OceanCollege

Forschungsprojekt zu Naturrisiken und globaler Wandel

Teil 1 – Klimawandel und Naturrisiken

Die Welt in der wir Leben unterliegt ständigen Wandel. Ein sich veränderndes Klima, Bevölkerungswachstum und Verstädterung stellen zentrale Herausforderungen für zukünftige Generationen dar. Naturgefahren wie Stürme, Starkregen und Hochwasser oder der Anstieg des Meerspiegels machen es in vielen Regionen schon heute erforderlich sich an diese veränderten Bedingungen anzupassen. Die Wissenschaft liefert dabei wichtige Grundlagen und Prognosen über die Auswirkungen des globalen Wandels und zeigt Lösungsvorschläge auf.

Beim Forschungsprojekt „Klimawandel und Naturrisiken“ soll es darum gehen den SchülerInnen von OceanCollege einen unmittelbaren Einblick in die geowissenschaftliche Forschung zu geben. Mit direkten Bezügen zum Physik-, Mathematik- und Geographieunterricht sollen abstrakte Themen wie der globale Klimawandel und dessen Auswirkungen auf unser Leben greifbar gemacht werden. Bei einer Befragungskampagne von Hochwasser-Opfern während einer der Landaufenthalte nehmen die Jugendlichen nicht nur forschungsrelevante Daten auf, sondern lernen so auch aus erster Hand welche Auswirkungen Phänomene wie Verstädterung und sich verändernde Wetterlagen schon heute für viele Menschen auf der Erde haben. Die von den SchülerInnen digital erhobenen Daten werden gemeinsam analysiert und anschließend in einer Datenbank der wissenschaftlichen Community zur Verfügung gestellt. Sie bilden damit eine wichtige Grundlage für wissenschaftliche Modelle zur Quantifizierung von zukünftigen Naturkatastrophen.

Teil 2 – Mikroplastik Analyse im Ozean

Kunststoffe begleiten uns fast überall. Ihre Haltbarkeit und Stabilitätseigenschaften werden für sehr viele Produkte sehr geschätzt. Allerdings gelangen dadurch auch Kunststoffe in zunehmenden Maßen in den Abfall und damit, scheinbar zwangsläufig, auch ins Meer. Schätzungen gehen von 170 Mio. Tonnen an bereits eingetragenem Kunststoffmüll im Meer aus, mit einer jährlichen Zunahme von 6-10 Mio. Tonnen. In der maritimen Umwelt zeigt der eingebrachte Kunststoff drastische Auswirkungen. Diese lassen sich bei Vögeln und Fischen in dramatischer Weise beobachten, wobei sich Tiere an Kunststoffnetzen bzw. Leinen strangulieren oder auch mit Kunststoff gefüllten Mägen verhungern. Zudem werden Kunststoffe durch die UV Bestrahlung der Sonne und durch mechanische Kräfte weiter zerkleinert. Es entsteht Mikroplastik (Partikelgröße unter 5 mm). Besonders diese Form von Plastik, an der sich viele Giftstoffe konzentrieren, ist zurzeit in der öffentlichen wie auch wissenschaftlichen Diskussion.

In dem Kooperationsprojekt “Naturrisiken und  globaler Wandel” wird Schülern des OceanCollege die Möglichkeit gegeben, an einem Forschungsprojekt des Vereins One Earth – One Ocean (OEOO) teilzunehmen und sich in einer neuen Dimension mit der Kunststoffproblematik auseinanderzusetzen. Die Basis dafür ist, dass OEOO aktuell eine öffentlich zugängliche Internetplatt-form vorbereitet, auf der die Mikroplastikkonzentrationen im Meer auf einer Weltkarte dargestellt werden. Die Daten dazu werden von Mitarbeitern des Vereins in Zusammenarbeit mit Partnern (Oldenburg-Portugiesischen Dampfschiffs Reederei (OPDR), OceanCollege)  erhoben. Die Kooperation mit OceanCollege bietet dazu eine Vielfalt von  Möglichkeiten:

Junge Menschen des OceanCollege werden direkt in die wissenschaftliche Arbeit des Mikroplastik- Projektes eingebunden. Die Schüler nehmen selbst Wasserproben, bereiten diese für die Analyse auf und protokollieren und dokumentieren die Rahmendaten von Probennahmen und Aufarbeitung. Die auf Filtern konzentrierten Feststoffe werden mikroskopisch begutachtet und mit einem FTIR Spektrometer auf ihre chemische Zusammensetzung hin analysiert.

Die zusammengestellten Daten werden dann in o.g. Datenbank eingebunden und der Öffentlichkeit zu Verfügung gestellt. Die Schüler leisten damit einen unmittelbaren Beitrag zur Erstellung einer „Plastik-Müll Weltkarte“. Durch die Verfügbarkeit des Schiffes und der Messeinrichtungen an Bord können weitere wissenschaftliche Fragen von den Schülern entwickelt und durchgeführt werden.

Dieses Projekt vermittelt am Beispiel der Mikroplastik Analyse im Ozean die Struktur des wissenschaftlichen Arbeitens. Es öffnet zudem die Möglichkeit, weitere eigene Fragestellungen mit zu entwickeln, zu planen, durchzuführen und auszuwerten. So können beispielsweise Wasserproben aus verschiedenen Wassertiefen entnommen und Fische auf Mikroplastik im Magen untersucht werden. Zudem ist es denkbar, dass die Wasserproben auch auf ihren pH-Wert hin untersucht werden, um die Versauerung des Ozeans zu verdeutlichen. Die Atlantiküberquerung und das Erleben anderer Länder und Kulturen bieten dabei auch Einblicke, wie anderenorts mit Kunststoffabfällen umgegangen wird.