Ocean College

Reiseblog

Der Sauberkeitstick

Autorin: Merle
Position: Küste vor Kuba
(22° 57,18N 83° 40,24 W)

Der heutige Morgen war eigentlich so wie jeder andere auch. Ich wachte auf, zog mich um, putzte meine Zähne und ging hoch zum Frühstück, während das Schiff seicht zwischen den Wellen hin und her glitt… Ich sag ja, so wie immer. Als ich oben ankam, saß Emma am Tisch und ich umarmte sie erstmal und gratulierte ihr zum Geburtstag. Heute hatten wir übrigens zwei Geburtstagskinder. Einmal Emma und dann noch unser Johan.

Um 09:00 Uhr hatte ich dann gleich Wache und war mal wieder Watchleader. Wenn man Watchleader ist, geht die Zeit in der Wache meist schneller vorüber, weil man immer schauen muss, ob alles nach rechten Dingen vorgeht. Das Wetter heute Morgen war mal wieder richtig schön mit Sonne und etwas Wind. Es haben auch wieder einige einen Sonnenbrand hier auf See bekommen.
Als ich mir um 11:00 Uhr dann gerade meine Deutschnotizen holte, um für meine Deutscharbeit heute zu lernen, kam Hannah W. zu mir und meinte begeistert, dass sie heute kein Bio schreibe, da wir ab jetzt Putztag haben. Also einerseits war das ja ganz gut, weil ich glaube niemand hat hier Lust auf eine Deutscharbeit, aber Putzen ist jetzt auch nicht grade das Schönste auf der Welt.
Aber gut was soll man machen? Morgen früh kommen wir ja schließlich auf Kuba an und da wird auch gleich einer von den Behörden kommen und sich die Sauberkeit unseres Schiffes genauer ansehen. Da sind wir alle glaube ich sehr gespannt, weil wir Geschichten gehört haben, dass wenn sie unser Schiff nicht sauber finden, wir dann in ein Hotel müssen und dann das Schiff nochmal komplett neu putzen müssen, was zum Teil bis zu zwei Tage dauern kann. „Das würde unseren Zeitplan schon drastisch nach hinten ziehen.“ – Zitat Johan.
Deswegen gaben wir, wie immer, unser Bestes beim Putzen. Mit Inga zusammen, fing ich gleich an und wir putzen den Schrank bei der Essensausgabe, den Laptopschrank, zwei Bücherregale und den Innenraum unserer Bänke, in denen unser gesamtes Essen verstaut ist. Das Ganze dauerte relativ lange. Kurz nach dem Mittagessen waren wir fertig. Endlich. Gleich danach ging ich eine Runde schlafen, weil ich etwas Kopfschmerzen hatte.

Dann kam mal wieder das beliebte Klingeln der Glocke. Zimmerwechsel. Wir bekamen unsere neuen Zimmer genannt und nun bin ich mit Mika, Emma und Nora in einer Kajüte. Ich glaube das wird ganz nett 🙂 Also räumten wir das komplette Zimmer aus und räumten unser komplettes Leben sozusagen oben in die Messe. Dort legten sich Hannah W. und ich auf unser ganzes Zeug drauf und warteten bis Elena und Charlotte auch fertig waren, damit wir unser altes Zimmer noch ein letztes Mal gründlich durchputzen konnten. Dann war es soweit und wir putzten schon wieder. Diesmal war es aber ganz lustig… ich kann euch nicht sagen warum, aber Hannah W. und ich hatten die komplette Zeit einen Lachanfall.
Nachher erfuhr ich, dass ich heute Tagesbericht scheiben muss und war schon halb am Verzweifeln, weil wir heute echt keinen spannenden Tag hatten, aber solche muss es ja schließlich auch mal geben oder?
Jetzt sitze ich unten mit Hannah W, Leon, Lennard und Ben in meiner leeren Kajüte und wir reden über Gott und die Welt. Sobald wir Bescheid gesagt bekommen, dass wir die Zimmer einräumen dürfen werden wir alle bestimmt noch zwei Stunden brauchen bis wir schlafen können. Ich glaube das wird heute noch ein langer Abend, deswegen mache ich jetzt Schluss und unterhalte mich weiter mit den anderen.

