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Der alltägliche Wahnsinn

 

Autor: Karl Rammler
Position: Nord Atlantik
(30°33,18 N 58° 16,45 W)

Mein Tag begann wieder einmal um kurz vor eins auf dem Achterdeck beim Wachwechsel. Die Nachtwachen haben wir uns, seit wir mit der Thalassa zusammen losgefahren sind, immer lustig mit ihnen gestaltet. In der ersten Nacht nach dem Ablegen meldete sich Mario, der Steuermann der 1-5 Uhr Wache der Thalassa relativ schnell und schlug vor, sich gegenseitig Rätsel zu stellen. Das gegenseitige Rätselställen über Funk hat sich dann bis zur heutigen Nachtwache weiter fortgesetzt. So verbrachten wir wieder eine lustige Nachtwache mit der Thalassa und die Zeit ging schnell herum.

Den Vormittag habe ich mit schlafen verbracht und bin dann von dem Klingeln von Sven, unserem Kapitän, aufgewacht. Wenn man von dem Klingeln der Schiffsglocke erwacht, heißt das innerhalb weniger Sekunden an Deck, damit durchgezählt werden kann. Ich war wieder einmal der Einzige, der noch schlief, aber kam trotzdem wie immer rechtzeitig. Sven machte eine Ansage zum weiteren Verlauf der nächsten Tage und lobte im Zuge dieser noch einmal die guten Burger des Küchendienstes vom heutigen Tag.

Das lies mich stutzig und ein wenig unruhig werden, da das ja bedeuten musste, das das Mittagessen schon vorüber ist. So war es auch, doch Tobias Bratrich machte mir noch drei wirklich gute Burger, die ich dann durch die Luke zur Küche auf das Achterdeck gereicht bekam. Das Mittagessen holte ich dann bei schönstem Wetter mit Nils auf der Brücke nach. Zwischendurch fiel noch der 2 Liter Ketchup Kanister herunter, der sich dann durch die Messe verteilte. Danach genoss ich noch einmal die Sonne, bevor ich bis zum späten Nachmittag Unterricht hatte.

Nach dem Unterricht übte ich noch mit Chantal, Charlotte und Lukas Knoten und das Werfen der Trosse. Als unser Deutschlehrer Otto dann dazu stieß, wurde es noch lustiger, als er Win mit der Trosse fing und wortwörtlich über den Tisch zog. Kathrin, unsere Biolehrerin, übte sich auch noch im Werfen und machte sich genau wie Otto gar nicht so schlecht. Wir sind nun immer noch in der Reichweite der Thalassa und haben mit ihnen zusammen gehalst. Der Wind hat ein wenig aufgefrischt und wir erwarten zwischen 25 und 30 Knoten. Die Wellen kommen nun wieder von der anderen Richtung, so dass es ordentlich schaukelt und mir jede Menge um die Ohren fliegt, während ich das hier schreibe. Die Messe wurde aber mittlerweile richtig seefest gemacht. Duschen konnte ich heute Abend auch, aber leider nur mit richtig kaltem Salzwasser.

Ich möchte noch meine Familie, speziell meinen kleinen Bruder und meine Schwester grüßen sowie meine Eltern und meine Freunde.

Euer Karl

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