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Leon fängt an, sich an Bord wohlzufühlen.

Autor: Leon

Position: Ärmelkanal

(50°08 N 00°56 W)

Dunkelheit schwappte durch den Flur und machte sich leise glucksend in den Köpfen der Schläfer breit.

Gegen 23:50 wurde ich von Thorben wachgeschüttelt, denn ich hatte Wache. Leicht benommen stieg ich aus dem Bett und zog mich an. Ich musste Ölzeug anziehen, da es seit gestern stark windete und es hohe Wellen gab, die sich unter dem stark ächzenden Bug brachen. Ich durfte heute so um die zwei Stunden steuern, was mir viel Spaß machte, aber der Wind sprühte immer wieder Gischt zu uns hoch, das führte dazu, dass das Steuerrad furchtbar klebte. Mir wurden auch ein paar Instrumente erklärt, deren kleine farbige Lichter den Kartenraum nur ungenügend zu erhellen vermochten. Der Rest des Schiffes ruhte in Finsternis. Um 02:55 war es dann soweit wir wurden endlich abgelöst. Erleichtert über das Eintreffen der B-Wache ging ich in meine Kabine, zog mein extrem nasses Ölzeug aus und schlief ein.

Um 8:33 wurde ich erneut von Thorben wachgerüttelt. Frühstück. Als ich in den Aufenthaltsraum kam war ich nicht sonderlich überrascht, dass ich bloß sieben Leute beim Frühstück vorfand. Die anderen schliefen lieber oder fühlten sich so schlecht, dass sie gar nichts essen wollten. Ich persönlich freute mich, da auf dem Tisch schon ein großes Glas Nutella auf mich wartete.

Um 12:00 hatte ich erneut Wache. May schlug mich für den Watchleader dieser Wache vor. Ich muss sagen, Watchleader sein macht Spaß. Ich schmiss mit Befehlen nur so um mich, alle Viertelstunde schickte ich Matthias in den Maschinenraum und verteilte Dienste wie den „Logbucheintrag“. Ich fand es schade, das wir nicht segeln konnten, da der Wind von vorne kam und so mussten wir unter dem lauten Motor fahren. May und Tobias verscheuchten derzeit die Langeweile mit Hiphop Musik und Tanz.

Von meinem Fenster im Kartenraum konnte ich genau auf den weiten Ozean schauen. Wenn man so viel Wasser um sich herum sieht, kommt man sich scheinbar unbedeutend vor. Um 15:30 gab es die erste Standpauke von Martin, in der er sich beschwerte, dass die Toiletten verstopft waren.

16:00 Ich habe mit den anderen Kartenspiele gespielt (war sehr lustig, vor allem wenn alle Witze erzählten).

19:00 HIGHLIGHT DES TAGES: es gibt Spareribs zum Abendessen und als Nachtisch Pfannkuchen

20:20 zweite Standpauke von Martin:

Martin erklärt uns erneut, wie der Wassermacher zu funktionieren hat und veranschaulicht wieder alles an einem worst-case Szenario. Obwohl heute alles ein wenig chaotisch anfing, verlief der Tag echt schön, ich fange langsam an, alle hier an Bord liebzugewinnen, auch wenn der Seegang immer noch dem ein oder anderen den Magen umdreht.

Euer Leon

1 comment

  1. Claudia - 18. Oktober 2017 19:31

    Ich liebe eure Blogeinträge!
    Klos verstopft??Zuviel unverdaute Nahrung reingereihert?Buhahahaha

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