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Ablegen und Putztag bei Sonnenschein.

Autorin: Nora

Position: Atlantik, von den Kap Verden in Richtung Westen

(16°57,4117 N, 26°25,6938 W)

 

Mein Tag begann heute um fünf Uhr, als ich von Charlotte geweckt wurde. Nachdem ich wieder kurz eingeschlafen war, bin ich ein zweites Mal aufgewacht. Ein paar Minuten später war ich oben in der Messe. Dort habe ich mit Ben aus Mehl, Salz, Hefe und Wasser fünf einfache Brotteige gemacht. Ein Stromausfall und eine Reinigungsaktion der Brotmaschine und der Tische später, konnte ich um viertel vor sieben noch einmal für eine gute Stunde schlafen gehen. Um acht wurde ich von der Glocke, und mehrere Male vom Küchendienst geweckt, der in jede Kabine rein gerufen hat, um sicher zu stellen, dass auch alle wach sind. Als ich aufgestanden war, habe ich erstmal ausgiebig an Deck gefrühstückt. Und das mit Blick aufs Festland, das wir jetzt für etwa zwei ein halb Wochen nicht mehr sehen werden. Beim Gedanken daran wird mir ein bisschen mulmig und ich bin gespannt, wie es wird, so lange kein Land zu sehen und keinen festen Boden unter den Füßen zu haben.

 

Nach dem Frühstück hat unsere Kabine, bestehend aus Inga, Charlotte, Hannah H. und mir, beschlossen, die ganze Kabine aufzuräumen. Dafür haben wir die Taschen und Kisten, die unterm Bett sind, auf den Gang gestellt und den Staub anschließend weggesaugt. Die Fächer, die sich am Ende der Betten befinden, haben wir ausgeräumt und ich habe zusätzlich meine Sachen neu sortiert und die Sachen weggeräumt, die ich in nächster Zeit nicht brauchen werde. Jetzt haben wir eine ordentliche und auch weitgehend saubere Kabine, mit der wir organisiert in die Atlantiküberquerung starten.

Während wir die Kabine aufgeräumt haben, wurde der Anker eingeholt und wir sind los gefahren. Anschließend haben wir die Segel gesetzt. Wir fahren jetzt mit Flieger, Außenklüver, Innenklüver, Breitfock, Schoner, Großsegel und Besan.

 

Da heute Sonntag ist, ist natürlich auch wieder Putztag. Die Karten, die die Putzaufgaben verteilen, wurden an Deck ausgegeben. Ich hatte die Aufgabe bekommen, die unteren Toiletten zu putzen. Steffi hat mir, bevor ich angefangen habe, gezeigt mit welchen Putzmitteln ich auf die schnellste Art die Toiletten, Wände, Waschbecken und die Böden sauber bekomme. Die Duschen, die sich direkt bei den Toiletten befinden, habe ich einfach auch gleich mit geputzt. Auch wenn es bei Steffi so gewirkt hat als würde es ganz schnell gehen, sah das bei mir ganz anders aus. Nach dem Mittagessen, als ich dann noch Toilettenpapier nachgefüllt hatte, konnte ich dann endlich meine Karte abgeben.

 

Zum Entspannen habe ich mich mit meinem Tagebuch und einem Buch in die Sonne aufs Deck gesetzt, wo immer noch einige damit beschäftigt waren, den Boden zu schrubben und mit Wasser abzuspritzen. Beim Putzen vom Deck wurde vergessen die Luke zu schließen, die sich über meinem Bett befindet. Mein Bettzeug ist dementsprechend nass geworden und ich habe alles auf dem Achterdeck aufgehängt. Als ich ein bisschen gelesen hatte, habe ich, bei einem schönen Sonnenuntergang, angefangen aus dem Mikroplastiktext von Rüdiger Stichpunkte herauszuschreiben.

 

Anschließend gab es Abendessen. Wie jeden Tag bestand dieses aus Suppe und Brot. Als ich aufgegessen hatte, habe ich angefangen in der Messe den Tagesbericht zu schreiben, als Karl nach oben kam. Er wollte, wie auch andere schon, von seinem Stop-Micro-Waste-T-Shirt die Ärmel abschneiden. Dabei hatte er auf der einen Seite ausversehen die falsche Naht zerschnitten und dadurch ist sein T-Shirt an der Seite jetzt offen.

Wenn ich mit dem Text fertig bin, werde ich mein Bett, mit dem hoffentlich inzwischen trockenen Bettzeug, beziehen und dann schnell ins Bett gehen, da mein Tag morgen wieder um fünf Uhr mit der Wache beginnt.

 

Viele Grüße nach Hause! Ich hoffe es geht euch allen gut!

 

Eure Nora

1 comment

  1. christiane goerens - 27. November 2017 17:50

    jetzt wird’s richtig Ernst . Viel Spass euch allen !

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