Ocean College

Ein weiterer erlebnisreicher Tag in Tulum

Autor: Karl
Position: Tulum, Mexico

Mein Tag begann in einem stickigen Raum, in dem ich mit vielen meiner Mitschüler diese Nacht im Hostel in Tulum verbracht habe. Ich schlief oben in einem klapprigen Hochbett aus Holz direkt neben der Klimaanlage, die Tobias Martin auch noch viel zu kalt einstellte. Zum Frühstück gab es dann Toast, der auf Grund des großen Ansturms auf den einzigen Toaster leider labbrig und kalt gegessen werden musste. Als Beilage gab es leckeres Obst und zu trinken Kaffee, den man auf der gemütlichen Dachterrasse des Hostels genießen konnte.

Nach diesem nicht wirklich vollwertigen Frühstück und dem überfordertem Hotelier, den wir nach dem großen, plötzlichem Ansturm genau so plötzlich wieder verließen, machten wir uns auf zu unserem Reisebus, der uns komfortabel zur Maja Städte brachte. Auf dem Weg legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp ein, um Essen zu kaufen.

Nach der eher unspektakulären Fahrt durch die nur wenig besiedelte Landschaft von Cancún kamen wir bei Cobá an. Genau wie in Tulum, der kleinen Stadt, in der unser Hostel lag, waren hier viele bunte Stände und Läden in baufälligen Gebäuden nahe des staubigen Parkplatzes. Die Straße und den Parkplatz umgab ein nicht sehr dichter tropischer Wald, der für uns mittlerweile ein normales Bild abgibt. Bevor es losging, konnten wir uns noch mit den eingekauften Lebensmitteln Brote schmieren.

Dann ging es gut gesättigt vorbei an den kleinen Ständen in den Park. Das Gelände war sehr naturbelassen und es gab nur einen Fahrradverleih und Wege, die zu den einzelnen Ruinen führten. Der Trubel und Tourismus hörte hier also auf. Bei dem Fahrradverleih bekamen wir dann ein Fahrrad und wir fuhren in kleinen Gruppen los. Das Leihen der Fahrräder war eher unkompliziert, doch der Zustand der Räder machte die ganze Angelegenheit lustig. Manche Fahrräder hatten stark gerostete Bremsen und somit einen Bremsweg von etwa zehn Metern. Außerdem hatten alle nur einen Gang und waren für mich persönlich viel zu klein. Das Fahren tat aber trotzdem gut und es ersparte uns das Zurücklegen von den weiten Distanzen zu den Pyramiden und Ruinen. Es gab nur wenige Wege, aber diese waren meistens sehr lang. Wenn die Pyramidenstätte erreichte, musste man sein Fahrrad abstellen und das letzte Stück laufen. Das taten wir mehrmals und erreichten so die verschiedensten Arten von Gebäuden. Diese reichten von kleinen Häusern, über große Gelände, wo die Mayas früher ein besonderes Ballspiel spielten, bis hin zu einer riesigen Pyramide, die man als einzige sogar richtig begehen konnte.

Wir verbrachten den Tag mit verschiedenen Leuten und auch mit unseren Lehrern, die wir zwischendurch trafen. Marta, unsere Spanischlehrerin, konnte uns viel über die Kultur erzählen und wir haben uns lange beim Fahrradfahren unterhalten. Die große Pyramide erreichten wir als letztes und wir stiegen zu dritt die steile über 45 Meter hohe Treppe hoch. Oben hatte man einen schönen Blick über den ganzen Park. In der Ferne sah man den kleinen See, der beim Parkplatz lag und der Wald reichte, soweit man blicken konnte. Nach dem Besuch bei der Pyramide machten wir uns wieder auf den Rückweg, um zu der vereinbarten Zeit wieder am Bus zu sein.

Der Bus wartete schon und wir machten uns pünktlich auf, um die Unterwasserhöhlen nicht zu verpassen. Der nächste Programmpunkt war nämlich das Schwimmen in einer unterirdischen Höhle. Beim Erreichen wirkte der Ort wie ein normales Freibad. Eine große Wiese mit Duschen, ein Kiosk und ein kleines Restaurant waren zu sehen. Doch dann konnte man die Höhle und das wirkliche Schwimmbecken erkennen. Es gab einen kleinen, tiefergelegten und zum großen Teil verdeckten See, der nur durch eine Holztreppe und eine verzweigte Steganlage erreichbar war. Beim Tauchen eröffnete sich eine riesige und unglaubliche Welt, die man zuvor beim Anblick der engen Höhle nicht erwartete. Das Wasser war kalt und unglaublich klar und die Höhle war unterirdisch sehr breit und weitreichend. Leider wurden wir schon um halb fünf vom Bademeister freundlich dazu aufgefordert, das Gelände zu verlassen, da sie schließen.

Nach der Fahrt zum Hostel bekam ich noch das Handy von Otto, um meinem Vater zum Geburtstag gratulieren zu können. Dann hatten wir noch einmal Freizeit, die ich mit Nils damit verbrachte zwei nette junge Verkäufer aus einem Geschäft neben dem Hostel im Armdrücken zu schlagen. Danach schauten wir uns Tulum noch ein bisschen weiter an.
Gemeinschaftlich ging die ganze Gruppe dann in eine Pizzeria und wir bekamen während des Essens einen eindrucksvollen Einblick in die mexikanischen Straßenkünste. Das Restaurant lag nämlich in einer sehr belebten Straße, in der man Künstler beobachten konnte, die man lieber fürs Aufhören bezahlen wollte, bis hin zu wirklich guten Musikern. Die Krönung war dann der Auftritt einer ganzen Großfamilie, die begann mit Rauch, traditionellen Instrumenten und Kostümen die Aufmerksamkeit der ganzen Straße zu erregen. Nach dem Essen hatten wir noch etwas Freizeit und dann ging es ab ins Hostel. Hier setzte ich mich mit Inga noch hoch auf die Dachterrasse, auf der laute Musik lief. Der Abend endete mit dem Verlust von Thorbens Haaren. Ja, auch er gehört nun zu denen, die sich aus mir unerfindlichen Gründen eine Glatze gemacht haben. Die Musik von der Dachterrasse wurde um 24:00 Uhr auch ausgestellt, so dass wir alle gut schlafen konnten.

PS: Liebe Grüße an meinen Vater der heute Geburtstag hat!
Euer Karl