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A beautiful day on a beautiful island

Autor: Emil

Position: Kap Verden, Portugal

(17°01,27’N 25°20,1’W )

Als ich heute Morgen um 07:00 Uhr aus der Messe taumelte, um unsere Wache anzutreten, habe ich mich erst einmal richtig erschrocken, da wir vor einer heftigen Steilküste ankerten. Kurz danach lösten Win und ich, Finn und seine Erdnüsse, die er Gott sei Dank für vogelfrei erklärt hatte, von der Ankerwache ab. Wir spielten fleißig Mau Mau, bis uns der Küchendienst daran erinnerte, dass wir den Generator anschalten müssen. Nach einiger Zeit kam unser Kapitän Martin in die „Stuurhut“ und sagte: “Junges, Wache ist zu Ende! Ich brauche eine große Ratsche, kleine Verlängerung und eine 13er Nuss, bitte.“ Win und ich hofften innerlich, dass wir ihm das richtige Zeug hochbringen würden, jedoch mussten wir ihn gleich zweimal enttäuschen, bis er dann mit uns in den Maschinenraum gegangen ist und es sich selber geholt hat. Wieder oben stellte Martin uns die Frage, wie man einen Gymnasiasten am besten erkennen kann. Wir zuckten nur dumm mit den Schultern, bis er anfing zu erklären: „Man gibt einer Person eine Dose und einen Dosenöffner. Die, die es schaffen die Dose zu öffnen, sind für das Gymnasium nicht geeignet, die anderen schon.“ Ich glaube, nach unserer Aktion wären wir laut Martins Definition Gymnasiasten! Daraufhin fragte ich ihn, ob die “inkompetent Gymnasiasten“ zum Frühstück gehen dürften. Als Antwort kam unter einem Lachen die Antwort, dass wir etwas essen gehen sollten, weil heute ein anstrengender Tag werden würde.

Nachdem alle Dienste an Bord getan waren, sind wir in verschiedenen Fuhren von einheimischen Fischern mit ihren Booten an Land chauffiert worden. Mit einer Gruppe von 10 Inselbewohnern haben wir uns dann alle geschlossen auf den Weg zur Oase gemacht. Die Gruppe wurde dann in der prallen äquatorialen Mittagssonne jedoch immer mehr aufgespaltet und verteilte sich letztendlich über den ganzen Berg. Die Wasserstelle wurde aber von allen erreicht und jeder hat sich an ihr erfreut. Die Einheimischen fingen dann an, Zuckerrohr zu verteilen und bereits nach den ersten fünf Sekunden kauen, war ich bereits süchtig danach! Als wir wieder runter gegangen sind, wurden wir freudig von einem Inselbewohner mit einer großen Stange Zuckerrohr überrascht, die wir mit an Bord nehmen durften. Eine handtellergroße, gelb-schwarz gemusterte Spinne, die in der Luft zu schweben schien, und ein Esel, der mit seiner Ziegenherde auf der anderen Talseite schweigend ins Gespräch vertieft war, haben uns auf dem Weg nach unten begleitet. Dieselben zwei Fischerboote brachten uns zum Mittagsessen zur Regina Maris zurück, wo ich danach beim Schwimmen von einer Qualle genässelt wurde.

Das Regina Maris-Fußballteam (Lennard, Basti, Ben, Finn, Thorben, Tanyel, Lucas, Nico, Win, Ersatzmann Sietse, Johan und ich) und seine Fans wurden nach dem Essen per Shuttle auf direktem Wege zum “Stadion“, ein großer Ascheplatz, bugsiert. Das Spiel endete auf dem Ascheplatz mit verschwitzten Jungs, staubigen Schuhen, glücklichen Gesichtern und einem Ergebnis von 10:4 für die Dorfmannschaft. Einige der verschwitzen Jungs sind noch schwimmen gegangen, um danach mit den Gegnern noch in der Dorfdisco zu tanzen. Dort haben May und Hannah H. mit gutem Hüftschwung den Grundstein für eine ausgelassene Party gelegt. Für mich endete der Abend irgendwann auf den Schultern vom tanzenden Basti. Da der Hunger überwiegend vorhanden war, ging es dann wieder zurück zum Schiff. Ein Teil schwamm mit Johan zurück, während die anderen (inkl. mir) die Luxusvariante, also in einem komplett überfüllten Fischerboot zu fahren, gewählt haben.

Mit Abendessen im Bauch, schreibe ich hier in der Messe den Tagesbericht und würde jetzt noch gerne meine Familie, insbesondere Oma, grüßen.

Euer Emil

2 comments

  1. christiane goerens - 26. November 2017 17:11

    toller Text – sehr witzig -bravo !

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  2. Johanna Steinbach - 26. November 2017 19:02

    Lieben Dank für diesen wunderschönen Bericht, Emil! Er ist herrlich zu lesen, und wir können uns vostellen, was für einen schönen Tag Ihr hattet! Bin ein bisschen ’neidisch‘, aber ich gönne es Euch auch soooo sehr! Habt weiter viel Spaß, passt auf Euch auf und kommt gesund und munter über den Teich! Grüße von Johanna (Mutter von Finn)

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