Ocean College

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Ein gewöhnlicher Schultag?

Autor: Tobias Bratrich
Position: Karibische See
(10°08,3 N 77°40,3 W)

Es begann um 01:00 Uhr, als mich Mona wachrüttelte und meinte, dass die Party jetzt mal wieder steige. Bei nur einer Stunde Schlaf ist es sehr schwer, aus dem Bett zu kommen, also schlief ich noch eine Stunde weiter, bis ich dann schließlich mit meinem IPad hoch zur Wache kam. Lotte schaltete die Musikbox ein, wählte ein paar Lieder aus und los ging es mit vier Stunden Musik und Unterhaltungen. Zwischendurch machten wir uns Müsli und ich übte nochmals 20 Minuten Other side von Red Hot Chili Peppers auf der Gitarre, das mir Regina letzte Nacht beigebracht hatte (nochmals Danke dafür!).

Am Ende nach dem Abwaschen war es dann schon 05:30 Uhr und ich hatte theoretisch noch etwas über drei Stunden zu schlafen, was ich auch voll ausnutzte. Nach dem Frühstück ging es dann leicht verschlafen weiter mit einer Doppelstunde Englisch über Umweltverschmutzung und danach eine Doppelstunde Biologie, in der die Gruppe mit dem Thema Atmung auch noch einen Test schreiben musste. Kurz bevor die Essensglocke dann geläutet wurde, fuhren wir noch eine Halse (man dreht das Schiff mit dem Heck durch den Wind, so dass die Segel auf die andere Seite schwingen) und machten zum Bedauern von jedem den Motor an. Ich begann schon mal, mich auf das Ausschalten des Wassermachers und des Generators zu freuen, da es wahrscheinlich sehr heiß im Maschinenraum sein werden würde.

Fertig mit dem Aufschießen der Taue stürzte ich mich auf meine Portion Spaghetti mit Oliven und Schafskäse und dann fragte mich Leon, ob ich mit ihm ins Klüvernetz kommen würde, was ich natürlich bejahte. Kurzerhand holte ich ein weiteres Stück von meiner Toblerone (ein riesiges Dankeschön nochmals für dieses großzügige Geschenk!) und Gummibärchen für alle (eigentlich waren es nur Leon, Finn, Nils, Lisa, Simon und ich) heraus und Leon spendierte Getränke. Unglücklicherweise fiel meine Coladose beim Öffnen ins Wasser, noch während ein Vogel, wahrscheinlich ein Albatros, versuchte, auf unserem Schiff zu landen und kläglich am Hochseenetz hängenblieb und dann ins Dinghi flog. Als dann so gut wie jeder, der im Klüvernetz saß, wieder Unterricht hatte, begann ich auch, meine Hausaufgaben zu machen und Spanisch vom Vortag nachzuholen. Die Müdigkeit holte mich schneller ein als gedacht und so ging ich kurz vor dem leckeren 16:00-Uhr-Snack, heute Blätterteig mit Marmelade oder Nutella, schlafen und wurde von Matthias erst wieder zur Wache geweckt. Tja, Blätterteig verpasst!

Die Minuten vergingen schnell, während ich mich mit den Anderen unterhielt und schon bald kam Michael zu mir hinüber und meinte einfach und kurz angebunden: Ich möchte gerne, dass du, wenn du den Wassermacher kontrolliert hast, das Breitfocksetzen koordinierst. Also startete die Prozedur, die uns dann mit Aufschießen, Brassen und Schot auf einen anderen Poller umlegen 45 Minuten gekostet hatte und das Ausschalten von Generator/Wassermacher war ja auch noch zu erledigen! Zusammen mit Nora, die mehr über die Aufgaben als Maschinist erfahren wollte, startete ich also, die Hähne auf und zuzudrehen und abzupumpen. Die erdrückende Hitze machte uns beide zu schaffen, aber nach etwa 10 Minuten war der erste Teil erledigt und wir mussten warten, bis der Testwassertank bis über die Hälfte gefüllt worden war. Gerade als die kalte Luft am schönsten war, sollte ich nun den Generator ausschalten, also schaltete ich auf Akku um und da war auch schon Stromausfall. In Gedanken war ich schon beim Duschen, während meine Hände die Sicherungen raus- und wieder reinjagten. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde dann endlich die Wache an Charlie II übertragen und das salzige Meerwasser rief! Und nun sitze ich hier und schreibe den Bericht und kann jetzt schon sagen, dass der Tag noch nicht vorbei ist. Hausaufgabe habe ich noch zu erledigen, Mona, Finn, Lisa, Thorben und ich wollen noch eine lustige Runde Wahrheit oder Pflicht spielen und die Gitarrensaiten müssen ebenfalls noch gezupft werden. Das Wichtigste kommt immer zum Schluss:
Alles Gute nachträglich zum Geburtstag, Mama! Leider wurden die Termine für die Tagesberichte leicht verschoben, deshalb schreibe ich erst jetzt. Aber trotzdem wünsche ich dir einen wunderschönen Geburtstag, auch ohne mich und eine fröhliche Weihnachtszeit an alle Leser!! Und natürlich auch alles Gute nachträglich zu deinem 13. Geburtstag Iris! Beste Glückwünsche und viele Geschenke! Und im Voraus wünsche ich jedem auch einen guten Rutsch ins neue Jahr und schöne Restferien an die 10c!

Euer Tobias

1 comment

  1. MatthiasG - 30. Dezember 2017 20:48

    Toll geschrieben!
    Wir haben es mit Genuss gelesen, oh, wie schön wird Panama……
    Grüße an alle Tigerenten, guten Rutsch,
    Uta & Christian

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