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Ein absolut langweiliger Tag in der Marina

Autor: Leon
Position: Marina Hemingway, Cuba
(23°05,23N 82°29,99W)

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht was ich über den heutigen Tag schreiben soll. Ich war schon früh wach, weil ich nicht mehr schlafen konnte. In den Zimmern der Schüler riecht es nach Krankheit und stehengelassenem Essen, man hört alle 20 Sekunden eine Stechmücke und jemanden husten. Die Temperatur in den Zimmern ist mal wieder bei gefühlten 60° und die Stimmung an Bord ist nach den Ereignissen der letzten Tage etwas gedrückt.

Nach dem Frühstück (welches seit kurzem nur noch aus Nutella und Frischkäse besteht, weil der Rest bereits 0,5 Sekunden nach dem Frühstücksbeginn weggegeiert ist) ging ich nach oben, um mich um meine Wäsche zu kümmern. Da ich im Anschluss nichts zu tun hatte, entschied ich mich eine schöne, lange warme Dusche zu nehmen, da mir dieses Privileg die nächsten Tage verwehrt bleiben wird.

Zurück an Bord schlug Johan vor, den Buena Vista Social Club zu besuchen. Ich war sofort Feuer und Flamme und freute mich auf den abendlichen „Chan Chan“ .
Die Vorfreude hielt nicht lange, denn schnell stellte sich heraus, dass der Eintritt 60 Cuc pro Person kostet. Das entspricht einem Betrag von insgesamt 2200 Euro. Hasta la proxima mit dem berühmtesten Club in ganz Latein Amerika. Leider war Johan hier bei seiner ersten Recherche falsch informiert worden.

Da die Stimmung an Bord jetzt endgültig im Gemüselager war und sich mit den Kakerlaken in die dunkelste Ecke verkrochen hatte, gingen alle in ihre Zimmer und schürten schlechte Laune. Johan machte die ganze Sache wieder gut, indem er uns in das „All you can eat“ Restaurant der letzten Tage einlud. Die abendliche Busfahrt auf dem Weg zum Restaurant war schön. An sich hat Kuba etwas Magisches. Die riesigen, menschenleeren Plätze, die alten Betonbauten, die schmalen Gassen, in denen alle zu typisch kubanischer Musik tanzen und natürlich die Autos, die alle wie in den 60ern aussehen und den Eindruck vermitteln, dass die Zeit hier stehen geblieben ist. Am Abend war die Laune dann wieder besser, denn Joe war endlich da!

Alle waren froh, dass er wieder da ist, denn so gut wie jeder hat ihn vermisst. Ich hoffe sehr, dass er seine gute Laune (die er so gut wie nie verliert) auf uns überträgt. Hoffentlich wird mit ihm die Laune an Bord wieder besser. Leider können wir noch nicht weiter segeln, da Martin immer noch wegen des vermissten Mietwagens das Land nicht verlassen kann.

Eigentlich wollen alle an Bord nur noch eins: RUNTER VON DIESER SOZIALISTISCHEN INSEL! 😉

Liebe Grüße an meine Mudda, den Vadda, Oma, Familie Moos, Marvin, John und an alle Eltern, die sich die letzten Tage Sorgen gemacht haben.

Euer Leon

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