Ocean College

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Der Countdown läuft!

Autorin: Elena

Position: Portobello, Panama

(09° 33,43´N 079° 39,72´W)

Jedes Mal, wenn ich mich an den Tagesbericht setzte und überlege, wie ich einen abwechslungsreichen Anfang hinbekommen soll, versagt meine Kreativität. Ich glaube, das liegt aber daran, dass meine Morgen an Bord immer sehr gleich sind und damit anfangen, dass ich geweckt werde. Deshalb kann ich leider nur mit der Standardeinleitung anfangen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, was an meinem 117. Tag der Reise passiert ist.

Diesen Morgen weckte uns das Küchenteam mit Musik. Um 08:00 schallte „The Coconutsong“ durch unseren Gang. Ich war aber sehr müde, weswegen ich mich einfach auf die andere Seite drehte und nochmal einschlief. Um 08:50 fand dann aber auch ich, dass es Zeit ist, aufzustehen und hoffentlich noch etwas vom Frühstück zu ergattern. Zehn Minuten später fand ich mich in der Messe ein und genoss zwei Honigbrote. Zum Glück räumt das Küchenteam zurzeit nicht um Punkt 09:00 Uhr ab.

Als Sietse in die Messe kam und nach zwei Freiwilligen suchte, die sich um den Bordmüll kümmern könnten, war mein Frühstück wohl beendet. Im Nieselregen schleppte ich mit Tobias B. unsere Müllsäcke vom Achterdeck zum Mitteldeck, sammelte den Kabinen-, Steuerhaus-, Küchen- und Toilettenmüll ein und verfrachtete alles ins Dinghy, damit Win, Karl und Simon ihn an Land entsorgen konnten.

Als Nächstes folgte das Referat von Tobias M. über tropische Wirbelstürme. Glücklicherweise fand dieser in der Messe statt, weil es heute immer wieder richtig starke Regenschauer gab und an Deck alles nass ist. In der Nacht wütete auch ein Gewitter über Portobelo, weswegen es in viele Kabinen reinregnete oder diese gar etwas geflutet wurden. Bei Wanda wurde die gesamte Matratze nass und sogar durch die Lüftungen bei den Lehrern und der Crew tropfte es in die Kabinen. Diese Matratzen mussten dann im Maschinenraum getrocknet werden.

Bei seinem Referat erzählte uns Tobias M. etwas über die Entstehung, Voraussetzungen, Verbreitung und Gefahren von tropischen Wirbelstürmen. Mittendrin kamen Leon und Basti vom Krankenhaus zurück. Beide sind mit einer Spritze davongekommen. Auch Martin mischte mit ein paar Zusatzinformationen beim Referat mit. Es war alles sehr interessant und lehrreich.

Bis zum Mittagessen spielte ich mit Lisa, Matthias, Finn, Mona und Lucas Romèy. Obwohl ich nicht die Beste in Kartenspielen bin, gewann ich zum Schluss.

Mit einigen Helfern zauberte das Küchenteam heute Hühnchen im Speckmantel mit Salzkartoffeln. Zwar gab es nicht so viel, aber in Gourmetrestaurants sind die Portionen ja auch nie sonderlich groß. Nach der dritten Portion kratzte ich schließlich die Kartoffelpfanne aus und das reichte letztendlich, um mich satt zu machen.

In der heutigen Ansage erklärte uns Johan das Programm für heute und die nächsten Tage. Wir müssen all unser Zeug zusammenpacken, weil Freunde von Martin auf dem Schiff schlafen werden, während wir weg sind. Zudem bekamen wir die Packliste für Costa Rica. Morgen ist auch noch Putztag, weil das Schiff sauber hinterlassen werden muss. Außerdem kamen die Segel vom Segelmacher zurück und mussten wieder zurück in den Mast. Für all diese Aufgaben haben wir bis morgen zum Abendessen Zeit. Der große Countdown, bevor wir das Schiff für vier Wochen verlassen, begann.

Kurz nach der Ansage machten wir uns an die Arbeit. Ein paar kümmerten sich um die Segel, andere wurden von den Lehrern beiseite genommen, um mit ihnen den Schulstoff durchzusprechen, den sie auf Costa Rica selbstständig erledigen müssen. Auch ich bekam von Otto einen Stapel Arbeitsblätter in die Hand gedrückt, worüber ich mich natürlich sehr gefreut habe. Später kamen auch noch Matheaufgaben von Sebastian dazu.

Während andere schon anfingen zu packen und dadurch ein riesiges Chaos unten im Gang veranstalteten, saß ich im Gang und schaute ihnen zu, weil in meinem Zimmer schon Hannah W., Charlotte und Merle packten und ich mich da nicht auch noch dazu quetschen konnte und unterhielt mich mit May und Nils und ab und zu gab Lotte einen Kommentar von ihrer Kabine aus ab.

Gegen 16:00 Uhr gab es für alle Oreos von Martin.

Zum Abendessen wurde der Sandwichmaker aufgebaut und es gab Nudelsuppe.

Während Paula neben mir lernte und die Jungs unten zu ihrer Musik abfeierten, setzte ich mich an den Tagesbericht. Mein Schreiben wurde von einer Ansage von Martin unterbrochen. Neben Läusen und Kakerlaken hatten wir jetzt auch kurzzeitig Maden an Bord, die aber von Hannah H. schon sofort beseitigt worden waren.

Inzwischen habe ich mich mit May ins Steuerhaus begeben, weil wir Ankerwache haben. Zur gleichen Zeit schauen die anderen in der Messe einen Film.

Zu guter Letzt möchte ich allen meinen Freunden nachträglich ein frohes und gutes neues Jahr wünschen. Ich hoffe ihr seid gut durchgekommen und habt schön gefeiert.

Ganz liebe Grüße gehen raus an meine Mutter und an meine beste Freundin. Danke, dass ihr euch so sehr bemüht, mich auf dem Laufenden zu halten, was in meiner Heimatschule abgeht.

Mir geht es gut und ich freue mich auf das kommende Programm. Ich konnte mich heute leider nicht mehr bei euch melden, weil bei den ganzen Aufgaben der Landgang unter den Tisch fiel. Ich melde mich wieder bei euch sobald es geht. Ich denk an euch und hab euch ganz doll lieb.

Eure Elena

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