Ocean College

Bordalltag mit Abwechslung

Autorin: Elena

Position: Atlantik

(16° 22,43’N 41° 29,41‘W)

Mein Tag endete bevor er richtig begonnen hatte, nämlich als ich mich um 01:00 Uhr nach meiner Nachtwache schlafen legte. Er begann erst wieder, als ich um 08:15 Uhr aufwachte. Ich lugte über meinen Bettrand und sah die noch im Halbschlaf versunkene Mika. Lotte wurde schon früher zum Küchendienst geweckt und Paula hatte noch Wache. Wie jeden Morgen bekamen wir Besuch von Merle und Emma, die versuchten Mika aus dem Bett zu motivieren.

Ich machte mich frisch für das Frühstück und begab mich in die Messe, wo ich auf müde, aber auch muntere Schüler traf. Ich war guter Laune, da ich, nach einem Blick auf meinen Stundenplan, bemerkte, dass ich erst zur zweiten Stunde, also um 10:00 Uhr, Unterricht habe. Zudem war der 2. Dezember und wir befinden uns mitten in der Weihnachtszeit, meiner Lieblingszeit.

Nach einem ausgiebigen Frühstück vertrieb ich mir die Zeit bis zu meinem Unterricht. Dieser begann mit einer Stunde Englisch. Ich bildete nach einer besonderen Absprache mit Marta eine kleine Lerngruppe mit Nora und als Unterstützung bekamen wir Hilfe von der Mentorin Alisa, da wir als einzige Englisch als zweite Fremdsprache haben.

Auf eine produktive Englischstunde und einen erfrischenden 11 Uhr-Snack folgte eine Doppelstunde Physik. Wir wiederholten den Magnetismus und lernten unseren Schiffskompass näher kennen. Um seinem Ruf alle Ehre zu machen, kündigte Sebastian am Ende der Stunde an, dass er nächste Woche einen Test über dieses Thema schreiben will. Na prima!

Der Küchendienst erfreute uns mit Nudelauflauf zum Mittagessen, der sehr lecker war. Wie immer in der Mittagessenszeit klingelte die Glocke und wir versammelten uns an Deck. Heute stand die große Versteigerung auf dem Plan. Leider gehörte ich auch zu den Glücklichen, die ihre verlorenen Sachen zurückersteigern durften.

Meinen Nachmittag verbrachte ich mit Lesen. Zu dem 16 Uhr-Snack gab es Schokoladenkuchen mit Hefe, anstatt mit Backpulver. Er hat trotzdem geschmeckt. Es gab dann nochmal für alle Läusepatienten eine Nachuntersuchung und Zweitbehandlung. Um die Neugierde meiner besorgten Eltern zu stillen, ja, auch ich gehöre zu den Befallenen. Es gibt Vermutungen, dass wir sie uns bei unserer Kostümaktion auf dem Narrenschiff geholt haben.

Auch bei uns hat die Weihnachtsstimmung angefangen. Viele basteln Adventskalender oder haben welche von ihrer Familie oder Freunden mitbekommen. Ein paar arbeiten fleißig an ihren Gedichten für Sinterklaas, den holländischen Nikolaus. Hannah H. und May haben heute Nachmittag Plätzchenteig für morgen vorbereitet. Es soll Vanillekipferl, Spitzbuben und eine nordfriesische Spezialität geben. Ich freue mich schon sehr darauf, sie verputzen zu dürfen.

Um 18:00 Uhr begab ich mich noch zum Wirtschaftsunterricht, der bis zum Abendessen um 19:00 Uhr andauerte. Danach setzte ich mich sofort an den Tagesbericht. Doch bevor ich meine Nachtwache von 21:00 – 01:00 Uhr antreten konnte, musste ich mich noch der speziellen Läusebehandlung unterziehen. Merle, die keine Läuse hat, schmierte meine Haare mit Mayonnaise ein, stülpte eine Plastiktüte drüber und band zum Schluss ein Geschirrtuch um meinen Kopf. Das muss ich jetzt die nächsten acht Stunden so lassen.

Gerade habe ich die frohe Kunde erfahren, dass es morgen als Überraschung Schweinebraten, mein Lieblingsgericht, geben soll. Da kann man es ja kaum noch bis morgen Mittag erwarten.

Bekanntlich kommt das Beste zum Schluss, also möchte ich an diesem Punkt meine Familie und Freunde grüßen, die dieses Jahr leider ohne mich durch die Weihnachtszeit gehen müssen. Ich vermisse diese gemeinsamen Momente mit euch und denke täglich an euch. Ich wünsche euch allen eine besinnliche und frohe Weihnachtszeit und ein friedliches Fest. Ganz liebe Grüße an meine besten Freundinnen, die dieses Jahr ohne mich ausklingen lassen werden. Ich hoffe ihr feiert schön und kommt gut im neuen Jahr an. Ein ganz dickes Dankeschön an meinen Vater, der mir diese Reise ermöglicht und mich so gut es ging unterstützt hat, und an meine Mutter, die jetzt plötzlich ganz viel Freizeit hat 😉   Einen fetten Schmatzer an meine Schwester, die die ganzen Traditionen ohne mich durchleben muss. Ich bin in Gedanken bei dir und wünsche dir schon jetzt frohe Weihnachten!

 

Eure Elena