Ocean College

From the Blog

Neujahr

Autor: Nico

Position: 9°33,4 N 79° 39,7 W

Ort: Portobello

 

„10…9…8…7…6…5…4…3…2…1…”

Der Countdown und 2018 hatte damit offiziell begonnen.

Direkt im Anschluss ertönten dann auch schon die Geburtstaglieder für unser heutiges Geburtstagskind Leon, der heute 17 geworden ist. Danach wurden Hände geschüttelt, Umarmungen verteilt und noch mal jedem einzeln ein neues Jahr bzw. einen schönen Geburtstag gewünscht. Nachdem das erledigt war, habe ich mich meinem Sektglas gewidmet, was jedoch schon sehr schnell weg war. Das lag auch daran, dass ich mit Wanda und Win geext habe, ganz unter dem Spruch „Ex oder sieben Jahre schlechten Sex“. Enttäuscht über das leere Glas, dachte ich mir, man muss manchmal sein eigenes Schicksal in die Hand nehmen und zusammen mit Win bin ich dann auf Almosen-Fahrt gegangen. Der erbettelte Alkohol wurde dann zwischen uns beiden brüderlich geteilt. Doch elf Sektflaschen für mehr als 40 Leute waren dann doch recht schnell leer und wie Johan selbst meinte, es hätte ruhig etwas mehr sein können. Zudem hat er versprochen, dass wir einen Tag vor der Ankunft in Amsterdam nochmal eine Feier mit etwas Alkohol machen können. Außerdem war er von meinem Vorschlag, dass wir mal selber Cocktails machen, wo ich dann der Barkeeper bin, sehr angetan. Wir werden sehen.

Langsam entstanden dann kleiner Gruppen, die sich auf dem Strand verteilten. Neue Vorsätze wurden ausgetauscht und Geschichten, die man in 2017 erlebt hat, erzählt.

Um ca. 02:00 Uhr waren dann viele schon im Bett und es sammelten sich die noch wachen Schüler vor dem Lagerfeuer. Hierbei liegt die Betonung auf Schüler, die Lehrer hatten sich alle schon bereits zurückgezogen, vermutlich, um ihren Rausch von einem Glas Sekt auszuschlafen. Hierbei möchte ich anmerken, dass die Lehrer zu keinem Zeitpunkt gezwungen wurden, ein ganzes Sektglas zu trinken. Höflich wie ich bin, hatte ich mich bereit erklärt gehabt, es für sie zu trinken.

Am Lagerfeuer ertönte wieder Musik auf den Wunsch vieler Jungs. Es war nämlich wieder unser Tag in der Woche. Wer damit nichts anzufangen weiß, hier noch mal kurz eine Zusammenfassung: Im komplett abgedunkelten Flur zu den Kammern auf der Regina Maris wurde abends oft von den Jungs zu Party-Musik getanzt. Dazu blinkte immer eine Rotlichtlampe und es wurde möglichst viel Lärm erzeugt. Johan meinte ziemlich schnell, dass das so nicht weitergeht und man hatte sich auf einen Abend pro Woche geeinigt.

Für Leon lag es glücklicherweise genau auf seinem Geburtstag. Zu dem altbekannten Lied „Take me to Russia“ wurde dann dieses Mal auf dem Strand von einer unbewohnten San-Blas Insel getanzt, anstatt wie es gewöhnt war auf dem Schiff. Aber ohne Musik-Box und weil man zum Bedauern vieler Jungs auf dem Sand nicht so viel Lärm machen kann wie im engen Flur, ging unser Tanzabend sehr schnell wieder unter. Nicht jedoch für Leon! Dieser tanzte unermüdlich und man hatte oft das Gefühl, er würde jeden Moment ins Feuer fallen. Er selbst meinte noch: „Sekt zu trinken, wenn man davor eine Ibuprophen-Tablette (800mg) genommen hat, ist nicht die schlaueste Idee“. Dann wurde es doch mal Zeit schlafen zu gehen und Matthias und ich machten uns auf den Weg in unser mit einer Plane überspanntes Schlafnest. Wegen so manchen Regenschauern und, man glaubt es kaum, der Kälte die man hat, wenn man feucht, in kurzer Hose und in T-Shirt ist, habe ich nicht wirklich gut geschlafen. Mitten in der Nacht habe ich mir dann ein Handtuch um die Füße gewickelt und meine Jogging-Hose über meine Arme gestülpt. Es hat nicht sehr viel genützt. Und deswegen bin ich auch nochmal für kurz Zeit ans Feuer gegangen, dass Dank mehrmaligem Holzholen und Holzauflegen von ein paar Leuten noch brannte. Dort leistete ich Thorben, der auch nicht schlafen konnte, Gesellschaft.

