Ocean College

From the Blog

Ankunft auf Kuba

Autorin: Charlotte

Position: Marina Hemingway, Kuba

(23° 05,33N 82°30,07W)

 

Liebe Eltern, liebe Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

heute begann unser Tag ungewöhnlich früh, genauer gesagt um 06:45 Uhr, als Win und Dominik uns alle, auf Order von Martin, zum Putzen geweckt haben. Wir sollten nämlich in einer Stunde in Kuba ankommen und da bei den Zollkontrollen mit äußerster Sorgfalt auf die Sauberkeit des Schiffes geachtet wird und die Kubaner im Falle eines unsauberen Schiffes riesige Strafen (Geldstrafen, Einreise und Ausreiseverbot des Schiffes usw.) verteilen, mussten wir uns alle an die Arbeit machen. Zwar hatten wir gestern den ganzen Tag geputzt, dennoch mussten wir heute noch einmal alles kontrollieren und nachputzen.

Als ich mich also zum Putzen aufrappelte, tat ich dies jedoch mit stechenden Kopfschmerzen und Schwindel, da ich mich ein wenig erkältet hatte. Wenigstens war meine Temperatur gesunken, denn seit gestern hatte ich Fieber und lag flach. Gleich nachdem ich fertig war, legte ich mich wieder ins Bett und bekam daher nicht mit, was sich derweilen beim Anlegemanöver an Deck abspielte.

Erzählungen zu Folge hatten wir einen Getriebeschaden. Wir sind mit dem Schiff langsam aber sicher auf die Hafenmauer zugetrieben und waren kurz davor sie zu rammen. Also ist Sietse ins Dinghi gesprungen, um uns wegzudrücken. Auch die Crew der Thor Heyerdahl, auf der sich momentan das Projekt Klassenzimmer unter Segeln befindet und welche auch gerade in der Marina Hemingway liegen, eilte uns glücklicherweise noch zu Hilfe. Mit vereinten Kräften schafften sie es, das Schiff sicher anzulegen. Kurz danach stand der Zoll schon direkt parat. Zunächst einmal wurde das Schiff nach Drogen und sonstigem verbotenem Zeug durchsucht und danach mussten wir eine lange Schlange machen und nacheinander ins Steuerhaus gehen, wo ein Arzt unsere Temperatur maß. Als ich an der Reihe war, begleitete mich Marta, die den Behörden zuvor schon erklärt hatte, dass ich nicht in bester Verfassung sei und daraufhin untersuchte mich der kubanische Arzt ganz genau. Anscheinend war er aber zufrieden und ich durfte zu den anderen gehen, die schon dabei waren, ihre Visumsanträge auszuführen. Nachdem das erledigt war und wir alle unser Visum hatten, kehrte ich ins Bett zurück, um mich zu schonen, während Johan den anderen an Deck verkündete, dass es den restlichen Vormittag Unterricht geben sollte und nachmittags Landgang.

Auch wenn ich den ganzen Tag Bettruhe hatte, wurde mir auf jeden Fall nicht langweilig. Ich konnte das erste Mal seit langen mal wieder lesen, schlief ganz viel und Leon kam netterweise immer mal wieder vorbei, um mir einen Tee mit Honig zu bringen. Generell hatte ich reichlich Besuch und vor allem Mika leistete mir lange Gesellschaft. Abends ging es mir dann auch viel besser und Leon berichtete mir, dass er beim Landgang ziemlich lange durch die Gegend gelaufen ist und nichts als Häuser und alte Autos gesehen hat und letztendlich einfach nur so wie die meisten beim Hafenkiosk geendet ist und sich danach wieder auf den Rückweg gemacht hat. Darüber hinaus sagte er mir, dass es hier aussieht, als wäre die Zeit stehen geblieben, daher bin ich sehr gespannt, wenn wir morgen nach Havanna fahren. Irgendwann kamen dann auch noch Win und Emil vorbei und präsentierten mir stolz die Schiffsglocke der Thor Heyerdahl, die sie soeben gestohlen hatten (wir haben seit Mexiko mit der Thor Heyerdahl eine Art Kleinkrieg) und es war jedenfalls sehr lustig.

Grüße gehen raus an meine Eltern, ihr braucht euch um meine Gesundheit keine Sorgen zu machen;)

 

Eure Charlotte.

 

P.S. von Johan: So entstehen Gerüchte… die Schaltung hatte kein Öl mehr, aber wir haben keinen Getriebeschaden!)

 

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: