Ocean College

Die letzten lustigen Tage an Bord

Autor: Emil
Position: Ärmelkanal
(46° 27,7 N 09° 19,8 W)

Mein Tag begann heute um 6:00 Uhr in der Früh, als Lucas mich aufweckte und sagte: „ Könntet ihr bitte zum Schoner setzten kommen?“ Wir bejahten dies, sind aber trotzdem alle liegen geblieben, bis dann zwei Minuten später Wessel erbost nach unten brüllte: „Es ist mir scheiß egal, wie weich eure Betten sind, ihr kommt jetzt hoch, Schoner setzen“.
Als wir mit dem Segelsetzten fertig waren, sind wir alle in unsere noch warmen Betten gestratzt und ich habe noch zwei Stunden Schlaf in meinem schönen, weichen Bett abgestaubt. Nach besagten zwei Stunden wurde ich von Chantal mit den Worten: „Win und du, ihr müsst ins Steuerhaus zu Martin kommen…irgendwas wegen des Maschinenraums…“ geweckt.
Im Steuerhaus angekommen sagte Martin: „Jungs, habt ihr schon gefrühstückt?“. Als wir dies verneinten, schickte er uns nach unten, um etwas zu essen. Nach dem Frühstück gab uns Martin ein kurzes Briefing, indem er uns erklärte, dass wir bei der Hauptmaschine einen Ölwechsel machen werden. Wir waren dann erstmal zwei Stunden mit eben diesem Ölwechsel beschäftigt.

Danach kamen wir aus der Maschinenkammer und ich war sehr verwundert, als ich Merle am Steuer sah, da sie Teil meiner Wache ist und ich vollkommen vergessen hatte, dass ich eigentlich schon die ganze Zeit Wache hatte. Die Wache hat sich dann prächtig entwickelt, da Dominik sich entschlossen hatte, für mich und Leon zu steuern. Dies ermöglichte es uns, mit Hendrik über Gott und die Welt zu reden. Wenig später gab es ein sehr leckeres Essen, welches aus Reis mit Hack und Kohl bestand. So ging die Wache sehr schnell vorüber und anschließend schrieb ich meine Bewerbung als Steuermann für die letzte Schiffsübergabe. Um sicherzugehen, dass alles in Ordnung war, ging ich zu Merle und Hannah W. und ließ sie drüber lesen. Dort blieb ich noch eine Weile hängen, bis ich mich dazu aufraffte, einen Anschlag auf Win mit unseren, auf den Bermudas gekauften, Nervs (Spielzeugpistolen) zu verüben.
Nachdem wir uns dann eine gewisse Zeit beschossen hatten, waren wir dazu gezwungen, aufzuhören, da uns unsere Zimmergenossen damit drohten, unsere Pfeile zu zerreißen, wenn wir nicht endlich Schluss machen würden.

Anschließend machte ich noch ein kleines Nickerchen, bis zum Abendessen geklingelt wurde. Es gab zur Abwechslung mal etwas wirklich Leckeres, welches sich als gefüllte Teigtaschen herausstellte. Diese aß ich in der Messe und anschließend kamen ein paar Leute auf die Idee Mehl, oder, wie in Leons speziellem Fall Salz, zu schnupfen. So zogen Win, Karl, Leon und ich eine kleine Line.

Anschließend ging ich zur gerade amtierenden Wache und unterhielt mich mit allen im Steuerhaus. Irgendwann bin ich dann zu Lotte und Paula gegangen, um den gestern angefangenen Film zu beenden. Anschließend ist noch Win dazu gekommen und wir schauten Death Pool.
Als der Film zu Ende war, haben Paula, Lotte und ich uns entschlossen, die Nacht durchzumachen, weil es Lottes letzte Nachtwache war. In der Wache bin einmal mit Emma, Kathrin, Lotte und Paula nach unten gegangen, um mich aufzuwärmen. Dies stellte sich jedoch als drastischer Fehler heraus, da ich einschlief. Netterweise wurde ich in dieser hilflosen Situation angemalt und mit Wasser übergossen…
Nach diesem, zu dieser Zeit schon sehr belastendem, Ereignis, verabschiedete ich mich, um endlich meinen wohl verdienten Schlaf zu finden.

Euer Emil