Ocean College

Immer noch viele Kranke

Autorin: Nora
Position: Atlantik, zwischen Florida und Bahamas
(26°09,08 N, 79°24,28 W )

 

Heute Morgen wachte ich in meiner Kabine zusammen mit lauter kranken Zimmerbewohnern auf. Emma ging es schon viel besser, Mika sah jedoch noch ziemlich erledigt aus und Merle war nach ihrem Küchendienst gestern auch krank geworden. Ich selber bin zum Glück schon seit einigen Tagen wieder auf den Beinen und habe nur noch Schnupfen und Husten. Auch von der Seekrankheit blieb ich diesmal verschont, obwohl wir schon einige Zeit Wind von vorne haben und das Schiff dementsprechend geschwankt hat.

Zum Matheunterricht um 09:00 Uhr kamen deshalb heute auch nur Simon, Lucas, Lotte, die es auf wunderliche Weise auch geschafft hatte, hochzukommen, und ich. Nach kurzer Zeit wurde auch Lucas so schlecht, dass nur noch Lotte und ich aus unserer Lerngruppe da waren. Da es wenig Sinn gemacht hätte, den normalen Unterricht ohne die Anderen weiter zu machen, haben wir uns dann entschieden, ein bisschen Körperberechnungen zu machen. Davon machten wir kurz eine Pause, als Kathrin und Chantal dazu kamen. Mit ihnen und der Hilfe von Simon, der uns die verschiedenen Bewegungen zu den einzelnen Buchstaben des „öko Karates“ (Eurythmie) beibrachte, lernten wir Wörter zu tanzen. Wir hatten gestern schon alle den Namen „Jens“ gelernt, da unser neuer Käpt`n Sven zu seinem Ärger oft Jens genannt wird.

Als wir es alle synchron konnten, tanzten wir es ihm sogleich vor. Er war natürlich begeistert… Nach dieser kurzen, lustigen Bewegungseinheit wollten wir gerade wieder mit Mathe anfangen, als Delfine auftauchten. Sie sprangen hoch aus den Wellen und wir beobachteten, wie sie vor dem sich heben und senkenden Bug schwammen. Für Natija waren das die ersten Delfine, die sie bis jetzt gesehen hatte und sie war begeistert. Anschließend machten wir wirklich mit der Körperberechnung weiter. Kurz darauf war die Stunde auch schon vorbei und wir gingen zu Erdkunde über. Dort machten wir die letzten Erdkundesteckbriefe zu den letzten Ländern.

Um 13:00 ging ich dann heute zur Alpha 2 Wache. Ich bin eigentlich in Bravo 2, aber weil so viele Leute krank sind, wären Thorben und Lotte nur zu zweit gewesen. Deshalb habe ich heute die Wache gewechselt. Es war ziemlich kalt, was wir gar nicht mehr gewöhnt waren. So steuerten wir schon wieder mit Pullis und Jacken. Beim Steuern bekamen wir Unterstützung von Kathrin. So wurde es zu einer unterhaltsamen Wache. Während der Wache gab es auch Mittagessen, was heute für die Vegetarier aus Sauerkraut und Rührei bestand. Da ich Sauerkraut nicht besonders gerne mag, war das nicht das beste Essen, was ich mir vorstellen konnte. Wir überlegten zusammen, was es wenige Seemeilen neben uns Leckeres in Florida oder auf den Bahamas zu essen geben könnte. Dadurch bekamen wir jedoch noch mehr Appetit, als das es irgendetwas half. Nachdem ich eine Stunde gesteuert hatte, spielten Lotte und ich ein bisschen Galgenmännchen. Die Raa brassten wir kurz vor Wachende noch, weil kurz zuvor etwas daran repariert wurde.

Lotte und ich gingen in ihre Kabine, wo wir auf Wanda und Hannah H. stießen, die in ihren Betten lagen. Ich fing an den Tagesbericht zu schreiben. Dann gab es eine lange Ansage von vielen verschiedenen Leuten zu verschiedenen Dingen. Zum Beispiel wurde angekündigt, dass das Brot ab jetzt vor dem Querfraß geschützt wird, auf einige Sachen in Bezug auf die Wetterveränderungen wurde auch hingewiesen und einiges anderes. Nach der Ansage wurde noch der Schoner gesetzt und ich schrieb meinen Tagesbericht weiter. Etwas verspätet gab es dann das Abendessen: Brot aus dem Sandwichmaker und Möhrensuppe. Jetzt bin ich ziemlich müde und werde so schnell wie möglich ins Bett gehen, damit auch bald mein Schnupfen und Husten ganz weg ist.

Viele Grüße nach Hause an meine Familie und meine Freunde! Ich hoffe sehr, dass es euch gut geht und ihr nicht so krank seid, wie die meisten bei uns! Ich freue mich schon darauf mich auf Bermuda wieder bei euch melden zu können. Meine Internetkarte hatte zuletzt auf Kuba leider nicht mehr funktioniert, so dass ich mich nicht noch einmal bei euch melden konnte. Ich freue mich auch, euch in gar nicht allzu langer Zeit wieder zu sehen. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht! Einerseits schön euch dann wieder zu sehen, andererseits traurig, dass die tolle Zeit hier so schnell vorbei geht!

Eure Nora