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And now my last watch has ended

Autor: Nico

Position: Ijmuiden, Niederlande

(52° 15,03 N 03° 31,89 O)

Eigentlich sollte ich zu meiner 01:00-05:00 Uhr Wache geweckt werden, aber da ich noch Briefe geschrieben habe, die wir bis Ijmuiden abgeben müssen, war ich eh bis dahin noch wach.

Das Wetter war wie gestern sehr neblig und es nieselte leicht. Aber dafür war unsere Stimmung umso besser. Unsere vier Stunden in der Nachtwache verbrachten Mika, Mona, Charlotte, Alisa und ich durchgehend mit tanzen und Musik hören (von Bayrischen Volksliedern bis Elektro war alles dabei) und so wurde uns gar nicht erst kalt. Irgendwie war die Wache schneller vorbei, als mir lieb war.

Nach meiner Wache bin ich noch kurz duschen gegangen (zum Glück dürfen wir ja so oft wie wir wollen duschen gehen). Danach bin ich nochmal für kurze Zeit auf das Achterdeck gegangen, um mit meiner Mutter zu telefonieren, die zurzeit auf den Philippinen ist. Dem Internet sei gedankt! Schlauerweise hatte ich mir vor dem Telefonieren Wasser aufgesetzt und so konnte ich direkt danach mit einer Wärmflasche ins Bett gehen. Draußen war es doch noch etwas kühl, wenn man nur in kurzer Schlafanzughose rumsteht.

Irgendwann wurde ich mit der Aussage, es sei schon 12:45 Uhr und ich hätte gleich wieder Wache, geweckt. Total verwundert darüber, dass ich so lange geschlafen habe, vermute ich, dass ich das doch wohl dringend nötig hatte. Mit dem Mittagessen bewaffnet machte ich mich hoch zur zweiten Wache des Tages. Doch kurze Zeit später kam Johan zu mir hoch und meinte, dass es Arbeit zu tun gibt. Ich als Projektleiter musste erst mal wieder den gestrigen Tagesbericht und andere Emails rausflanken. Da am Ende der Reise vor allem nur noch die Zeugnisse verfasst werden müssen und ich das ja logischerweise nicht übernehmen kann, war mein heutiger Auftrag eine Dia-Show für unseren letzten Abend zu erstellen. Bevor ich damit anfangen wollte, bin ich zurück zur Wache gegangen, die ich ja eigentlich hatte und habe die restlichen 1 ½ Stunden noch mitgemacht, da es meine letzte Tag-Wache sein wird.

Nachdem wir abgelöst wurden, half mir Mona netterweise bei den Fotos. Sie organisierte von einzelnen Personen Aufnahmen und ich suchte die besten raus. Kurz nachdem Abendessen war ich dann fertig und beschloss, dass ich jetzt Feierabend habe. Leon und Johan wollten eine letzte Risiko-Runde spielen und ich schloss mich ihnen an. Die beiden waren eingespielte Feinde und im Vergleich war ich ein blutiger Anfänger. Während Johan Süd- und Nordamerika fokussierte, Leon Australien und Asien nach und nach eroberte, hatte ich schon Probleme damit, Afrika einzunehmen.

Einige Male wurde sich über Johan beschwert, der es nicht fassen konnte, drei Einsen auf einmal geworfen zu haben und dementsprechend laut wurde. Obwohl Johan uns wiederholt erklärte, er habe schon Risiko gespielt, da waren wir noch flüssig, ging Leon zum Schluss als Sieger hinaus.

Um etwas mehr Ruhe zu bekommen, ging ich in mein Zimmer, wo ich dann meinen Tagesbericht anfing. Zwischendurch kam Karl einmal vorbei und zusammen mit Mona schauten wir ein paar lustige Fotos bzw. Videos an. Danach wollte ich eigentlich weiter schreiben, doch viel Zeit hatte ich nicht bis mir wieder zur Wache Bescheid gegeben wurde. Anscheinend hatte sich das Wetter so stark verschlechtert, dass wir nicht mal mehr an Deck Wache halten durften, sondern alle in der Messe hocken mussten. Da wir jetzt gerade nichts zu tun haben, kann ich meinen Tagesbericht fertig schreiben.

Das Wetter hat sich jetzt so weit verbessert, dass wir wieder ans Deck dürfen. Zwischen 05:00-06:00 Uhr werden wir dann ankommen. Die neue Wache zu holen würde sich nicht lohnen, deswegen werden wir das jetzt durchziehen. Somit waren wir die letzte wirkliche Wache überhaupt (Samstag fahren wir ja nur kurz rüber zur Schleuse)!

Ich werde meine Wache echt vermisse und mache mich jetzt auf den Weg auf das Deck, um meine leider letzte Wache noch zu Ende zu laufen.

 

Euer Nico

 

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