Ocean College

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Der erste Weihnachtsfeiertag

Autor: Emil

Position: Karibik/Curacao

(12°08,82 N 69°00,07 W)

Nach der gestrigen langen und ausgelassenen Weihnachtsfeier bin ich, aufgrund eines sehr heißen Zimmers, in Sietses Hängematte auf dem Achterdeck schlafen gegangen, wo mein Tag heute auch begann, als Hannah mich um 7:00 Uhr weckte, um den Generator und Wassermacher anzuschalten.

Danach döste ich noch weiter in der Hängematte und schreckte hoch, als ich einen altbekannten Duft ausmachte: BACON!!! Ich sprintete vom Achterdeck in die Küche und war sehr perplex, als ich Marta, Steffi und Kathrin beim Bacon- und Rühreibraten entdeckte.

Das Weihnachtsfrühstück mit Stollen, Rührei, Bacon, kaltem Braten, Guacamole und Baguette war bisher das beste Frühstück der Reise. Natürlich genehmigte ich mir erstmal eine schön große Portion.

Nach dem Frühstück bin ich runter gegangen, um mir etwas Frisches anzuziehen und bin prompt bei Lotte und Paula hängen geblieben. Während wir noch am Quatschen waren, klingelte es auch schon zum Putztag. Da wir jetzt nach Hannahs System putzen, welches so aussieht, dass jede Wache jeweils mehrere Aufgaben zugeteilt bekommt, hatte ich nun die Wahl zwischen Pest und Cholera. Ich entschied mich dafür, den Lehrertrakt zu säubern.

Als ich meine Aufgabe erledigt hatte und aus dem Lehrertrakt kam, stand auf einmal eine niederländische Reisegruppe an Deck. Dies hat mich leicht verwundert und so habe ich wahrscheinlich auch geguckt, was den Befehl von Sietse zur Folge hatte, dass ich den ,,Junges“ das Schiff zeigen sollte. Die Führung endete damit, dass sie unser Schwingseil entdeckten und es gleich einmal ausprobieren wollten und dann noch einmal und noch einmal. Das hat mich und einige andere angestachelt, auch reinzuspringen. Leider mussten wir uns im Wasser auch schon von ihnen verabschieden, weil sie wieder auf dem Weg zum Strand waren.

Nachdem wir aus dem Wasser kamen, wurde prompt das Mittagessen serviert. Nach dem Mittagessen, das aus einem leckeren Nudelsalat bestand, legte ich eine längere Verdauungspause ein, indem ich mich aufs Achterdeck legte und sonnte. Währenddessen angelten die anderen mit den übrigen Nudeln einige kleinere Fische. Als ich gerade anfing, produktiv zu werden, indem ich Tanyel mit der Küchenwäsche half, klingelte die Glocke und wir bekamen die Ansage, dass wir in fünf Minuten bereit sein sollten, um an den Strand zu fahren oder Schnorcheln zu gehen. Diese Aussage wurde genau fünf Minuten später revidiert, als Regina verkündete, dass wir anstatt zum Strand zum Zoll gehen, um uns auszuklarieren. Das störte uns natürlich alle gewaltig, da wir schon mit Flossen, Handtuch und Taucherbrillen bereit fürs Ferienprogramm an Deck standen. Weitere zehn Minuten vergingen, bis alle, dieses Mal bereit zum Zoll zu gehen, im Dinghy saßen.

Nachdem Johan mal wieder eine halbe Stunde brauchte, um dem Busfahrer zu erklären, wo wir hinwollten, fuhren wir los Richtung Stadt. Auf der Fahrt kamen wir in einen heftigen Regenschauer. Das Wasser stand ungefähr fünf Zentimeter hoch. Auf dem Weg zum Zoll durch die Stadt regnete es erneut so stark und es gab überall riesige Pfützen. Ein paar machten es sich zum Vergnügen, in diese hineinzuspringen und die anderen nass zu machen. Kaum waren wir am Zoll angekommen, verlangsamte sich das Tempo um die Hälfte, denn alle hingen über ihren Handys am Wlan.

Als wir alle unsere Pässe zurückbekommen hatten, gab es für eine Stunde Landgang. Während des Landgangs ging ich mit Win und Elena zur Post, um Postkarten an Oma und Opa zu verschicken, die ich bei dieser Gelegenheit herzlich grüße. Anschließend gingen wir zu KFC, weil Elena und Win noch nie dort gegessen haben und Win erzählt hatte, dass es in Luxemburg gar keinen KFC gibt.

Dieser Plan ist leider ins Wasser gefallen, weil auch KFC am ersten Weihnachtsfeiertag geschlossen ist. Leicht geknickt gingen wir dann zurück zur Bushaltestelle. Zum Glück hielt Win mir im völlig überfüllten Bus einen Platz frei.

Als wir dann wieder am Steg ankamen und ins Dinghy stiegen, fing es an zu regnen. Aber so richtig. Bei der Regina angekommen, rannten wir alle zu unseren Luken, weil der Regen vor diesen natürlich keinen Halt machte. An Deck erzählte uns Micheal, wie er in der Steuerhütte saß und auf einmal in Küstennähe unser schwarzes Dinghy wegfuhr. Er fuhr mit dem roten Dinghy natürlich sofort los, um zu gucken was da los war und als er nah genug dran war, um etwas zu erkennen, sah er, dass jemand probiert hatte, das Dinghi zu stehlen, da dieser jemand gerade von Bord sprang als Micheal sich näherte.

Jetzt sind beide Dinghys wieder sicher an Bord vertaut.

Mit dieser guten Nachricht beende ich jetzt den Tagesbericht und gehe etwas essen.

Ich grüße meine Familie und hoffe, ihr hattet schöne Weihnachten.

Euer Emil

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