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487 Wörter zu einem ganz normalen Tag auf dem Atlantik

Autor: Matthias

Position: Atlantik

(16°44,36´N 34°12,16´W)

Mein Tag begann wie jeder andere dieser Woche; um 04:40 Uhr wurde ich von Karl geweckt, ich dachte mir dabei nur: „Es gibt nichts schlimmeres als diese Uhrzeit, der Tag kann ja nur noch besser werden!“ Wie dem auch sei, aufgrund der Dunkelheit sah ich keinen Hai, obwohl ich für eine Stunde im Ausguck war, bis ich Tobi am Steuer ablöste. Das schönste an unserer Wache war wie immer der Sonnenaufgang, denn dann wird man endlich etwas wacher.

Da wir in ein paar Tagen die praktische Mikroplastikprüfung haben, habe ich heute nochmal eine Probe genommen. Die angefertigte Probe kam dann in die wieder fast leere Palette, nachdem uns letztens Brotteig über die Proben gelaufen ist – fast hätten wir sie aufgebacken und gegessen.

Nach meiner Wache bin ich dann erstmal kurz schlafen gegangen… Kurz… Nach drei Stunden bin ich wieder aufgewacht, den 11:00-Snack habe ich offensichtlich verschlafen, aber es gab nur Birnen, also habe ich nicht das beste Essen des Tages verpasst. Schon 20 Minuten später gab es dann zum Mittagessen Lasagne, sie war eigentlich echt ganz gut, so sehr ich mich anstrengte, heute war es tatsächlich mal ein Essen ohne Gemüse, wo es nicht hingehörte. Dann gab es eine große Ansage von Martin, in der er uns sagte, dass wir noch vor Dominica die erste Schiffsübergabe machen werden und wir uns bis Sonntag für die Positionen Kapitän, Steuermann, Bootsleute, Koch, Schiffsarzt oder Maschinist bewerben können.

Danach ging es dann los mit dem Unterricht, zuerst hatten wir Deutsch bei Otto, da haben wir den historischen Hintergrund zu unserer Lektüre („Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny) besprochen, da diese zur Zeit der industriellen Revolution spielt. Als wir gerade mit der Lesephase beginnen wollten, mussten wir alle mithelfen, da wir jetzt halsen sollten. Ich habe bei den Vorsegeln mitgeholfen. Als ich nach 20 Minuten wieder zurückkam, wollte ich gerade weiterlesen, aber dann bekamen wir mit, dass Sebastian eben die Deviationskarte ins Meer gefallen war. Die ist für die Kursbestimmung nicht ganz unwichtig. Daraufhin gab es eine wütende Ansage von Martin, da er vor genau dieser Situation schon gewarnt hatte. Dann ist der Wind auch noch zu schwach geworden, um segeln zu können, weswegen wir die Segel alle bargen und seitdem unter Motor fahren. Leider war Deutsch dann schon zu Ende und jetzt muss ich das fünfte Kapitel als Hausaufgabe lesen.

Nun war es schon 16:00 Uhr und es gab den Snack. Meiner Meinung nach das beste Essen des Tages: gelungene Pfannkuchen mit Marmelade! Im Anschluss daran hatten wir Geschichte bei Johan und da ich als Thema für einen Vortrag den Kalten Krieg bekommen habe, durfte ich mir einen Film über die Kuba-Krise anschauen.

Zum Abendessen gab es dann wie immer eine Suppe, heute Kartoffelsuppe, welche echt lecker war.

In wenigen Stunden habe ich Geburtstag, ich hoffe es wird ein schöner werden, auch wenn meine Eltern dieses Mal nicht dabei sein können. Deshalb möchte ich sie noch einmal als 15-jähriger grüßen.

 

Euer Matthias

2 comments

  1. Elof Frank - 30. November 2017 19:16

    Matthias, alles Gute zum Geburtstag!!!

    Die Franks (Eltern von Nicolas)

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  2. Christiane Goerens - 30. November 2017 21:15

    alles gute zum Geburtstag Matthias – feiert schön !

    Antworten

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