Viele Grüße richte ich an meine Familie und Freunde. Außerdem wünsche ich meiner großen Cousine und meinem großen Cousin heute auch alles Gute zum Geburtstag! Ich hoffe wir bekommen morgen unser Handy, damit ich euch noch persönlich nachträglich gratulieren kann.
Schon verrückt, dass ich jetzt vier Leute kenne, die heute Geburtstag haben… naja, bis dann. Eure Merle

Abfahrtstag mit leckerem Essen

Autor: Finn
Position: Yucatan, Channel
(22° 01,77 N 85° 57,71 W)

Morgens sind wir aus Mexiko abgefahren, mit all dem mit der Abfahrt verbundenen Chaos. Alle haben noch schnell eine Dusche genommen, um die Zeit, die wir im Hafen noch am Wasserschlauch hingen, auszunutzen.

Martin hat noch eine Ansage gemacht, um uns noch einmal zu sagen, dass wir Wasser sparen müssen, dann ging es los. Das um eine Stunde verschobene Frühstück ist heute etwas anders als sonst ausgefallen, soll heißen: An der Stelle des gewöhnlichen Brotes und der Cornflakes gab es Porridge mit Zimt und frischen Äpfeln. Diese, von einigen unter uns sehr begrüßte, von anderen eher kritisch gesehene Änderung, hatten wir der Tatsache zu verdanken, dass das gesunde Ernährungsprojekt gestartet hat. Das Projekt geht jetzt noch vier Tage und wird von Nora, Hannah, Paula und Matthias im Rahmen des Biounterrichts von Kathrin durchgeführt.

Schade ist, dass wir die drei Tage bis Kuba nicht segeln werden, da der Wind aus der falschen Richtung kommt, aber da kann man halt nichts machen. Die Wache ist im Moment recht entspannt, da der Wassermacher nicht zu 100% funktioniert und deshalb nicht alle Viertelstunde kontrolliert werden muss.

Beim Mittagessen hatten Nico und Mona heute besonders Glück. Als kurze Erklärung: Beide haben gewettet, dass sie sich die gesamte Fastenzeit lang vegan ernähren. Falls einer der beiden es nicht schafft, muss er oder sie sich die Haare abrasieren. Beide bereuen die Wette jetzt schon. Heute gab es für sie aber ein leckeres Mittagessen, Pasta mit Olivenöl und Tomaten.

Nach dem Essen wäre eigentlich Unterricht gewesen, aber auf Grund eines erneuten Anfalls von Seekrankheit ist dieser für betroffene Schüler ausgefallen. Da ich auch nicht von der Seekrankheit verschont geblieben bin, hab ich den ganzen Nachmittag lang geschlafen.

Zum Abendessen gab es von Matthias und Chantal gebackenes Brot und ich muss sagen, es ist echt gut jemanden an Bord zu haben, der weiß, wie das mit dem Brot funktioniert. Dazu gab es heute eine asiatische Kartoffelsuppe mit Ingwer und Kokosmilch. Richtig lecker und Ingwer soll ja auch gegen Seekrankheit helfen! Ich bin gespannt, wie das mit dem Ernährungsprojekt weiter geht.

Zusätzlich soll ich noch Grüße von Tobias M. an seine Familie und vielen Dank für die Geschenke ausrichten.

Euer Finn

Nur noch zwei Monate

Autorin: Paula
Position: Isla Mujeres

Heute wurde ich schon um 07:00 Uhr von Hannah oder Nora geweckt, aber das weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr, weil ich sofort wieder eingeschlafen bin. Deshalb haben sie mich schlafen gelassen und ich bin um kurz nach 08:00 aufgewacht. Dann habe ich mich langsam für den Landgang fertig gemacht, der bei Nora, Matthias, Hannah und mir gestern ausgefallen ist, da wir den ganzen Tag einkaufen waren, um unser gesundes Ernährungsprojekt zu starten. Die anderen haben jetzt Unterricht und wir dürfen los. Dabei ist mir aufgefallen, dass wir ab heute noch ungefähr zwei Monate auf dem Schiff haben!

