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Eine Seefrau hält nie Winterschlaf

Von: Elskarin Klarenbeek

Heute mal eine kurze digitale Flaschenpost vom Ende der Welt: Punta Arenas in Chile.

In Europa fängt jetzt langsam der Winter an… leider mit viel Regen und kurzen dunklen Tagen mit viel Sturm. Dann denkt man vielleicht, dass die Seeleute herrlich zu Hause auf dem Sofa unter ihrem Weihnachtsbaum liegen… Aber das stimmt ja alles nicht!!

Ein Seemann bzw. eine Seefrau hat nie Winterschlaf, denn auf den Weltmeeren ist man abhängig von den Zeitzonen und den den herrschenden Winden. Für unsere Reise bei OceanCollege wird das in etwa bedeuten, dass wir nicht vor November in die Karibik segeln werden, denn bis Oktober ist dort noch Sturmsaison.

 

Oder ein anderes Beispiel: In Europa herrscht der Winter von November bis März. Das heißt, dass die Sonne auf dem nördlichen Breitengrad am weitesten weg ist von der Erde. Aber gleichzeitig bedeutet das, dass die Sonne auf dem südlichsten Breitengrad am nächsten an der Erde und in der Antarktis entsprechend Sommer ist. Entsprechend sind hier jetzt die meisten Buchte und Fjorde eisfrei und für meine aktuelle Expedition gut befahrbar. Entsprechend muss ich jetzt wieder an die Arbeit machen: Wie schon gesagt, befinde ich mich gerade weit weg von zu Hause, in Punta Arenas in Chile. Wir werden jetzt die letzten Vorbereitungen am und im Schiff treffen: Segel reparieren, die Seekarten updaten, Proviant bunkern und in vier Tagen kommen dann unsere Gäste. Dann geht es auf einem wunderschönen Schiff durch die chilenische Inselwelt Richtung Kap Hoorn, um durch die Drake-Passage in Richtung Antarktis zu segeln.

 

Das ist eines der anspruchsvollsten Segelreviere der Welt, denn hier stoßen der Atlantische und der Pazifische Ozean aufeinander, außerdem kann es trotz der hier sommerlichen Jahreszeit vorkommen, dass Eisberge im Meer treiben. Entsprechend werden wir alle voll konzentriert sein müssen.

 

Eine der schönsten Seiten am Segeln ist es aber, dass auf dem Ozean kein Tag wie der andere ist und auch jede Reise einzigartig ist. Ich freue mich aber dennoch sehr auf unsere Reise in die Karibik, denn obwohl hier gerade Sommer ist, haben wir nicht mehr als 12° und aktuell auch Nebel. Ach ja, und der Sternenhimmel ist um 180° gedreht, was die Orientierung in der Nacht sehr ungewöhnlich macht.

 

Viele Grüße vom Ende der Welt, ich wünsche euch schöne Weihnachten und ein abenteuerliches 2016!

Eure Elskarin

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