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Atlantik

Gründung von OceanCollege aus der Sicht von Falco Aust Teil 3

Von: Falco Aust

 

Ende November 2014 war für Johan, Johannes und mich klar, dass es im Oktober 2015 nicht mit der ersten Reise losgehen wird. Wir hatten uns verrannt, hatten ambitionierte Ziele, die mit der Arbeitsweise einer deutschen Schule und dem deutschen Schulsystem nicht konform gingen. Wir hatten die zeitintensiven Abläufe in staatlichen Stellen schlichtweg unterschätzt. Die Prozesse in Schulen dauern sehr, sehr lange, da der Alltag dort den Hauptfokus einnimmt. Ein Projekt wie unseres braucht Zeit und viele Gespräche. Zeit, die die meisten Schulen aus Kapazitätsgründen nicht haben, auch wenn sie unser Projekt begeistert. Die Stimmung war niedergeschlagen, aber wir wussten in der Zwischenzeit damit umzugehen. Die Weihnachtstage brachten einen willkommenen Ausgleich zum Überdenken der Strategie.

In der Folge war uns klar, dass wir unseren Businessplan überarbeiten mussten. Mit der Akquise bis zum Sommer vor der Reise beschäftigt zu sein war keine Option, da das Schiff schon vorher angezahlt werden muss. Hier aber mit sechsstelligen Beträgen in Vorleistung zu gehen, ohne genügend Anmeldungen im Hintergrund, war und ist zu riskant. Es musste ein „On-Demand-Modell“ her. Erst alle Anmeldungen, dann die Buchung des Schiffes. So war der neue Plan. Die Eigentümer der Thalassa, Jacob und Arnold, waren damit einverstanden, länger auf unsere Rückmeldung zu warten, wenn denn nur eine ausreichende Anzahl an teilnehmenden Schülern vorhanden ist. So konnten wir uns wieder auf unsere Hauptaufgabe konzentrieren: die Schule!

Wir hatten insgesamt mit mehr als 10 Schulen, sowohl aus dem öffentlichen als auch dem privaten Sektor, Gespräche, in denen uns eines klar wurde: der Föderalismus führt zu Bürokratie, Bürokratie führt dazu, dass Projekte wie unseres nicht umgesetzt werden. Es gab so viele Hindernisse im Bereich Partnerschule, dass es fast schon zum Verzweifeln war. Konnten wir unser Ziel erreichen, einen nahtlosen Übergang für die Schüler zu gewährleisten, wenn sie unser Schiff wieder verlassen? Ja, wir konnten! Die Lösung: eine Privatschule und ein flexibles Bundesland in Bezug auf Bildung. Hier konnten wir schon im ersten Gespräch mit dem Gymnasium im Stift Neuzelle wunderbare Lösungen für unser Projekt und die damit einhergehenden Ideen finden. Doch mitten auf der Welle einer neuerliche Euphorie der nächste Schock: uns flatterte eine Unterlassungserklärung ins Haus! Angedrohte Strafe bei Nichtabgabe: 6.000 EUR!

Fortsetzung folgt…

 

 

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