (man dreht das Schiff mit dem Heck durch den Wind, so dass die Segel auf die andere Seite schwingen) und machten zum Bedauern von jedem den Motor an. Ich begann schon mal, mich auf das Ausschalten des Wassermachers und des Generators zu freuen, da es wahrscheinlich sehr heiß im Maschinenraum sein werden würde.

Fertig mit dem Aufschießen der Taue stürzte ich mich auf meine Portion Spaghetti mit Oliven und Schafskäse und dann fragte mich Leon, ob ich mit ihm ins Klüvernetz kommen würde, was ich natürlich bejahte. Kurzerhand holte ich ein weiteres Stück von meiner Toblerone (ein riesiges Dankeschön nochmals für dieses großzügige Geschenk!) und Gummibärchen für alle (eigentlich waren es nur Leon, Finn, Nils, Lisa, Simon und ich) heraus und Leon spendierte Getränke. Unglücklicherweise fiel meine Coladose beim Öffnen ins Wasser, noch während ein Vogel, wahrscheinlich ein Albatros, versuchte, auf unserem Schiff zu landen und kläglich am Hochseenetz hängenblieb und dann ins Dinghi flog. Als dann so gut wie jeder, der im Klüvernetz saß, wieder Unterricht hatte, begann ich auch, meine Hausaufgaben zu machen und Spanisch vom Vortag nachzuholen. Die Müdigkeit holte mich schneller ein als gedacht und so ging ich kurz vor dem leckeren 16:00-Uhr-Snack, heute Blätterteig mit Marmelade oder Nutella, schlafen und wurde von Matthias erst wieder zur Wache geweckt. Tja, Blätterteig verpasst!

Die Minuten vergingen schnell, während ich mich mit den Anderen unterhielt und schon bald kam Michael zu mir hinüber und meinte einfach und kurz angebunden: Ich möchte gerne, dass du, wenn du den Wassermacher kontrolliert hast, das Breitfocksetzen koordinierst. Also startete die Prozedur, die uns dann mit Aufschießen, Brassen und Schot auf einen anderen Poller umlegen 45 Minuten gekostet hatte und das Ausschalten von Generator/Wassermacher war ja auch noch zu erledigen! Zusammen mit Nora, die mehr über die Aufgaben als Maschinist erfahren wollte, startete ich also, die Hähne auf und zuzudrehen und abzupumpen. Die erdrückende Hitze machte uns beide zu schaffen, aber nach etwa 10 Minuten war der erste Teil erledigt und wir mussten warten, bis der Testwassertank bis über die Hälfte gefüllt worden war. Gerade als die kalte Luft am schönsten war, sollte ich nun den Generator ausschalten, also schaltete ich auf Akku um und da war auch schon Stromausfall. In Gedanken war ich schon beim Duschen, während meine Hände die Sicherungen raus- und wieder reinjagten. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde dann endlich die Wache an Charlie II übertragen und das salzige Meerwasser rief! Und nun sitze ich hier und schreibe den Bericht und kann jetzt schon sagen, dass der Tag noch nicht vorbei ist. Hausaufgabe habe ich noch zu erledigen, Mona, Finn, Lisa, Thorben und ich wollen noch eine lustige Runde Wahrheit oder Pflicht spielen und die Gitarrensaiten müssen ebenfalls noch gezupft werden. Das Wichtigste kommt immer zum Schluss:
Alles Gute nachträglich zum Geburtstag, Mama! Leider wurden die Termine für die Tagesberichte leicht verschoben, deshalb schreibe ich erst jetzt. Aber trotzdem wünsche ich dir einen wunderschönen Geburtstag, auch ohne mich und eine fröhliche Weihnachtszeit an alle Leser!! Und natürlich auch alles Gute nachträglich zu deinem 13. Geburtstag Iris! Beste Glückwünsche und viele Geschenke! Und im Voraus wünsche ich jedem auch einen guten Rutsch ins neue Jahr und schöne Restferien an die 10c!

Euer Tobias