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Kubaausreise

Autor: Tobias B.
Position: Marina Hemingway, Kuba
(23°05,23N 82°29,99W)

Wenn ich den Tag ganz genau um 00:00 Uhr beginnen lasse, war ich gerade in meiner Hängematte und lag wach, da ich einer der viele Erkälteten bin und wegen des Hustens nicht schlafen konnte. So etwa verging die erste Stunde des frisch angebrochenen Tages bei mir. Nach guten sieben Stunden Schlaf, mit einem kurzen Umzug etwa gegen 06:00 Uhr in mein warmes Zimmer, erklang dann schon die Frühstücksglocke und, wie immer, wenn wir im Hafen sind, laute Musik (diesmal eine sehr gute Wahl von Leon, nämlich Rock mit Techno). Als ich gerade Nico bitten wollte, mir zu sagen, wann wir ablegen, kam plötzlich eine raue Darth Vader Stimme aus meinem Mund; mein Hals lag wohl nicht mehr unter meiner Bettdecke in der Nacht und nun war meine Stimme angeschlagen.

Zwei Brote später lag ich wieder auf meinem Bett und hoffte auf weiteren Schlaf, was jedoch durch Martins Ansage direkt wieder unterbrochen wurde: Der neue Kapitän, der extra eingeflogen ist, wurde vorgestellt und Martin verkündete, er bleibe hier wegen des gestohlenen Autos. Herzlich willkommen Sven an dieser Stelle! Die nächste Hürde, die meiner Freizeit im Wege stand, war das Emigrationsamt und die damit verbundene Durchsuchung. Es ging aber alles relativ schnell und sauber über die Bühne, sodass wir dann, nach erneutem Glockenläuten, ganz episch mit gesetzten Segeln aus dem Hafen glitten und den Kubanern nochmals winken konnten.

Schließlich stand auch schon das Mittagessen auf dem Plan und die Kartoffeln mit Krautsalat wurden fröhlich weggefuttert, obwohl die Seekrankheit nun doch an einigen schon zu nagen begann. Bis Kathrin mit ihrem Chemieunterricht loslegte, unterhielt ich mich noch mit Joe und döste noch ein wenig vor mich her. Diesmal war Stationsarbeit angesagt: es gab Arbeitsblätter mit allerlei Informationen über Erdöl, seine Risiken, Zusammensetzung und Bekämpfungsmaßnahmen bei Austritt. Zur Belohnung gab es als Snack nach dem Unterricht Karottenkuchen; dementsprechend sah die Messe auch danach so aus. Innerhalb der zwei Wochen auf Kuba hatte ich meine Hausaufgaben alle schon erledigt, und heute gab es keine, so dass ich ab 17:00 Uhr keinen Plan mehr hatte, was ich heute noch anstellen könnte, aber ich wollte nochmal unseren Offizier Wessel fragen, wie es denn mit Gitarrenunterricht aussehe. Und so verbrachte ich bis kurz vor dem Abendessen meine Zeit an Deck mit Mays Instrument. Spontan half ich dann nach einer Karottensuppe, die ich verzehrte, noch dem Küchendienst, indem ich bei „Take me to Russia“ und „Hold Strong“ ein wenig abtrocknete und mich über die schönen kommenden letzten 45 Tage unterhielt. Obwohl ich noch einen Tagesbericht zu schreiben hatte und um 01:00 Uhr des nächsten Tages Wache hatte, entschied ich mich, nochmals auf dem „Poopdeck“ zu üben und den Abend ausklingen zu lassen.

Ich möchte schönste Grüße an meine Klasse ausrichten: das sie mich ja nicht vergessen!
Außerdem viele Grüße an Mama, Papa und diesmal meine Oma aus Bach: ich werde dich so schnell wie möglich nach der Reise besuchen kommen und halt die Ohren steif, du bist die Beste! Zum Schluss noch ein paar Glückwünsche, die von Elena stammen:

Meine liebe Leili, ich wünsche dir herzlichst alles Gute zu deinem 16. Geburtstag. Ich war in Gedanken die ganze Zeit bei dir und hoffe du hast schön gefeiert. Hab keine Angst vor dem neuen Lebensjahr sondern sehe es optimistisch „Neues Jahr, neues Glück!“. Du fehlst mir sehr und wir feiern zusammen nach, sobald ich in ein paar Wochen wieder zurück bin! Fühl dich ganz fest gedrückt, deine Elli<3

Euer Tobias

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