Ocean College

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Ein Tag wie kein anderer.

Autorin: Wanda

Position: Atlantik

(16°4,24’N 50° 16,63W)

Heute wachte ich in der Messe auf. Ja, ihr habt richtig gehört, ich wachte nicht wie die meisten anderen Passagiere in einem Bett, sondern in der Messe auf. Es war fünf Uhr morgens, also hatte ich noch vier Stunden bis zum Unterricht Zeit. In dieser Zeit bearbeitete ich mit Freude meine Hausaufgaben und aß ein Brot mit Nutella. Um viertel vor acht weckte ich dann Inga und wir zogen zusammen los, um zu duschen. Aber nicht auf die gewöhnliche Art und Weise, wie es ein mancher von euch vielleicht von zuhause gewohnt sein mag, sondern ganz spartanisch mit einem Schlauch auf dem Mitteldeck. Als erstes mit Salzwasser, dann mit Süßwasser.

Danach hatte ich grade noch so Zeit mich umzuziehen, bevor ich in den Unterricht musste. Dieser war heute allerdings recht entspannt, denn wir hatten Deutsch und danach Geschichte. Da das Essen in unserem Schiffsalltag eine relativ große Rolle spielt, darf die Beschreibung dessen natürlich auch dieses Mal nicht fehlen. Heute gab es Nudeln mit Bolognese oder Gemüse für unsere Vegetarier.

Dann kam der Teil des Tages, der diesen Tag von den vielen anderen Tagen unterscheidet.

Meine Zimmernachbarin und gute Freundin hatte seit Samstag gesundheitliche Probleme (Detaillierte Informationen dazu für die Eltern der Teilnehmer im internen Bereich). Unsere Bordärztin kümmerte sich die ganze Zeit um sie. Trotzdem wurde nach der besten Möglichkeit für unsere Freundin gesucht und die war eindeutig eine Klinik an Land. Und das mitten auf dem Atlantik! Mit mitten meine ich auch wirklich GENAU in der Mitte. Zurück fahren war also keine Option. Und da setzt das heutige Erlebnis an: Die „Royal Clipper“, ein Fünfmaster mit deutlich mehr Knoten, als wir sie fahren können, befand  sich in nicht so weiter Entfernung. Da sich auf dem Meer jeder hilft, baten diese kurzerhand ihre Hilfe an, nachdem die Küstenwache von Martinique nach Rücksprache mit Martin einen Mayday-Relay abgesetzt hatte. So trafen sich heute gegen 15:30 Uhr zwei Segelschiffe mitten auf dem Atlantik. Da das andere Schiff deutlich schneller ist, nahmen sie unsere kleine Patientin und die Bordärztin mit, damit diese schneller an Land kommen. Die ganze Prozedur war für unsere Freundin sicherlich sehr anstrengend und wir sind alle sehr stolz auf sie und freuen uns, sie so bald wie möglich wieder zu sehen. Wir haben ihr auch eine Karte gebastelt und sie ihr mitgegeben.

Danach hatte ich Wache. Ganz normale Wache. An sich passierte dort nichts sonderlich Spannendes. Ich führte wie immer ein paar Gespräche mit Nico, Mona, Inga und Matthias.

Und nun sitze ich hier und mir fallen schon fast wieder die Augen zu, so müde bin ich.

Doch ich möchte nun noch nicht in unser Zimmer, denn erstens würde das bedeuten, ich müsste es aufräumen, nachdem die letzten Nacht nicht ich, sondern unsere Bordärztin in meinem Bett geschlafen hatte, und zweitens ist unsere Zimmergemeinschaft jetzt nicht mehr wirklich komplett, was mich ein wenig traurig macht. Doch natürlich bin ich auch froh, dass sie nun auf dem Weg ins Krankenhaus ist, wo sie noch besser als hier versorgt werden kann. Gerade in der Zeit, in der sie hier krank in ihrem Bett lag, merkte ich, was für eine tolle Familie wir doch schon geworden sind. Jeder tat sein Bestes, um zu helfen und alle nahmen viel Rücksicht wegen der Situation.

Ich bin echt guter Dinge, dass wir diese Reise zusammen gut meistern werden!

Ich würde übrigens gerne noch ein paar Grüße verteilen. Als erstes möchte ich Lou, Csi, Hännah, Merle, Marlen und Anna grüßen, Freunde die immer für mich da sind und ich echt vermisse. Dann noch meine Oma Rosi und natürlich Nele, ich freue mich schon super doll auf Hamburg. Und zum Schluss natürlich noch meine Eltern, denen ich viel zu verdanken habe, und die ich sehr lieb habe.

 

Eure Wanda

 

Bildquelle: Royal Clipper

2 comments

  1. christiane goerens - 7. Dezember 2017 13:12

    wünsche Deiner Kajüten-Kollegin gute u. schnelle Besserung !

    Antworten
  2. LisaK - 7. Dezember 2017 13:39

    Besonders der Teilnehmerin wünschen wir alles Gute und eine hoffentlich schnelle Genesung. Den Eltern von Herzen starke Nerven, wir sind bei Euch und drücken ganz feste die Daumen!!

    Liebe Grüße (Holger Vater von Lisa)

    Antworten

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