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Ein Tag voller Arbeit, Küchendienst und dem Theaterschiff

Autor: Tobias B.

Position: Kap Verden

(16 52,88N 24 59,74W)

Mal wieder begann mein Tag fast zwei Stunden vor Frühstücksbeginn. Heute hatten Hannah W. und Lotte Geburtstag, weshalb ich beim Brotbacken mit Matthias doch nicht nur zu zweit in der Messe am Backen war. Als dann der Küchendienst geweckt werden musste, ist Erlin aufgefallen, dass May heute immer noch krank ist und deshalb habe ich mich bereit erklärt, den Küchendienst für sie zu übernehmen; eine gewagte Entscheidung, wobei ich doch heute Waschtag, Duschtag, ein Berg Hausaufgaben und Tagesbericht zu erledigen hatte! Ich war ja schon bekannt dafür, immer die aufwendigsten und putzintensivsten Gerichte zu machen (Kaiserschmarn und Käsespätzle und das für 45 Personen) und als dann Finn und Lucas erfuhren, dass ich für May einspringen würde, sahen sie schon den Berg an Arbeit auf sich zukommen: Entsprechend beugte ich mich mal den Anderen und wir planten etwas Zeitsparenderes.

Als der leckere Apfelkuchen aufgeschnitten und die Glocke geläutet wurde, begann Martin auch schon mit den Geburtstagsständchen auf Deutsch und Holländisch. Als Überraschung kam heute die Crew vom benachbarten Theaterschiff herüber, um unser Schiff und den Bordalltag ein wenig kennenzulernen. Sie waren interessant angezogen und sahen teilweise wie Piraten aus. Wir futterten dann erstmal unsere Spaghetti Bolognese und gingen eine Runde baden. Den Zwei-Stunden-Abspül-Bonus für Finn, Lucas und mich gab es dann auch noch. Etwa gegen vier Uhr brachen die ersten zum Gegenbesuch auf das Theaterschiff Azart auf: Wir wurden auf dem blauen Schiff (www.azart.org) mit Musik und Tanz empfangen und durften dann jede Ecke und jeden Winkel betrachten. Das Interessanteste war, dass sie ihren Unterhalt für ihre Weltreise („Never come back again“) und das Schiff nur durch Theater beziehen: In jedem Hafen laden sie alle ein, ihrem Theaterstück beizuwohnen, solange sie etwas zu Essen oder ein wenig Geld spenden. Allerdings sage ich auch ganz ehrlich, dass mir dieser Lebensentwurf zu radikal wäre: „Wer sind die Verrückten? Wir hier auf dem Schiff, die sich verrückt anziehen und Theater spielend um die Welt fahren oder jemand, der 35 Jahre acht Stunden täglich ins Büro geht?“ Zurück an Bord fing ich dann an, Zwiebeln und Kartoffeln zu schälen, um die verlorene Zeit zum Abendessen machen einzuholen. Als Krönung wurde dann noch für morgen Nachmittag Landgang angekündigt und die Smartphones wurden für zwei Stunden für Musik und Akku aufladen herausgegeben. Noch den Tagesbericht schreiben und das Geschenk für Finn (Tafel Schokolade) vorbereiten und dann bis 00:00 warten, bis Finn in seinen Geburtstag hinein feiert. Aber nicht zu laut, das Schiff schläft ja schon.

Ich grüße Jonas und Johannes, die mich bis vor der Reise noch tatkräftig unterstützt haben.

Euer Tobias

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