Ocean College

From the Blog

Der fast übersprungene Tagesbericht

Autorin: Wanda

Position: San Marco, Costa Rica

(Kaffeeplantage Finca Don Eli)

Ich würde jetzt schon gerne ganz spezifisch darüber berichten, wie mein Tag begann, aber dazu bin ich leider, leider, leider nicht in der Lage, da der 21.01.18 nun schon zwei Tage her ist und ich freundlicherweise als Autorin eingesprungen bin. Nun ja …

Wir nehmen also einfach mal an, dass mein Tag relativ normal anfing. Inwieweit man das halt behaupten kann, wenn man sich mitten im Urwald in einem Zelt auf einer Kaffeeplantage in Costa Rica befindet. Obwohl für einige von uns der Tag schon etwas früher begann, nämlich um 05:00 Uhr, um auf einen Berg zu klettern. Dieses taten wir, weil man von einem gewissen Punkt aus “angeblich“ so eine krasse (vergeben sie mir bitte den unkonventionellen Wortlaut, der im Text hin und wieder auftreten wird, das ist der Einfluss von so viel Jugend um mich herum) Aussicht hatte. Ja, ich war schon etwas neidisch, als ich das dann am Morgen erfuhr. Nun ja…

Nach dem Frühstück haben wir uns dann auch schon gleich an die Arbeit gemacht, denn dafür sind wir ja da: Für die Arbeit rund um den Kaffee. Heute haben wir die bereits getrockneten Kaffeebohnen nach kontaminierten oder defekten Bohnen inspiziert. Das war allerdings nicht ganz so mein Ding, da ich es NICHT gewohnt bin, Dinge nach ihrem Aussehen zu bewerten und dementsprechend auszusortieren. Für mich ist alles Individuelle perfekt und wunderschön. Es hat dann aber trotzdem echt Spaß gemacht, dank der Gespräche mit Johan, Johannes und einigen Schülern. Ich muss sagen, ich bin echt zufrieden mit dem Klima, das hier untereinander herrscht. Es vergeht jedenfalls kein Tag, an dem ich nicht mindestens einmal herzlich über irgendeinen Spruch von jemanden gelacht habe.

Danach gab es dann erstmal Essen. Und Gott, wenn ich mich an eins an diesem Tag noch erinnere, dann an meinen Hunger. Nach dem Essen durften wir uns entscheiden was wir machen wollten: Entweder schwimmen gehen oder bei der Kaffeeröstung mitmachen. Und ratet mal, wofür ich mich auf einer Kaffeeplantage entscheide: Natürlich für das Rösten.

Und bereut habe ich diese Entscheidung dann auch echt nicht, denn mir war es echt zu frisch zum Schwimmen und die Kaffeeröstung war schon ziemlich interessant.

Als der Kaffee fertig geröstet war, haben wir ihn dann sogar noch gemahlen und schlussendlich gekocht. Lecker muss ich sagen, doch irgendwie muss ich meine Geschmacksknospen wohl noch etwas trainieren, denn ich schmecke nicht ganz unsere tagelange Arbeit heraus. Kurz: Er schmeckte ein bisschen wie jeder andere Kaffee, den ich sonst auch trinke. Doch keine Sorge, viele waren da ganz anderer Meinung!

Am Abend gab es dann noch einen Tanzkurs und es machten wirklich viele mit. Nur ich irgendwie nicht.

Aber ich sah zu und das machte mindestens genauso viel Spaß.

So ging auch der letzte Tag, an dem ich 15 Jahre alt war, mit Würde und ohne jegliche Hürde vorüber. Denn ja, morgen habe ich Geburtstag! Aber das ist eine andere Geschichte und damit nicht mehr meine tippenden Finger betreffend, die nun auch langsam ruhen wollen. Nun verabschiede ich mich mit gutem Gewissen.

Grüßen möchte ich meine Eltern und alle meine Freunde. Hoffentlich geht es euch so gut wie mir hier!

Eure Wanda

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: