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Adios Vigo


Autor: Hannah Hessenauer
Position: Iberische Küste
(41° 55, 9N, 09° 07,3 W)

26-Stunden-Tag? Wie geht das? Ich fange mal von vorne an: Geweckt wurde ich heute um 05:45 Bordzeit, einerseits durch meinen Wecker und später dann durch die Lautsprecherdurchsagen der Fährhafensprecher. Gestern um Mitternacht hatte ich keinen Nerv mehr dafür, darüber nachzudenken, wie genau und in welche Richtung die Uhr gestellt werden muss, sodass ich um 07:00 geweckt wurde.

Nachdem wir seit Tagen beobachten, wie Johan und seine Laufgruppe Sonnenschein joggen gehen und auch Kathrin mit Alisa und anderen Sport treibt, beschlossen May, Hannah, Mona und ich, unsere eigene Workoutgruppe zu gründen, die heute früh um sieben Uhr auch schon gut besucht war. Bauch-, Beine-, Po-Fitness, kurz BBP verursachte in 30 Minuten bei sechs hochmotivierten Mädels Muskelkater und Hunger. Nach einem Frühstück mit frischem spanischen Baguette, einer kurzen Dusche und Ansagen von Martin, Regina und Johan gingen die Vorbereitungen für das Ablegen aus Vigo los. Da die Uhr im Steuerhaus schon nach der Zeit in Teneriffa gestellt war, waren die meisten von uns zu spät beim Frühstück. Interessanterweise waren danach aber alle wieder eine halbe Stunde zu früh in der Messe.

Bevor wir gegen 11:00 Uhr spanischer Zeit vom Hafen in Vigo ablegten, wählten wir noch die Schülersprecher. Die demokratische und geheime Wahl fiel auf Leon als männlichen Schülersprecher mit Stellvertreter Win und mich mit Stellvertreterin Inga. Später wurden innerhalb der Wachen noch je ein Schiffratsmitglied der Regina Maris gewählt.

Nach ungefähr einer Stunde setzten wir die Segel und nach weiteren zwei Stunden konnten wir endlich ohne Motor weiterfahren, wobei leider manche immer noch von der Seekrankheit zu spüren bekamen. Während meiner Wache waren Hannah Montana-, Bibi und Tina- oder Violetta-Lieder auf unserem Singprogramm. Als ich gerade die Brote für die Alphas fertig machte, platzte Leon in die Tür hinein und erzählte von der 60-köpfigen Delfinkolonie. Am Ende waren von den sechzig doch nur noch um die 20 übrig, die wirklich existierten und tatsächlich vorbeigeschwommen sind. Irgendwie habe ich das Gefühl die einzige zu sein, die noch keinen Delfin gesehen hat (vielleicht werde ich ja dann dafür die erste sein, die einen Wal sieht).

Nachmittags gab es Marmorkuchen (mit Mamas Becherkuchen als Grundrezept) und nach gefühlt 1000 geschälten Kartoffeln gab es für den Küchendienst von heute und morgen noch Brotbackunterricht mit den Backexpertinnen May und mir.
Mit einem sanftem Schaukeln und Aussicht auf eine lange Nacht (morgen Küchendienst) nähern wir uns jetzt dem Abendessen. Deshalb wünsche ich meiner Familie in Landsberg, im Allgäu und irgendwo in Ligurien guten Appetit oder gute Nacht.

Eure Hannah

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