Ocean College

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Ocean College untersucht den Atlantik auf Mikroplastik

Neben der Vermittlung der schulischen Inhalte mit einem stärkeren Fokus auf Praxis und Kontext werden an Bord bei Ocean College zusätzlich Spezialthemen behandelt. Eines hiervon ist das Thema Mikroplastik, das während der ersten Etappe von dem Mikrobiologen Rüdiger Stöhr unterrichtet wurde. Im Folgenden beschreibt Rüdiger Stöhr den Hintergrund und die Durchführung des Projektes Mikroplastik.

Die weltweite Verschmutzung unseres Planeten mit Kunststoffabfällen ist ein großes Thema, für das dringend Lösungsansätze entwickelt und umgesetzt werden müssen. Im Rahmen des Ocean College Projektes an Bord der Regina Maris geht es darum, die Schüler für dieses Thema zu sensibilisieren. Durch die Teilnahme an dem Mikroplastik Projekt des Umwelt Vereines One Earth – One Ocean bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten, mit dem Umweltdaten gewonnen und dann in einer öffentlichen Datenbank dargestellt werden. An dem Beispiel dieser Mikroplastik Untersuchung werden strukturierte und wissenschaftliche Arbeitsweisen herausgearbeitet.

In diesem Projekt werden regelmäßig Wasserproben während der Reise genommen und auf ihren Mikroplastik Gehalt hin untersucht. Die Schüler machten sich mit dem Arbeitsablauf der Probennahme, der Probenaufarbeitung und der Untersuchungsmethode vertraut. Ziel ist es, das die Schüler ab Teneriffa die Probennahmen weiterhin gewissenhaft weiterführen. Zusätzlich können interessierte Gruppen eigene Fragestellungen entwickeln und im weiteren Verlauf der Reise untersuchen.

Die in Wachen eingeteilten Schüler haben einen Lehrplan bekommen, dem folgend sie neben Ihren Pflichten an Bord und ihrem Unterricht auch in das Projekt der Mikroplastik Untersuchung des Vereines One Earth – One Ocean eingebunden werden. In diesem Projekt wurden die Schüler einer Wache jeweils für zwei Stunden alle zwei Tage unterrichtet.

In dem ersten Teil der Reise von Amsterdam bis zum Zwischenstopp in Vigo, Nordspanien, wurden die Schüler in den Ablauf der zur Mikroplastik Analyse notwendigen Schritte eingeführt. Von der beinhalten die Probennahme, das Aussieben des partikulären Materials mittels eines Feinsiebes, das Auswaschen und Übertragens der Partikel auf einen Glasfaserfilter. Diese Glasfaserfilter wurden mit einem Binokular untersucht. Partikel, die im Verdacht standen, aus Kunststoffen aufgebaut zu sein, wurden auf das Fourier-Transformation-Infra-Rot (FTIR) –Spektrometer übertragen. Mit diesem Gerät konnte Mikroplastik in fast allen untersuchten Proben identifiziert werden.

  

Nach dem Zwischenstopp in Vigo lag der Schwerpunkt auf der Methodik wissenschaftlichen Arbeitens. Dabei wurde mit der Vorlage aus dem Lernbuch „How to write a protocol“ ein eigenes Versuchsprotokoll für die Durchführung der Probennahme erarbeitet. Dieses Protokoll dient als Vorlage für die weiteren Probennahmen und wurde als Vorbereitung für die weitere Fahrt mehrfach praktisch durchgeführt.

Die Erarbeitung von Ergebnissen durch die Auswertung einer Datenbank wurde am Beispiel des Datensatzes der Mikroplastik Pollution Map eingeführt. Als Vorlage diente der erste One Earth – One Ocean Zwischenbericht der Mikroplastik Messungen aus dem Jahr 2016.

Weiterhin können die Schüler sich auf freiwilliger Basis Themen aussuchen und auch eigene Fragestellungen entwickeln, für die dann im Laufe der Fahrt Proben genommen werden. Anreiz für ein weiteres Engagement gibt vielleicht auch eine Strandreinigung, die durch das Ocean College organisiert wird.

 

 

Wir danken Rüdiger Stöhr und One Earth – One Ocean für den tollen Unterricht mit unseren Schülern. Wir werden eine Fortführung des Projektes definitiv vorantreiben. Die Deutsche Welle findet das Mikroplastik Projekt ebenfalls sehr spannend und wird hierüber berichten.

Für Rückfragen oder weitergehende Auskünfte zum Thema Mikroplastik oder dem Verein OEOO steht Rüdiger Stöhr gern zur Verfügung!

Rüdiger Stöhr | Rüdiger@OneEarth-OneOcean.de | www.oneearth-oneocean.com

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