Ocean College

From the Blog

Mango Kommunismus

Autorin: Mona

Position: Marina Hemmingway, Kuba

(23° 05,33N 82°30,07W)

Auserkoren zum Brotbacken schleppte ich mich heute Morgen verschlafen vor allen anderen hoch in die Messe, wo Chantal und Nico bereits mit der Rührmaschine beschäftigt waren. Während wir die 12 wohlgeformten Brotleiber aufgehen ließen, beseitigten wir die Spuren unseres Brotmassakers und aßen anschließend unsere morgendliche Ration leeres Brot (variabel mit Margarine).

Grund dafür ist eine im Nachhinein geringfügig intelligente Wette, bei der Nico und ich ausgemacht haben, uns die gesamte Fastenzeit durch vegan und ohne zusätzlichen Zucker zu ernähren. Sollte ich den Eid brechen, droht mir Nicos aktueller Haarschnitt, wird Nico schwach, folgt er dem Trend und wird glatt geschoren. Dementsprechend fielen für uns jegliche Aufschnitte und Aufstriche, u.a. Marmelade, (zu viel Zucker) leider aus.

Nachdem ich die Brote in den Ofen geschoben hatte, unterhielt ich mich auf dem Achterdeck mit Finn, dabei habe ich wohl ein wenig die Zeit vergessen… naja, die Brote waren drei Mal so lange im Ofen wie sie hätten sein sollen und hatten eine überraschend tiefschwarze Färbung. Nach dem veganen Mittagessen hatten wir im Nachmittagsblock Unterricht, der von einer einstündigen Diskussion über zwei Mangos unterbrochen wurde.

Da Nico und ich seit über einer Woche keinen 16 Uhr Snack hatten, wollte Tobi uns den Gefallen tun und uns aus den letzten zwei Mangos ein Eis machen. Einige Mädels fühlten sich dadurch jedoch stark benachteiligt, da doch alle gleich viele Mangos kriegen sollen, der Mango-Kommunismus war geboren. Das Thema erweiterte sich schließlich auf den „enormen“ Extragemüse- und Obstverbrauch der Veganer (in einer Woche haben wir sechs Tomaten, eine halbe Zwiebel und einen Apfel verbraucht) und letztendlich auf die gesamte Essensplanung an Bord. Das Ganze artete zu wildem Gebrüll aus und mündete in einer kleinen Wasserschlacht in der Küche.

Der weitere Verlauf des Nachmittags lässt sich mit Missbrauch der Piek und Klaufall recht gut beschreiben, genauer wollen wir auf die Vorfälle nicht eingehen. Jedoch verkünde ich hiermit mit Bedauern, dass Win und Karl an diesem Nachmittag ihre Zeugungsfähigkeit durch die Pikfall verloren haben. Nach einem imaginären Fechtkampf auf der Gaffel sind  die Jungs im Anschluss Fußballspielen gegangen, ich hingegen habe mich mit Lisa auf die Suche nach den Hafenduschen begeben. Man könnte durchaus sagen, dass wir unser Ziel gefunden habe… mehr noch… der Moment, wenn du duschen willst und erstmal Deinem nur mit einem Handtuch bekleideten Deutschlehrer begegnest. Das sind Erfahrungen, die Sie nur bei Ocean College sammeln. Das Abendessen – Brot – war wortwörtlich schnell gegessen.

Ach ja, heute ist übrigens Natija angekommen, unsere externe Expertin für Kommunikation und Marketing. Jetzt sitze ich mit einem Haufen schräger Vögel in der Messe bei lauter Musik, wobei Finn Simon übers ganze Deck jagt und Tobias mich, inklusive Projektrechner mit Pizzateig vollspritzt. Für heute Abend ist noch eine Runde DSA geplant – ein Spiel bei dem sich alle einen festen Charakter erstellen und gemeinsam ein erzähltes Abenteuer erleben und auf Ereignisse würfeln. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich mir eine kampfunfähige Ritterin erstellt habe, deren Charakter v.a. von Jähzorn, Rachsucht und Eigensinnigkeit bestimmt wird. Unsere Truppe setzt sich außerdem durch einen gesuchten Soldaten, einen arroganten Elfen, einem dummen fetten Zwerg, einem Frauenhelden/Magier, einem Einbrecher, der sich vorzugsweise an Diebesgut wie ganzen Häusern und Frauen versucht, einer hübsche Bardin, einem tierlieben Waldläufer und einem Arzt namens Schnüff zusammen. Mal sehen, was daraus wird.

 

Liebe Grüße, eure Mona

 

 

 

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