Ocean College

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Rastafari

Autorin: Mona

Position: Rastafaridorf, Dominika

Als ich heute Morgen die Augen öffnete, blickte ich in ein winziges Augenpaar. Im nächsten Moment wurde mir klar, dass es sich um einen unserer vielen tierischen Mitbewohner handelte, eine kleine Spinne, die sich von unserer Zeltdecke abseilte. Das zweite, was mir an diesem Morgen auffiel, waren die Rückenschmerzen, die wohl daher rührten, dass ich in meiner Müdigkeit am Vorabend vergessen hatte, meine Luftmatratze zu schließen.

Als ich mich aus unserem Zelt gekämpft hatte, stand ich draußen im Schlamm und sah zum ersten Mal das Dorf bei Tageslicht. Zwar konnte man überall die Spuren der Zerstörung sehen, dennoch war es ein zweifellos idyllischer Ort, an dem wir dort gelandet waren. Langsam erwachte auch der Rest der Zeltsiedlung, das bedeutet: Es geht aufs Frühstück zu. Daher sind Inga, Wanda und ich zum Fluss runter, um den Abwasch des Vortags zu erledigen. Letztendlich kam ich mir etwas überflüssig vor, als es begann, wie aus Eimern zu strömen und somit das anschließende Bad im Fluss nicht mehr nötig war.

Nach dem Frühstück – Brot mit Butter, Zucker, oder Erdnussbutter, ergänzt durch selbstgemachten Kakao, der meistens mit drei Esslöffeln Zucker konsumiert wurde, machten wir uns zusammen mit den Dorfbewohnern in Bikini und Badehose auf den Weg flussaufwärts. Das Flussbett bestand aus weißen, hohen Felsen und wurde zu beiden Seiten von steilen, mit den Resten des Regenwaldes bedecktenmHängen umgeben. Der Fluss floss zwischen den Steinen entlang und bildete an mehreren Stellen Pools, in denen man sich gut abkühlen konnte. Nach einer Stunde Fußweg erreichten wir eines meiner persönlichen Highlights auf der Reise: Ein ca. 150 Meter hoher Wasserfall, der sich rauschend in den Fluss ergoss. Am Fuß des Wasserfalls herrschte so starker Wind und e wurde so viel Wasser durch die Luft gewirbelt, dass man kaum die Augen offen halten konnte.

Leider mussten wir irgendwann den Rückweg antreten, denn im Rastafaridorf erwartete uns noch viel Arbeit, denn wir wollten ihnen helfen, einen Teil der Schäden des Hurrikans zu beseitigen. Wieder zurück machten wir uns also daran, die Trümmerteile zu sortieren und Möbelstücke aus dem geheimen Garten hoch zum Wohnhaus zu tragen. In diesem Garten fanden sich Pflanzen, die auch häufig auf deutschen Balkonen zu finden sind, jedoch nicht in dieser Größe und Anzahl. Nach einer gelungenen Aufräumaktion mündete der Abend in einem leckeren Essen, Musik und Geschichten, alles in allem ein gelungener Abschluss für einen unvergesslichen Tag.

Eure Mona

 

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