Ocean College

Schiffsarbeiten in IJmuiden

Autor: Matthias

Position: IJmuiden, Niederlande

(52° 27,6´N 04° 33,6´E)

Durch ein heftiges Klingeln wurde ich heute Morgen um 07:30 Uhr wach. Schnell zog ich mir meine Klamotten an und kam in die Messe, doch mir wurde gesagt, dass nur ein paar Leute gebraucht wurden, um vom Segelmacher mehrere Segel zu holen. Erst in diesem Moment fiel mir auf, dass wir über Nacht wohl im Jachthafen von IJmuiden angekommen waren und tatsächlich als ich an Deck ging, sah ich viele Schiffe um uns herum liegen. Alle Schiffe hatten niederländische Flaggen, im Hintergrund konnte ich auch die wunderschönen Industrieanlagen der Stadt sehen, wo die Abgasschlöte brannten.

Nach dem Frühstück gab es dann eine große Ansage und die Crew teilte uns alle in mehrere Gruppen auf. Es gab ein Deckteam, das die Aufgabe hatte das gesamte Deck sowie die Reling zu schrubben und zwar nicht so wie sonst immer, sondern diesmal mit unverdünntem Rostreiniger, damit das Schiff wieder hübsch für die Sommersaison wäre. Ich muss sagen, dass das Team echt gut gearbeitet hat, ich habe abends nirgendwo mehr Rost gesehen. Außerdem gab es ein weiteres Team, welches als Aufgabe hatte, die Segel wieder anzuschlagen, also die Segel, die wir wieder vom Segelmacher oder aus Martins Lager bekommen hatten (einen bunten Schoner und ein blaues Groß), wieder zu befestigen. Darüber hinaus gab es noch ein drittes Team, das auf Martins Anhänger, das Bild, welches wir auch auf die Kaimauer von Horta auf den Azoren gemalt haben, malen sollte.

Mich stellte Otto aber frei von den Arbeiten, da er noch wollte, dass ich für ihn einen Artikel für die FAZ schreiben sollte. In meinem Artikel geht es um Nestlé, deren Kaffeesparten und Nachhaltigkeit im Lebensmittelkonzern. Das dauerte den ganzen Tag lang und zum Abendessen gab es dann, wie Martin es nennt „Pommesbudenessen“; es wurden holländische Frikadellen, Käseteigtaschen, Pommes, Kroketten usw. eingekauft und dann alles frittiert. Und weil wir ja gesund leben wollen, gab es dazu einen leckeren Salat. Insgesamt war das Abendessen sehr lecker! Danach machte Sebastian nochmal eine letzte Stunde zu Navigation für den SBF-See-Schein, es ging hauptsächlich um die Umrechnung von einem Magnetkompasskurs (vom einem Magnetkompass ablesbar) in einen rechtweisenden Kurs (in die Karte einzutragen).

Jetzt sitze ich hier in der Messe und finde es traurig, dass das hier schon mein letzter Tagesbericht sein soll, weil ich die Reise einfach unglaublich schön fand und gerne noch länger bleiben würde, aber ich freue mich jetzt auch schon wieder auf zu Hause, auf meine Familie und meine Freunde dort. Ich denke, ich werde jetzt die letzten Tage noch genießen, aber jetzt dann erstmal ins Bett gehen, immerhin ist es jetzt schon spät und morgen früh haben wir die Prüfung für SBF-See.

Gute Nacht!

Euer Matthias