Ocean College

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Sonnenschein, Spaghetti und auf dem Steuerhaus chillen

Autorin: Paula
Position: Nordatlantik
(33°22,8 N 49°08,1 W)

Mein Tag begann heute wie immer um 01:00 Uhr nachts, weil es Zeit war Wache zu laufen. Ich wurde ein bisschen spät geweckt und musste mich deshalb eigentlich beeilen, aber das Aufstehen ist bei mir immer so eine Sache… In der Messe angekommen habe ich mein Ölzeug angezogen und dann ging es an Deck. Als erstes gab es wie immer die Diskussion, wer denn heute die Toiletten putzen müsse und heute hatte ich die Ehre, aber es war zum Glück nicht so schlimm und es gehört mittlerweile einfach dazu. Nach und nach wurden wir alle auch wacher und es wurde noch ziemlich lustig.

Kurz vor 05:00 Uhr musste die neue Wache geweckt werden und Hannah hatte die große Ehre von mir mit Wasser geweckt zu werden. Das hatte sie allerdings schon vermutet, weil ich ihr noch ein Wecken heimzahlen musste (; Als die Wache übergeben war und ich mich schon im Bett sah, wurde ich beim Runtergehen noch von Win und Karl aufgehalten, die mich zwischen dem Schott und der normalen Tür „eingesperrt“ haben. Ich konnte mich zum Glück schnell befreien und konnte endlich in mein Bett, wo ich sehr schnell eingeschlafen bin.

Als ich um 11:00 Uhr aufwachte und den Weg zur Toilette antrat, traf ich gleich Chantal, die mir sagte, dass ich jetzt direkt duschen gehen kann, weil heute endlich Duschtag ist. Frisch geduscht ging es aufs Achterdeck, wo ich mich zu Emma, Lotte und Nora gesetzt bzw. eher auf Emmas Schoß gelegt habe. Es war relativ warm und wir haben Klassik gehört, (keine Ahnung wer auf diese Idee kam) aber es war sehr schön. Diese gemütliche Versammlung wurde leider sehr schnell aufgelöst, da Jonas uns mit dem Satz: „Ich kann euch auch dahin prügeln, aber es ist leichter, wenn ihr alleine geht!“ zum Fliegersetzen verdonnerte (für alle Nichtsegler: Der Flieger ist das Segel, dass ganz vorne gehisst werden kann und das auch nur bei bestimmten Windbedingungen). Als wir nicht sofort aufstehen wollten, packte er mich spaßeshalber am Fuß und zog mich von der Kiste.

Dann haben wir also doch den Flieger gesetzt und danach habe ich mich zu Chantal und Emma gesellt, die auf dem Steuerhaus lagen. Dort habe ich mich erst weg bewegt, als es zum Mittagessen geklingelt hat und ich für uns Essen geholt habe. Die Spaghetti aß ich oben auf dem Achterdeck zusammen mit Emma, Lotte, Nora und Hannah.

Gut gestärkt war ich bereit für den Matheunterricht- einer meiner Lieblingsbeschäftigungen an Bord… Zwischendurch wurden Leute gebraucht, um den Flieger runter zu nehmen, ja zwei Stunden später musste er gleich wieder runter genommen werden, und Win und ich waren so selbstlos, kurz den Matheunterricht zu verlassen. Zwei Stunden später war es geschafft und es ging direkt weiter mit Erdkunde, wo ich mein geographisches Tagebuch vervollständigt habe.

Weil ich da ziemlich viel zu tun hatte, habe ich ein bisschen länger gearbeitet und wollte dann um 19:00 Uhr gleich beim Abendessen zuschlagen, aber da es sich wegen der Suppe verzögert hat, bin ich runter in mein Zimmer gegangen und habe Emma, Hannah, Lotte und Wanda besucht, die alle zusammen in unserem Zimmer gechillt haben. Als alle schon ziemlich ungeduldig waren, gab es endlich Essen, das allerdings so semi- geil war, da der Pürierstab kaputt ist und es deshalb Wasser mit hartem Gemüse gab. Jetzt sind noch ein paar hyperaktive Emils und natürlich auch Emmas in der Messe und dazu sitzt Kathrin neben mir, die Ballspiele zur allgemeinen Abregung organisieren will. Außerdem spielt sie mit Emma Daumendrücken und man hört nur: „Ey du Wurst, bis zehn zählen!“
Bevor ich gleich auch noch komplett hyperaktiv werde, schließe ich meinen Tagesbericht mit ein paar Grüßen nach Hause zu meiner Familie und meinen Freunden: Ich hoffe, dass es euch gut geht, ihr die Kälte überlebt habt und euch natürlich schon auf mich freut. Ich hab euch ganz doll lieb!

Eure Paula

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