Ocean College

Ein kranker Tagesbericht

Autor: Matthias

Position: Portobelo, Panama

(09°33,43´N 079°39,72´W)

Um 05:00 Uhr wurde ich heute Morgen von Lennard geweckt, er meinte, ich hätte jetzt Ankerwache, aber da ich krank war – nur ein meiner Meinung nach leichter Magen-Darm-Infekt – musste ich nicht Wache halten. Um 06:45 bin ich dann aber aufgestanden, denn ich konnte nicht mehr schlafen, und setzte mich aufs Vordeck, wo ich Vögel beobachtete, wie sie sich kopfüber ins Wasser stürzten, was ich irgendwie komisch fand. Nach dem Frühstück hörten wir dann drei Referate, zuerst erklärte Paula uns die Passatwinde und Corioliskraft – ich wusste schon alles, ein Hoch auf das bayerische Schulsystem –, danach hat uns Nora etwas über die industrielle Revolution und das gesellschaftliche Leben im 18./19. Jahrhundert erzählt – auch davon wusste ich das meiste schon, ein zweifaches Hurra auf die Geschichtslehrer meiner Schule – doch dann, dann kam Simons Referat und ich erfuhr, dass eine Art der Meeresschildkröten die Bastardschildkröte ist, das war etwas wirklich neues für mich!

Während der Referate hat es echt stark geregnet, sodass ich wirklich froh über unseren Wetterschutz auf dem Mitteldeck war. Zum Mittagessen gab es dann Schweinebraten, den Martin vorbereitet hatte, natürlich mit der Hilfe unseres heutigen Küchendienstes Lucas, Finn und Nils. Da ich ein wenig meinen Magen schonen wollte, habe ich Nico meinen Braten geschenkt. Nachdem Mittagessen musste dann das Schiff wieder fertig gemacht werden, also die Toiletten geputzt, die Messe saubergemacht und der Küchenboden geschrubbt werden. Danach ging es für ein paar Stunden an Land, wo wir frei bekamen, aber zuerst mussten wir noch helfen, die Einkäufe an den Steg zu tragen. Es waren auch Eier dabei, das bedeutet, morgen wird es Waffeln geben, denn ich wollte schon letztes Mal, als ich Küchendienst hatte, welche backen, aber da hatten wir eben keine besagten Eier mehr; immerhin werde ich nun morgen die Chance nutzen können. Der Steg, an dem wir angelegt hatten, gehörte zu einer Pizzeria. Das Lustige an dieser Pizzeria ist, dass der Inhaber ein Deutscher ist, der vor fünf Jahren in der Bucht mit seinem Segelschiff auf Grund gelaufen ist und jetzt das Restaurant betreibt, um irgendwie an Geld zu kommen. So kam es dann, dass wir hier in Panama auf Deutsch eine Pizza bestellen konnten. Um 19:00 Uhr sind wir dann zurück an Bord gefahren, und es gab noch Abendessen.

Ich möchte noch meine Familie und meine Freunde grüßen und allen, die ich heute nicht erreichen konnte, ein frohes, neues Jahr wünschen. Ich hoffe eure Vorsätze gehen in Erfüllung, und wenn nicht, dann gibt es auch noch 2019!

 

Euer Matthias