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Jungs mit erhöhtem Testosteronspiegel, Wellengang und Segelreffen mit Komplikationen

Autor: Bastian
Position: Nordatlantik
(39° 55,46 N 23° 29,56 W)

Hallo zusammen,

seitdem wir keinen offiziellen Pflichtunterricht mehr haben, sind alle im Entspannt-Modus. So auch ich. Ich bin also heute um kurz vor 13:00 aufgestanden und habe mich, noch etwas verschlafen, nach oben begeben. Dort wurde ich von Finn mit den Worten: Morgen, du bist ungefähr der zehnte der bis jetzt aufgestanden ist, empfangen. Kurz danach klingelte es zum Mittagessen. Heute stand Chilli con Carne auf der Speisekarte. Zum Mittagessen waren dann auch einige mehr anwesend.

Nach dem Mittagessen beschloss ich, mich Ceasar und seinem berühmten Bellum Gallicum zu widmen und ein wenig Latein zu übersetzen. Gegen 16:00 Uhr wurde ich dann leider vom 16:00 Snack beim Übersetzen gestört und so sehr ich auch den Satz übersetzen wollte, hielt mich der gute Duft von Mandel-Honig-Kuchen davon ab. Der Kuchen hat übrigens sehr lecker geschmeckt und es gab sogar Sahne dazu! Von der Sahne gab es sogar so viel, dass man sich noch etwas nachnehmen konnte. Also machte ich mir eine Schüssel mit Schlagobers (als Halbbayer kann man das schon mal sagen), einigen restlichen Mandeln sowie den paar letzten Kuchenkrümeln und verspeiste dies gemeinsam mit dem Küchendienst und Lotte in der Küche. Nebenbei reichte ich auch noch Paula eine Portion durchs Fenster hoch. Nachdem die erste Portion aufgegessen war, machte ich mir noch eine und begab mich damit hoch aufs Achterdeck. Da uns hier allen ein wenig Bewegung fehlt und dadurch die meisten Jungs einen erhöhten Testosteronspiegel haben, rauften Karl und Win auf dem Achterdeck. Um die drei Musketiere komplett zu machen, habe ich mich, auf Kathrins Anweisung hin, auch noch draufgeschmissen. Nach der Wachübergabe um 17:00 Uhr, zu der ich mich auch noch draußen befand, mussten alle, die sich gerade an Deck befanden mitkommen, um die Segel zu reffen. Wir fingen damit an, den Schoner ein wenig herunterzulassen, damit unsere Crew mit Gurten gesichert auf den Baum des Segels klettern und die Segel reffen konnte. Beim Reffen wird der untere Teil der Segel am Baum festgemacht, damit bei stärkeren Windstärken (die wir erwarten) ein wenig Druck rausgenommen wird und so das Reißen zu verhindern.
Immer wieder überschwemmten Wellen das Deck, wir bekamen unfreiwillige Duschen, unsere Füße wurden nass und wir rutschten wie mit Schlittschuhen über die eisglatte Holzoberfläche. Plötzlich brach ein Nagel, was dazu führte, dass die Gaffel ausschlug und Jonas mitriss, der sich noch auf dem Segel befand. Er hing kurz über der Reling und wir konnten von Glück reden, dass er mit einem Gurt gesichert war und deshalb nur über Bord hing. Blitzschnell spurtete ich mit Win zu ihm und wir halfen Jonas, sich wieder an Bord zu hieven. Zeitgleich machte auch Chantal nähere Bekanntschaft mit dem Wasser, da sie das Ganze vom Achterdeck aus beobachtet hatte und dazu eilen wollte. Als sie die Treppe runter spurtete, wurde sie von einer Welle überspült. Da die Welle etwas größer war, kam sie klitschnass wieder heraus. Während sie reinging, um sich etwas Trockenes anzuziehen, begaben wir uns aufs Achterdeck, um das Gleiche nun auch mit dem Großsegel zu machen. Als wir damit fertig waren, begab ich mich rein, um meinen längst überfälligen Toilettengang zu tätigen und konnte sogar die frischgeputzte Herrentoilette benutzen. Danach beschloss ich, mich bis zum Abendessen hinzulegen. Nach dem Abendessen fing ich an, den heutigen Tagesbericht zu schreiben und eigentlich habe ich jetzt Wache, doch Otto, mein supercooler Deutschlehrer, hat mir freundlicherweise angeboten, solange zu übernehmen, bis ich fertig bin. Um meine Wache erfolgreich überstehen zu können, war ich auf dem Klo, als ich draußen auf dem Gang hörte wie jemand von seinem Erbrochenen befreit werde musste. Ein sehr gutes Feature dazu ist der Gestank von salzigem Verdauten, das aus Kidneybohnen, Mais, Tomatensoße und Ananas besteht, das aus den oberen Toiletten kommt. Probs an den Küchendienst heute. Das Chilli war zwar geil, aber im Nachhinein nicht die beste Idee.

Mit einem HupHup zu Leon gehe ich jetzt hoch in meine super tolle und angenehme Wache, während ich dabei an meine Familie in Meckenheim (kennt zwar kein Schwein, liegt aber doch in Deutschland) denke. Und auch liebe Grüße an Oma und Opa!

Euer Basti
Ft. Hannah

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