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Schamane und Kakao

[Schamane,Kakao,Basti]

Autor: Basti

Position: Coclés, Costa Rica

Pura Vida,

heute Morgen wurde ich durch das Geschrei und Gezwitscher verschiedenster Urwaldbewohner sowie das dringende Verlangen, die Toilette aufzusuchen, geweckt. Da die Toiletten in unserer derzeitigen Unterkunft etwas von den Schlafzimmern entfernt sind, musste ich mich erstmal bekleiden, um dann schlaftrunken zur Zimmertür zu tappen, diese zu öffnen, um dann einen wundervollen Anblick genießen zu können. Ich öffnete unsere Zimmertür, trat auf den Balkon und blinzelte in die Lichtstrahlen, die hinter den Baumkronen des Dschungels durch die aufgehende Sonne erschienen. Kurz ließ ich diese wunderbaren Eindrücke des Dschungels in den Morgenstunden auf mich einwirken, bevor ich weitereilen musste und da ich heute Morgen noch nicht auf die Uhr gesehen hatte, freute ich mich, als ich Johan und Johannes sah, welche in Aufbruchsstimmung waren und auf ihre Mitfahrgelegenheit Richtung Pazifikküste warteten. Dieses gab mir zugleich die Bestätigung, dass es erst gegen 07:00 Uhr in der Früh ist und ich getrost noch eine Stunde schlafen konnte.

Also begab ich mich zurück in mein Bett und schlummerte noch ein wenig mit all den schönen Urwaldgeräuschen im Hintergrund.

Schließlich wurden Win und ich eine Stunde später von Otto, welcher uns sein Handy mit lautem Klingelton ans Ohr hielt und von Kathrin, welche uns anschließend die Decken wegzog, zum Frühstück geweckt. Außerdem standen dann auch noch Wanda und Lotte in unserem Zimmer, sowie Lennard und Dominik, die sich darüber beschwerten, dass sie im Gegensatz zu uns bereits um 06:30 Uhr aufstehen mussten.

Also standen wir auf und gingen runter. Es gab typisch costa-ricanisches gallo pinto, Ei mit Reis, dazu gab es Kochbananen.

Danach ging es dann aber richtig los. Auf dem Programm standen heute ein Besuch beim führenden Schamanen der Bribris, sowie ein anschließendes Zubereiten und Verkosten von selbstgeröstetem Kakao sowie eine Führung durch einen Heilgarten inklusive der Erklärung und Verkostung vieler Pflanzen.

Gegen 09:00 Uhr nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Bus, welcher uns zu einem Dorf der Bribri Indianer brachte. Auf dem Weg dorthin legten wir einen Zwischenstopp beim Supermarkt und in der Apotheke ein, um unsere Ration an Insektenspray zu vervielfachen.

Bei den Bribris angekommen, begaben wir uns zum Schamanen Don Lisandro. Dort erklärte uns Can, unser Guide, etwas über den Schamanen und die Bribrikultur. Don Lisandro ist der führende von acht verbliebenen Schamanen des Bribri Stammes. Der Bribristamm ist der größte Indianerstamm Costa Ricas und wir haben hier auf der Farm One World sogar einen Bribri namens Adolfo, welcher gemeinsam mit Can das Revier hütet. Desweiteren ist der Schamane ein sehr einflussreicher Mann, welcher oft in politischen Fragen zu Rat gezogen wird, in Schulen die Sprache der Bribri unterrichtet (dies war bis vor kurzer Zeit verboten; nebenbei: Die costa- ricanische Regierung legt sehr viel Wert auf Bildung, es gibt mehr Lehrer als Polizisten) und sowieso kennt sich der Schamane sehr gut mit vielen verschiedenen Heilkünsten aus.

Aber dann ging es endlich los mit der Zeremonie. Wir saßen alle im Kreis um ein Lagerfeuer herum und es wurde immer an sechs Personen gleichzeitig die „Reinigungszeremonie“ vollzogen. Diese sechs Personen setzten sich dann ganz nah um das Lagerfeuer herum und wurden mit einem, über dem Lagerfeuer erhitztem Blatt bestrichen. Anschließend wurde uns Wasser mit einer Feder eines Soldatenaras auf Kopf, Stirn und Hände geträufelt. Zum Schluss summte der Schamane noch eine Schwingung.

Diese Schwingungen sind in der Bribrikultur sehr wichtig. Für jede Heilmethode und jede Heilpflanze gibt es eine eigene Schwingung und alleine von den Pflanzen gibt es über 800 verschiedene Melodien.

Nach der Zeremonie begab sich der Schamane mit uns noch auf einen Rundgang durch seinen Heilkräutergarten. Danach nahmen wir in seinem Haus noch einen kleinen Snack zu uns, nämlich geröstete Kochbananen sowie Wanderpalmenkern. Sehr lecker!!

Danach begaben wir uns zu dem Ort, an dem wir Kakao selbst zubereiten sollten. Zuvor gab es allerdings Mittagessen. Nach dem Mittagessen erhielten wir einen kurzen Rundgang durch einen weiteren Heilkräutergarten, in dem wir sehr viele verschiedene interessante Bäume und Pflanzen sahen und mit Pfeil und Bogen schießen durften. Außerdem sahen wir Pfeilgiftfrösche. Nachdem wir die Tour beendet hatten, machten wir uns daran, Kakao zuzubereiten.

Zuerst wurden die Kakaobohnen geröstet und anschließend zermahlen. Das Pulver wurde dann mit etwas Zucker zu einem sehr leckeren Kakao angerührt. Wiederum sehr lecker!!

Schließlich mussten wir uns von dem Kakao losreißen und uns auf den Heimweg machen. Als wir dann im Dunkeln ankamen, wartete schon leckeres costa- ricanisches Abendessen auf uns. Nach dem Abendessen begaben sich die Jungs in ihre Schlafunterkunft.

Nun sitze ich hier noch mit einigen anderen im Aufenthaltsraum, schreibe den Tagesbericht und sehe den einen beim Zähneputzen und den anderen beim Spielen zu.

Zum Schluss möchte ich noch meine Eltern grüßen, viel Spaß beim Ski fahren, liebe Grüße auch an Sepp und Familie, sowie Oma und Opa!!

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