Ocean College

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Liveband an Bord

Autor: Simon
Position: Providencia, Columbia
(13°224500N 081 22.5800W)

Ich bin heute aufgestanden und es schaukelte noch genauso wenig wie am Vortag. Ich vermisse es fast schon wieder ein bisschen, aber die anderen haben es glaube ich sehr genossen, da es für sie eine kurze Phase der Ruhe vor der Seekrankheit bedeutet;)

Am Vormittag hatte ich dann Unterricht, aber auch nur zwei von vier Stunden. Davor habe ich angefangen, die Entdeckung der Langsamkeit zu hören (unserer Deutschbuch), doch ich kam nicht so weit, da wir eine Schiffsdurchsuchung von der Küstenwache bzw. der heimischen Polizei hatten und alle an Deck mussten. Da standen wir dann wie die Ölgötzen und warteten, während unsere Zimmer durchsucht wurden. Natürlich war die Durchsuchung ohne Erfolg und da wir nicht wussten was und wohin mit unserer Zeit, fingen einige an sich zu überlegen, wo wohl nicht gesucht wird und wo wohl die potenziell besten Verstecke an Bord sein könnten.
Jetzt gerade habe ich was gegessen und sitze nun draußen und lausche der Musik, die wir an Bord von einer Band haben, aber zurück zum geordneten Tagesablauf: Es gibt auf einem doch so großem Schiff einige gute Verstecke, an denen nicht gesucht wurde. Von unseren Überlegungen haben wir den Beamten natürlich nichts erzählt. Die Durchsuchung war dann allerdings auch irgendwie nicht so gründlich, vielleicht sollten wir der Küstenwache wirklich mal Nachhilfe geben. Kurz danach hatte ich Chemie und lernte in zwei Stunden eine ganze Menge über Erdöl und organische und anorganische Stoffe. Interessant! Direkt im Anschluss arbeitete ich wieder an meinen Bildern (Fotos) von den letzten Monaten, es sind noch viele, aber nicht mehr so viele, als dass ich es heute nicht mehr zu Ende bekommen habe. Uffffffffff! Zwischendrin gab es Mittagessen und ich war fast zu spät. So gab es für mich heute nur eine Portion. Danach hatten wir die Möglichkeit, an Land zu gehen, bzw. zu fahren. Wir ankerten ja vor Providenzia. Ich entschied mich dafür, an Bord zu bleiben, genoss die Stille und vollendete die Bilder. Die anderen erzählten, dass Providenzia sehr schön, aber auch sehr klein und ohne Wifi ist.
Jetzt bin ich fast wieder bei der Gegenwart angekommen. Ich sitze also hier und höre Musik von einer Liveband, die Martin von der Insel mitgebracht hat. Es handelt sich bei der Band um eine Band, die nichts für Vegetarier ist, da das Schlagzeug durch einen Pferdekiefer ersetzt wurde. Der Bass ist eine Zinkwanne, der mit Hilfe eines robusten Bandes, welches unter Spannung steht, Basslaute hervorbringt. Zwei andere Bandmitglieder spielen “stinknormale“ Gitarren. Die Band war wirklich richtig gut. Ach ja, der Gesang war auch ganz konventionell. Mit den Füßen singen ging dann doch nicht;)

Eure Simon

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