Ocean College

OceanCollege Blog

Ein Tag ohne Ereignisse und doch so viel zu sagen.

Autorin: May

Position: Atlantik

(15°35,70‘N36°42,82‘W)

Gestern oder eher heute bis 01:00 hatte ich Wache. Leider haben wir gegen Ende einen Fehler gemacht. Wir haben die Alpha-Wache zu früh geweckt! Um 00:20 Uhr. Wieso? Weil wir auf Martins Trick herein gefallen sind. Dazu aber später mehr. Also, als ich dann in den Gemeinschaftsraum hinunter kam, saßen da einige, um Matthias Geburtstag zu feiern. Nach einem “Happy Birthday“ von mir für ihn, ging ich sofort ins Bett.

Am nächsten Morgen wurde ich um 07:20 Uhr wach. Da ich noch 40 Minuten Zeit hatte bevor ich zum Frühstück sollte, habe ich mir ein Hörbuch angemacht und habe etwas Candy Crush auf dem Tablet meiner Mutter gespielt (wieder einmal dankbar für meine vorausschauende Mutter). Sobald die Glocke 2x schlug, bin ich aufgestanden. Zum Frühstück gab es ein Müsli. Um 09:00 ging für mich die Schule los. Es begann mit Deutsch. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich Deutsch nicht so sehr mag, aber Otto gab uns die Aufgabe, ein Gedicht für den Nikolaus zu schreiben. Das etwas, das mir Spaß gemacht hat und was ich auch recht gut kann. Nach kurzem Schreiben hörte ich Otto noch etwas beim Reimen zu und versuchte mich an das Gedicht auf Plattdeutsch zu erinnern (Wihnachtsmann kiek mi an lüttsche deer bin ik man… ). Nun freue ich mich, mein eigenes Gedicht bald vorzulesen.

Danach begann Erdkunde, ebenfalls mit Otto. Diese Stunde endete jedoch sehr früh, da wir nur drei im Unterricht waren und uns recht gut anstellten. Jetzt kam Mathe. Ich habe aber eine eins im Unterricht für meine Vorstellung der Langzeithausaufgabe bekommen (für Mama und Papa zum Stolz sein)!

Dann habe ich einen Plan für das Putzen im Saloon für meine Wache erstellt. Damit sich niemand mehr beschweren kann.

Erneut erklang die Glocke und wir aßen zu Mittag. Es gab Bohnen, Kartoffeln, Fleisch mit Bratensoße und für die Vegetarier Omelett mit Tomaten. Da ich die Bratensoße nicht essen kann, aß ich vegetarisch. Aber für einige war das nicht genug. Für Nils und Karl zum Beispiel, sie holten sich noch einen Teller mit der Soße und tunkten Brot hinein.

Leider wurden wir dann zum Allgemeinalarm gerufen, weil meine Wache nicht nachgedacht hat. Um noch einmal kurz auf den bereits angesprochenen Fehler in der Weckzeit zu kommen. Es gab eine Zeitumstellung. Wir hätten eigentlich 20 Minuten länger machen sollen und nicht 20 Minuten kürzer. Deshalb musste dann die Alpha-Wache wie bereits erwähnt früher anfangen (Entschuldigung hierfür).

Als wir wieder im Gemeinschaftsraum saßen, war Nils sehr erleichtert, dass seine Soße nicht vom Teller gelaufen ist. Nach dem Essen habe ich noch einen Weihnachtskalender für Honey (Hannah H), und ich bin mir auch sicher, sie für mich, gemacht. Ich bin leider nicht ganz fertig geworden. Während wir so gebastelt haben, sind wir alle High School Musical Songs durchgegangen. Sprich, wir haben diese laut gesungen. Dabei musste ich sehr an meinen Solistenauftritt auf meiner alten Schule denken. Liebe Grüße, falls das wer von den TSSlern liest!

Zum verspäteten Snack gab es einen Geburtstagskuchen, ganz liebevoll von Wanda, Nico und Mona gebacken. Das letzte Fach für heute war Ernährungslehre mit Nora und Kathrin. Dieses ging wie immer sehr schnell vorbei. Zu Abend habe ich Brot gegessen.

An solchen Tagen, wenn wir nicht so viel zu tun haben, bekomme ich starkes Heimweh. Und wenn wir dann noch Weihnachtslieder singen, denke ich noch mehr an Zuhause. An das Weihnachtsbacken mit Ovi und Bea. Oder wenn es Bohnen gibt, denk ich an Birnen, Bohnen und Speck bei Omi.

An alle diese kleinen Dinge zu Hause. Ewig mit Lukas im Auto herumfahren und laut Musik zu hören. Oder rüber zu Mausi und einen Film gucken, oder weiter an der Choreographie feilen. Irgendwie denke ich immer mehr über die Dinge zuhause nach. Der einfache Alltag, den man zuhause so verflucht, den vermisst man hier. Die kleinen Dinge lerne ich hier immer mehr wertzuschätzen. Jedoch auch die Zeit mit Freunden. Manchmal entzieht mir das Heimweh alle Energie. Dann denke ich daran, wie stolz mein Vater auf mich ist und ich habe wieder Kraft. Danke. Ich vermisse euch alle ganz doll. Und nicht nur die, die ich erwähnt habe.

 

Eure May

 

2 comments

  1. Petra und Andreas (Eltern von Leon) - 1. Dezember 2017 12:01

    Liebe May,

    Danke für diesen wunderbaren Bericht, besonders dass, was Du über „die kleinen Dinge zu Hause“ geschrieben hast, berührt sehr. Während Ihr Richtung Dominica (Drehort für Pirates of the Caribbean) segelt, liegt bei uns im Süden schon der erste Schnee, und das erste Türchen am Adventskalender darf heute geöffnet werden. Üben Regina und Du schon Weihnachtslieder oder gibt es einen Ocean College Chor ? Ihr beide habt ja super Stimmen !

    Ganz liebe Grüsse aus dem verschneiten Deutschland

    Petra

    Antworten
  2. Bianka Hansen - 1. Dezember 2017 20:55

    Liebe May!
    Trotz all der Strategien das halbe Jahr ohne dich möglichst schnell vergehen zu lassen – von überzogener Mehrarbeit bis zum Entsagen von Weihnachten – überkommt uns Daheimgebliebene das Heimweh nach dir in manchen Momenten völlig unerwartet und mit eiskalter Hand. Du kennst es von der Sehnsucht nach Heddi.
    Kraft gibt uns das Bewusstsein, dass die Fahrt mit dem OceanCollege auf seinem Beipackzettel außergewöhnliche Nebenwirkungen für euch hat:

    Dinge zu sehen und erleben, die neue Betrachtungsmöglichkeiten bringen,

    Freundschaften für euer Leben, weil ihr sie in dieser Achterbahn der Gefühle schließt und alles miteinander erlebt und

    die absolute Sicherheit zu den glücklichen Menschen zu gehören, die Heimweh haben DÜRFEN , weil ihr liebende Menschen habt, die euer Heim bilden, wo auch immer ihr auf dieser Welt ihr seid. Ihr seid ein Teil eines Zuhauses.

    Am Ende schauen wir dann Mary Poppins mit der Gewissheit, dass sich der Wind am 14. April 2018 dreht und wir unsere kleine, immer sIngende und tanzende May aus Amsterdam wieder abholen.
    Und so werden wir alle diese Zeit durchhalten.

    Wir lieben dich und sind so wahnsinnig stolz auf dich,
    Mama und Papa

    Schlaf gut – träum gut – krieg gut Luft! Du schaffst das!

    Antworten

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