Am folgenden Morgen war ich als einer der ersten wieder am Strand und da waren schon die ersten dabei, ihr Zeug zusammen zu packen. Letzten Endes hatte ich dann doch noch Zwei Stunden Schlaf bekommen. Langsam kam dann wieder Leben in unser Camp und die meisten beeilten sich, um möglichst schnell wieder an Bord zu kommen. Nach und nach wurden dann einzelne Gruppen wieder zum Schiff zurückgefahren. Als ich mich bereit machte, mit der letzten Fuhre zurückzufahren, betrachtete ich noch einmal den leeren Strand und lasse zufrieden die letzte Nacht nochmal passieren.

Zurück an Deck herrschte schon recht viel Betrieb. Sachen wurden zusammengesucht, Sand entfernt und gesäubert und überall auf dem Deck zum Trocknen aufgehängt. Ich wollte mich gerade, wie die meisten, schlafen legen, als mir erzählt wurde, ich dürfte jetzt Brot machen. Wiederwillig mache ich mich mit Lucas an die Arbeit und als wir nach einer Stunde fast fertig waren und Hoffnung auf Schlaf in Aussicht war, gab es eine Ansage von Sietse. Da wir beim Saubermachen sehr viel Sand verteilt hatten, mussten wir nun das Deck, welches gestern erst sauber gemacht wurde, die Planen und der Grill geputzt werden. Außerdem gab es ein Schlafverbot, bis alles sauber war. Die Blicke der Einzelnen sagten aus, was sie dachten. 33 Schüler die fassungslos, total unmotiviert wie Tote reinschauten und den Sinn des Lebens nicht mehr verstanden. Kurz darauf wurde sich trotz Nörgeln an die Arbeit gemacht. Ich säuberte noch eben die Brotmaschine und daraufhin suchte ich mir mein Zeug, welches bereits trocken war, zusammen. Im Anschluss bekamen meine Kakteen, die zudem als Tisch-Deko dienen, eine kurze Pflege, damit sie auch ja schön lange überleben. Zusammen mit ein paar gesammelten Muscheln von mir geben sie eine sehr schöne und passende Tisch-Deko für diese Regionen ab.

Nachdem alle dann fertig waren, konnte ich dann endlich etwas Schlaf nachholen. Vier Stunden später wache ich auf und finde zu meinem Glück noch etwas von Leons-Geburtstagskuchen in der Küche übrig stehen. Während ich geschlafen hatte, wurde die Segel hochgezogen und danach alle Vor-Segel wieder runtergenommen. Jetzt haben wir bereits vor Portobello Anker gelegt und es wurde noch einmal für Leon gesungen und ihm sein Geschenk überreicht.

Seine Oma hatte ihm einen Sauerbraten, Rotkohl und Spätzle für eine Person geschenkt, worüber dieser sich sehr gefreut hatte. Und da Hannah morgen Abend zu uns stoßen wird, war die Stimmung aller noch etwas besser und wir freuen uns drauf, sie in Empfang zu nehmen. Eigentlich wollte ich heute noch Sport machen, aber das wurde doch auf morgen verschoben. Auf eine weitere Nacht mit wenig Schlaf, da ich heute Ankerwache von 05:00-06:00 Uhr habe und morgen um 07:00 Uhr Sport beginnt. Mein Personal-Crossfit-Trainer Falko fand das eine gute Zeit, da man dann auch noch Zeit hat, vor dem Frühstück baden zu gehen.

Zum Schluss möchte ich meiner Oma Alles Gute nachträglich zum Geburtstag wünschen. Außerdem hoffe ich, ihr hattet alle einen guten Rutsch ins neue Jahr und eine schöne Silvesterparty.

 

Euer Nicolas

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: