Ocean College

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Mein letzter Tagesbericht

Autorin: Tobias B.
Position: Nordatlantik
(41°51,8‘ N 17°07,0‘ W)

Ganz nach der seit 24 Stunden eingeführten Tradition des mitternächtlichen Partyfeierns, befand ich mich um 00:00 Uhr in meinem Zimmer mit Mona und Nico. Wir lagen in unseren Betten, beschallten den Raum mit bestens ausgewählter Musik, wie zum Beispiel „Space cats“, einem eine Minute langen Lied aus Katzengeräuschen (perfekt für diese Stimmung!) und klopften und tanzten dazu, soweit wir das im Liegen tun konnten. Anschließend diskutierten wir noch über ein außergewöhnliches Gesprächsthema: Albträume und was sie bedeuten könnten. Als uns die guten Lieder ausgingen, nahm uns der Schlaf mit in seine Welt, außer mich, der noch eine Dokumentation über das kürzlich befahrene Bermudadreieck und seine Gefahren anschaut. Mittlerweile hat sich auch Finn schlafengelegt und so versinke ich in meine Träume. Es war inzwischen in etwa gegen 02:00 Uhr morgens.

Mein Plan, heute mal nicht das Frühstück zu verpassen und noch eine zusätzliche Stunde Referat vorzubereiten, ging nicht ganz auf, als der Wecker mich mit seiner Apple-Alarmsirene um, warte, so in etwa 08:30, weckte. Nein! Volle acht Stunden Schlaf, bis mich Elena zum D&D-Spielen (eine kleine Beschreibung befindet sich unten) wachrüttelte. In den zwei Stunden Pen and Paper Roleplay Game erkunden wir die neue Stadt, zu der wir seit der letzten Runde gewandert sind und lernten zwei neue Wirte kennen, die mal wieder, wie in jedem Teil von Ottos Geschichte, etwas seltsam wirkten und garantiert neue Fragen aufwerfen werden.

Schließlich wurde es Zeit, zur Wache zu gehen. Auf dem Hinweg direkt bei der Küche das Essen nicht vergessen (die Wache bekommt es als erstes, weil sie meistens noch beschäftigt ist und sich nicht in der Schlange einreihen kann)! Schnell vergingen vier Stunden, mitunter beim Toilettenputzen, Spaghetti mit Tomaten-Rühreisoße genießen, Musik hören, und so weiter. Bis zum Abendessen schlummerte ich noch für weitere zwei Stunden vor mich hin. Danke an denjenigen, der auf die Idee mit dem „Kein Unterricht und Hausaufgaben mehr, ihr dürft ausschlafen!“ gekommen ist. Nach einer frischen Dusche, die leider nur alle vier Tage erlaubt ist, und ein paar belegte Brote später, saß ich plötzlich in einem Schüler-Lehrer Kreis, der „Wer bin ich?“ spielte (jeder klebt einem anderen einen Zettel mit dem Namen einer berühmten Persönlichkeit auf die Stirn und reihum darf man solange Ja-Nein-Fragen stellen, bis eine Frage mit Nein beantwortet wird. Ziel ist es, seine Person herauszufinden) und ausgerechnet ich bekam Prinzessin Lillifee auf die Stirn. Nach dem Motto „erst der Spaß, dann die Arbeit“ setzte ich mich nun an mein Referat über Phytoplankton, das nun schon seit Tagen meine Freizeit auffrisst, um ein wenig mehr zu verstehen, warum Kohlenstoffdioxid so gut im Wasser löslich ist. Gegen 23:00 Uhr, nachdem meine Freunde zudem noch „Stadt, Land, Fluss“ mit mir gespielt haben, ging der Abend langsam dem Ende zu. Aber warte! Tradition muss sein: Die abendliche Musikparty ging wieder los und diesmal trat uns noch Elena bei. So verlief es bis zu dem Ende, bis zu dem jetzigen Punkt, an dem ich meinen letzten Bericht schreiben darf, schade!

Hier ist jetzt die Beschreibung von D&D (Dungeons and dragons):
Es ist ein Rollenspiel, das ähnlich wie ein Abenteuerspiel am Computer abläuft, also man ist in einer Welt gelandet (in diesem Fall wird sie vom „Gamemaster“ erfunden und beschrieben) und muss Entscheidungen machen, was genau der Charakter in dieser Welt tun soll. Es gilt Kämpfe zu bestreiten, Alltagssituationen zu meistern und Rätsel zu lösen. Anstatt, dass alles elektronisch abläuft, stellt sich jeder diese Welt und alle Geschehnisse im eigenen Kopf vor. Jeder stellt sich am Anfang einen Charakter mit bestimmten Statistiken zusammen und spielt ihn so real wie möglich (ich spiele zurzeit einen Zwerg, der zwar stark, aber auch dick, dumm und uncharmant ist). Das Ziel des Spiels kann die Gruppe selbst bestimmen (bei uns besteht die Auswahl zum Beispiel daraus den Grabplünderer zu finden und deren Gründe, oder den weißen König zu stürzen).
Es ist wirklich empfehlenswert und eine der besten Alternativen für Computerspiele, wenn man trotzdem nicht auf epische Abenteuer und Spaß ohne Ende verzichten möchte!

Ich möchte jeden grüßen, der diesen Tagesbericht liest und vor allem meine Familie und Freunde, die mich bald eh wieder sehen werden. Ich bin gleich da!!

Euer Tobias B.

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