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Kaffee

Berlin School of Coffee und OceanCollege

Von: Johan Kegler

Ganz am Anfang war die Idee, bei OceanCollege ein Handelsprojekt zu integrieren. In einer Welt, in der Waren zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar sind, wollen wir sowohl uns selbst und den Schülern deutlich machen, was für eine Arbeit hinter alltäglichen Dingen wie einer Tasse Kaffee steht. Wir entschieden uns für Kaffee, weil dieses Produkt wirklich jeder kennt (jede Sekunde werden in Deutschland 2300 Tassen Kaffee getrunken) und Kaffee natürlich in Mittelamerika vielfach angebaut wird. Wir fragten uns durch einige Röstereien in Berlin und wurden schnell an eine wirkliche Topadresse verwiesen, die Berlin School of Coffee. Sozusagen das Harvard des Kaffees. Hier lernte ich dann Ende 2015 Joachim Kühne kennen, der mich geduldig in die Welt des Kaffees einführte. Und wie immer, wenn man wirklich mal in eine Materie einsteigt, ist man über die Vielfalt und Komplexität der Thematik erstaunt. Kaffee ist eben nicht einfach nur ein Getränk. Verschiedene Sorten und Herkunftsländer sind für jedermann ersichtlich, aber die Qualität eines Kaffees ist dann eben doch noch viel mehr. Erntezeit, Boden, klimatische Verhältnisse, Lagerung, Trocknung, Verarbeitung und Röstung bilden eine Reihe von Variablen, die vielfältigste Geschmacksmöglichkeiten hervorbringen können. Im übrigen ist Kaffee nach Öl der am meisten gehandelte Rohstoff der Welt und das ist natürlich bemerkenswert, da es sich nicht wirklich um einen lebensnotwendigen Rohstoff handelt. Joachim machte mir dann aber auch schnell deutlich, dass es für ein Kaffeeprojekt bei OceanCollege tatsächlich Potential gibt. Denn in Deutschland wächst die Zahl der Röstereien und Cafes kontinuierlich und damit auch das Bewusstsein für guten Kaffee. Sehr zu empfehlen ist der Kurzfilm „Wie gut ist unser Kaffee“

Das Logo der Berlin School of Coffee

Hier wird nochmals deutlich, was mir auch schon Joachim während unserer Kaffeesession in der Berlin School of Coffee erklärte: Der handelsübliche Kaffee ist eigentlich schlechte Ware und wird in den Anbauländern auch verächtlich als „German shit“ bezeichnet, weil so etwas nur in Deutschland tatsächlich noch getrunken wird. Guter Kaffee, der auch fair produziert wird, muss pro Kilogramm ca. 10,- EUR kosten, sonst zahlt den Preis jemand anderes. Wie bei den Kaffees in den Discountern, die bei einem Preis von ca. 3,- pro 500g und einer hohen Kaffeesteuer einfach nicht fair zu uns gekommen sein können. Wir haben unser Kaffeeprojekt jetzt in groben Zügen projektiert und sind jetzt schon in den Details: Wie wird der Kaffee auf dem Schiff gelagert, wie kann der Vertrieb und das Marketing aussehen und wie gestalten wir die Zusammenarbeit mit der Kaffeefarm vor Ort konkret?

Wir freuen uns, wenn wir mit der Berlin School of Coffee am Ende einen winzigen Teil des weltweiten Kaffees in einer nachhaltigen und fairen Weise mitgestaltet haben werden. Wir streben langfristige und faire Handelsbeziehungen in Mittelamerika an und unser Kaffee wird wohl der einzige im Handel sein, der nach Europa gesegelt ist.

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