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Ein anstrengender Start in den Tag, großer Fisch und Putzen zum Schluss.

Autor: Simon

Position: Atlantik

(17°05,49N29°0068W)

Ich wurde heute mitten in der Nacht um zehn Minuten vor 01:00 für meine Wache geweckt und ich glaube, ich muss den, der mich geweckt hat, mit einem so zerstörerischen Blick angeschaut haben, dass es mich später wunderte, ihn beim Frühstück noch mal gesehen zu haben. Ich war es nicht mehr gewohnt, so früh aufzustehen. Hoffentlich geht es bald besser, wenn ich wieder etwas im Rhythmus bin. Um 05:00 Uhr konnte ich dann wieder schlafen und tat das dann auch bis kurz vor dem Frühstück. Ich brauchte zwar noch ein bisschen, bis ich aufgewacht bin, das war aber nicht so schlimm, da ich zumindest am Vormittag keinen Unterricht hatte.

Erst am Nachmittag gab es ein bisschen Aufruhr, da wir einen wirklich großen Fisch an der Angel hatten. Es war eine Goldmakrele, ca.1,50 lang. Nachdem Martin alle verwertbaren Filetstücke runtergeschnitten hatte, wurde der Kopf vom Fisch der Forschung übergeben und von der Biologieklasse um Merle mit großem Spaß seziert, während einige andere mit leichter Seekrankheit kaum hinsehen konnten. Nach dem Essen ging es dann richtig los mit Unterricht, ich hatte erst Mathe mit Sebastian, dann Geografie bei Otto, wo wir uns mit einer der großen Meeresströmungen, dem Golfstrom, beschäftigt haben. Eigentlich lief alles ohne besondere Ereignisse am zweiten Tag der ersten großen Überfahrt, aber ich fühle mich ein bisschen angespannt, da ich nicht weiß, wie die nun längere Zeit auf dem Schiff sein wird. Aber ich bin auch froh, dass es jetzt wieder losgegangen ist, denn wenn wir unterwegs sind, greifen die Systeme besser ineinander und jeder weiß, was er oder sie zu tun hat. Ich hoffe jedenfalls, dass wir ohne größere Konflikte über den Atlantik kommen werden, aber wenn es so weitergeht wie jetzt, dann sind wir ziemlich schnell drüben, immerhin schießen wir mit im Schnitt sieben Knoten über das Meer.

Heute abend gab es dann noch eine Einheit mit Johan und dem Lernbuch, diesmal zum Thema „Kreativität und Inspiration“ und ich habe ein Bild gemacht, das, wie ich finde, meine Situation beschreibt: Es ist ein Schiff wie unseres mit dem Satz dazu: „ICH IM NIRGENDWO“ ohne ein Ziel (Land) in absehbarer Zeit. Mal sehen, was da an Inspiration noch so kommen wird 🙂

Ich gehe jetzt schlafen bis…tataaa… um 01:00 Uhr. Oder auch nicht, denn genau in diesen Sekunden ist unser 25l Behälter für Getränke in der Messe umgefallen und die klebrige Flüssigkeit verteilt sich gerade über alle Etagen, durch die ganze Messe und bis in die Küche… hurra. Also erstmal putzen.

 

Euer Simon

 

 

 

 

 

 

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