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Ankunft in unserer Unterkunft im Dschungel

Autorin: Lisa

Position: Limon, Costa Rica

Ein mir sehr vertrautes Geräusch hieß mich auch an diesem Morgen wieder willkommen. Obwohl wir nicht auf See waren, war das Rauschen des Wassers kaum zu überhören. Leise, um meine Zeltgenossen Wanda, Mona und Inga nicht zu wecken, fing ich an, meine Sachen zusammen zu packen. Heute würde sich unsere Gruppe zum ersten Mal für längere Zeit trennen. Es wird sehr ungewohnt sein, nicht die komplette Gruppe täglich sehen zu können. In der Hoffnung, mich noch bei Joachim verabschieden zu können, ging ich nach oben, jedoch nur, um festzustellen, dass dieser vor ein paar Minuten gegangen war. Also widmete ich mich wieder dem Packen. Ich mochte unser Zeltlager sehr gerne und ich hoffe, dass irgendjemand ein Bild zur Erinnerung geschossen hat.

Das Frühstück verlief wie immer sehr gemütlich, es gab bloß einen kleinen Unterschied. Durch die Packaktion waren alle schon viel wacher. Nach dem Frühstück brachen Lucas und ich, gewappnet mit einer Plastiktüte, auf, um Erde zu sammeln. Wir haben nämlich vor, ein kleines Projekt zu starten, welches so aussieht:

Da uns beiden nach Joachims erstem Vortrag über die Kaffeepflanze die Idee kam, auszuprobieren, ob man Kaffee auch in Deutschland kultivieren kann, setzten wir uns zusammen und sammelten alle benötigten Informationen. Nun besitzen wir seit gestern auch je eine Hand voll von Yellow Bourbon Kaffee Bohnen mit 20% Restfeuchte, welche wir an Bord zum Keimen bringen wollen und anfangen wollen groß zu ziehen. Der wohl kritischste Punkt wird jedoch bei den Temperaturen liegen, da Arabica Pflanzen bei ungefähr 10°C erfrieren. Drückt uns bitte die Daumen!

Ich schätze so gegen 11:00 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zu den Bussen. Dort verabschiedete ich mich von Carlos und auch Paul, ihn habe ich an unserem ersten Tag auf der Kaffeefarm kennengelernt, als Alisa und ich als erste den Pool besichtigt haben. Gerade fiel mir auf, dass ihr immer noch im Dunklen darüber seid, an welche Küste ich überhaupt fahre. Naja, letztendlich werdet ihr wahrscheinlich eh beide Seiten kennen lernen, da euch die Tagesberichte darüber informieren werden, aber für heute werdet ihr wieder an die Atlantikküste gebracht. Die Fahrt dauerte in etwa 5-6 Stunden. Das sind mehr oder weniger 360 Minuten gefüllt mit Musik und einer genialen Aussicht. Erst war die Landschaft noch sehr hügelig, je mehr wir uns jedoch Limon näherten, desto mehr flachte die Gegend immer weiter ab, bis wir durch einen Wald den Ozean erblicken konnten. Zwar war das Wetter sehr grau und regnerisch, doch trotzdem fand ich die Aussicht sehr schön. Auch den anderen schien es so zu ergehen und als Leon die Wellen sah, wurde er sofort von ihnen mitgerissen. Gefühlt 20 Minuten redete er nur noch darüber, wie geil sie aussahen und das er alles dafür geben würde, dort baden zu gehen. Hoffentlich können wir ihm diesen Wunsch erfüllen, da ich, um ehrlich zu sein, auch große Lust darauf hätte.

Nachdem es ein paar Komplikationen beim Finden unserer Unterkunft gab, was darin endete, dass 90% der Gruppe erst daran vorbei lief, nur um von den Nachbarn wieder zurückgeführt zu werden, wies uns Ken (Eigentlich heißt er Carsten und kommt aus Norddeutschland), ein wenig in die Umgebung inklusive ihrer Tiere ein und morgen werden wir noch ein „ausführliches Briefing“ zur Sicherheit im Urwald bekommen. Zum Schlafen werden Mädchen und Jungs natürlich wieder so weit es geht getrennt. Die Mädchen, Win, Basti, Otto und Kathrin bleiben im Hauptgebäude und der Rest wird nach dem Abendessen zu einem naheliegenden Bungalow gefahren.

Kurzfristig halfen Alisa, Finn und ich noch bei der Zubereitung des Abendessens, indem wir Kochbananen, irgendein hier heimisches Gemüse mit „sch..“ , Karotten und Zwiebeln schnitten. Falls ihr jemals Kochbananen schälen müsst, warne ich euch davor. Eure Hände werden danach kleben wie sonst was und mit Wasser wird man das auch nicht wieder los. Glaubt mir, Finn und ich müssen es jetzt wissen, nachdem wir es locker 10 Minuten lang versucht haben. Zum Glück kannte Kens Frau einen indianischen Trick. Man reibt seine Hände mit Öl ein, lässt es ein wenig auf der Haut und wäscht es dann mit Seife ab. Wäre sie nicht gewesen, würden wir wahrscheinlich immer noch versuchen, unsere Finger zu befreien.

Als ich dann meinen Rucksack nach dem Abendessen holte, sah ich etwas was mein Herz zum Hüpfen brachte. Eine Katze! Ihr müsst wissen, dass ich zu Hause selber zwei Katzen besitze und vielleicht könnt ihr ja nachvollziehen, wie sehr ich sie vermisse. Von Ken erfuhr ich, dass sie seit kurzem schwanger war und es liebte gestreichelt zu werden. Als ich mich dann endlich von ihr trennen konnte, setzte ich mich dann an einen der Tische, um diesen Tagesbericht zu schreiben. Im Hintergrund die Laute des Urwaldes und die erfreuten Rufe der Jungs, welche auf dem Pick-Up die Straße zum Bungalow runter bretterten.

Zum Schluss noch das Wichtigste. Alles Gute zum Geburtstag Lechen! Ich hoffe du hast dich schön feiern lassen und Mamas Kuchen war so gut wie immer. Ich hab dich lieb und freue mich schon wieder darauf, dich wiedersehen zu können.
(Ich habe gerade erfahren, dass dieser Bericht erst am 29.01. veröffentlicht wird. Deswegen auch noch Alles Gute an Vali und Paupe!)
Pura Vida!

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