Ocean College

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Die Rache von KUS

Autor/in: Win
Position: Vor Anker Isla Mujeres

Ich wurde heute um 06:00 Uhr mit den Worten „Win, du hast Ankerwache!“ aus dem Land der Träume herausgerissen. Also sprang ich total verpennt aus meiner Hängematte und begab mich Richtung Stuurhut. Ja, mittlerweile schlafen Emil und ich fast jede Nacht in unseren Hängematten und ich muss zugeben, ich schlafe erstaunlich gut darin. Nun ja, ich wurde also zur Ankerwache geweckt, die ich mit Emil zusammen hatte. Das Problem ist, dass Emil sich so überaus wohl in seiner Hängematte gefühlt hat, dass er sich dazu entschieden hat, weiterzuschlafen und ich alleine in der Stuurhut Ankerwache geschoben habe. (Eigentlich ist es ja nicht erlaubt alleine Wache zu halten, aber nachdem Emil 3x geweckt wurde, habe ich mich dazu entschieden, den Jungen in den Tiefen des Schlafes zu lassen).

Nach meiner Wache habe ich Kathrin geweckt, da ich mit ihr Brot kaufen gehen wollte, und sie eh noch zur Bank musste. Wir sind also mit unserem Dinghi im Sonnenaufgang in Richtung Festland gefahren. Ich habe diesen Moment sehr genossen, denn wie oft fährt man schon in Mexico mit einem Dinghi während des Sonnenaufgangs Brot kaufen? Am Festland angekommen sind wir erstmal zur Bank und dann zu einem großen Supermarkt gegangen. Dieser hatte aber nur ein paar Brötchen und Toastbrot. Da wir uns die letzten drei Tage nur durch Toastbrot ernährt haben, wollten wir erst nach einer richtigen Bäckerei gucken. Vernünftiges Brot ist hier sehr schwer zu bekommen. Als wir 20 Minuten herumgeirrt sind, mussten wir dann schweren Herzens dieses matschige Toastbrot, aber auch 40 Brötchen kaufen. Am Schiff angekommen, gab es dann gleich Frühstück. Nachdem ich mir ein leckeren Erdnussbutter Toast mit Hagelslag gemacht hatte, kam Otto zu mir und meinte, wir sollten (mit wir sind Emil und ich gemeint) doch zur Thor Heyerdahl fahren, damit wir unsere Flagge zurück kriegen.

Ihr fragt euch jetzt sicherlich, warum die unsere Flagge haben, dafür müssen wir ein paar Tage zurück schauen:
Emil und ich hatten uns sehr gefreut, dass die Thor, also das Projektschiff von KUS, neben uns liegt, da wir schon länger einen Streich bei denen geplant hatten. In der Nacht vom 08.02 zum 09.02 sind wir mit dem schwarzen Dinghi in einer Nacht- und Nebelaktion zu denen gefahren und haben dort groß unter den Schiffsnamen OC 17/18 mit Panzertape getaped. Danach haben wir noch unsere einzige Ocean College Flagge unter deren Klüvernetz gesetzt. Da waren die natürlich nicht so froh und als wir dann in Mexiko beim Landaufenthalt waren, hat die Crew sich gerächt (die Schüler von KUS sind derzeit in Kuba). Als wir wieder zurück aufs Schiff kamen, baumelte ein kaputtes Spinnrad an unserem Klüvernetz, die haben es wohl nicht geschafft es zu reparieren… Außerdem war unsere Ocean College Fahne mit dem Schiff, also der Thor Heyerdahl, bemalt und wehte an unserer Fahnenstange. Unsere niederländische Flagge haben sie sich auf ihren Großmast gehängt. Naja, und genau diese sollten wir jetzt zurückholen.
Wir stiegen also ins Dinghi und fuhren zur Thor, um mit denen diplomatisch zu verhandeln. Leider hatten wir keinen richtig guten Vorschlag und so kam es, dass die meinten, dass wir denen beim Proviant verladen helfen sollen, um die Flagge zurück zu bekommen. Wir fühlten uns leicht erpresst und meinten, dass wir erstmal nicht weiter verhandeln. Danach wurde es ein bisschen trauriger, denn May hatte heute ihren Abschied. Aber wir haben ihr mit ordentlichen Umarmungen und einem dreimaligem Hupsignal auf Wiedersehen gesagt.

Daraufhin machte ich mich auf zum Klo putzen, denn meine Kabine war heute dran, um Reinschiff vor dem Landgang zu machen. Danach sind wir dann alle an Land gefahren, wo Emil, Bastian und ich uns in eine Bar direkt an der Marina gechillt haben. Dort habe ich ein paar Recherchen gemacht und Emails geschrieben. Aber wir hatten nicht lange Landgang, denn nach ungefähr einer halben Stunde kam Wessel und sah so aus, als könnte er unsere Hilfe brauchen. Zusammen haben wir dann den ersten Teil von Einkäufen an Bord geladen und sind zum Schiff gefahren. Den Rest des Tages habe ich dann auf dem Schiff damit verbracht, Einkäufe auf das Schiff zu laden, zu verstauen und zu notieren, was wo und wieviel liegt. Nach ungefähr sieben Dinghitouren waren Emil und ich am Ende unserer Kräfte und richtig froh, als wir dann die anderen abholen konnten. Da das wohl unser letztes Mal sein wird, das wir vor Anker liegen und wir die Dinghis benutzen können, haben wir die Dinghitour voll ausgenutzt und auch noch die eine oder andere extra Runde gedreht. Dann sind wir nochmal zu KUS, denn wir wollten wie gesagt unsere Flagge zurück. Die Crew wollte diese aber nicht rausrücken. Übrigens sollte ein Kusi das lesen: Wir sehen uns in Kuba! Macht euch auf etwas gefasst!

Mein Tag ist recht nass geendet, den Emil, Wessel und Ich hatten eben die Lehrer abgeholt, und durch irgendeine Lehrkraft landeten wir wohl im Wasser, deshalb beende ich hiermit diesen Tagesbericht.

Kleine Notiz an meine Schwester Mona:
Ech wenschen der alles Guddes fir dain Gebuerstsdaag. Ech hoffen du hues net ze hard gefeiert du klenget ganstagirl. Also mach lues an passt op iech op

Euer Win

1 comment

  1. Christiane Goerens - 16. Februar 2018 21:48

    super Win hu gudd gelaacht trotz ménger verstauchter cheville – blöd Glaateis – aua !

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