Angekommen an Land, sind wir als erstes Geld tauschen gegangen, weil wir eine lange Liste an Dingen hatten, die wir kaufen wollten und dafür brauchen wir natürlich Geld. Zufällig war direkt daneben ein Hotel mit freiem Wlan, weshalb wir dort ein bisschen länger geblieben sind, um mit unseren Familien zu telefonieren und, wie wir immer sagen, ein bisschen Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen.
Nach einer halben Stunde oder so sind wir weiter gegangen und unsere erste Mission war es, Postkarten zu kaufen. Danach war meine einzige, wichtige Besorgung, die ich noch machen musste, ein Geschenk für Emma zum Geburtstag, der in zwei Tagen ist. Nachdem ich schon ziemlich demotiviert war, weil sich ein Touri- Laden an den anderen reihte und ich mir sicher war, dass Emma diese Dinge nicht haben möchte, haben wir unsere Taktik geändert und sind einfach in irgend eine kleinere Seitenstraße abgebogen. Und dort wartete die Lösung des Problems…
Wir kamen an einem Blumenladen vorbei, der auch Teddys in allen möglichen Größen hatte, weil ja heute Valentinstag ist und in der hintersten Ecke haben wir einen riesigen Teddy entdeckt, der einfach mega süß ist. Nun mussten wir nur noch hoffen, dass wir ihn auch bezahlen können und jetzt? Jetzt sind wir stolze Besitzer eines riesigen Teddys!

Nach diesem Vormittag, der für uns alle sehr erfolgreich war, sind wir mittags in ein kleines mexikanisches Restaurant gegangen, wo ich sehr leckere Garnelen aß. Mit einem gut gefüllten Magen haben wir unsere Postkarten geschrieben, weil wir sie heute einwerfen mussten, da es morgen früh Richtung Kuba geht. Als wir diesen Punkt auch abhaken konnten, sind wir nochmal zum Wlan zurückgekehrt. Dort trafen wir ein paar andere, wodurch wir wussten, dass jetzt alle Landgang haben und wir die Teddy- Tüte ein bisschen verstecken sollten.

Den restlichen Nachmittag sind wir durch die Stadt gelaufen und haben Mitbringsel gekauft. Irgendwann konnten wir nicht mehr laufen und haben uns in eine Strandbar gesetzt. Zu der Zeit hat auch die Regina Maris zum Wassertanken angelegt und wir haben unsere Einkäufe an Bord gebracht.

Um 18:30 haben wir uns mit Kathrin an einer Eisdiele getroffen, da sie uns ein Eis spendiert hat. Als kleine Belohnung für den gelungenen Einkauf vom Vortag. Dabei trafen wir auch endlich Lotte und Emma, die uns sehnlichst erwartet haben und schon ganz verzweifelt waren, weil sie uns nicht gefunden haben.
Nachdem ich mein Eis genossen hatte, bin ich mit Emma, Lotte und Nora losgezogen, um vielleicht doch noch hübsche Armbänder zu finden. Das einzige Problem war, dass wir endlich hübsche Armbänder gefunden haben, aber kein Geld und nur noch 15 Minuten Zeit hatten. Deshalb sind Emma und ich schnell zurückgegangen und Johan hat uns netterweise Geld geliehen. Zurück an Bord mussten wir dann noch ein paar Dinge für unser Küchenprojekt regeln, das morgen startet und worauf ich mich, auch wenn es anstrengend wird, ziemlich freue.

Als das Abendessen vorbei war, gab es eine Ansage, dass wir bis 22:30 an Land bleiben dürfen. Ich saß mit Nora und Hannah auf dem Steg und wir haben versucht, ein paar Tage zu finden, wo wir uns mal alle treffen können, was aber leider sehr schwierig ist. Jetzt schreibe ich schnell den Tagesbericht zu Ende, damit ich wenigstens ein bisschen Schlaf bekomme. Wie ihr hört hatte ich heute einen sehr schönen, entspannten letzten Tag in Mexiko.

Zu guter Letzt möchte ich meine Familie und meine Freunde grüßen, die den Tagesbericht lesen und dadurch teilweise besser als ich wissen was ich an den einzelnen Tagen gemacht habe und sie immer schon über alles informiert sind 😉 Ich wünsche Allen einen schönen Tag!

Eure Paula