Ocean College

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Tag eins der Regatta

Autorin: Charlotte
Position: Nordatlantik, 1700 Meilen von den Azoren entfernt
(32°23,46 N´ 63°40,16´W)

Liebe Familie und Freunde, liebe Leserinnen und Leser,
heute war ein ganz besonderer Tag für mich, denn heute hatte ich meine MSA- Präsentationsprüfung.
Nach dem Frühstück hatten wir kurz frei und haben danach eine Stunde lang zusammen mit Simon, unserem „Technikgenie“, die Messe für unsere MSA Präsentation vorbereitet. Nora und Hannah W. hatten heute auch ihre mündliche Prüfung.
Während wir also die Messe vorbereiten, mussten alle Schüller von Bord, weil während der Prüfung die Messe gesperrt wurde, damit es ruhig ist und wir die Chance haben sollten, in Ruhe alles aufzubauen. Unsere prüfenden Lehrer waren heute Kathrin und Otto und um 11:00 Uhr ging es dann schon mit dem Vortrag von Nora und Hannah W. los. Ich musste eine Stunde in meinem Zimmer warten, weil auch ich mich nicht während der Prüfung von Hannah und Nora in der Messe befinden durfte. Von Minute zu Minute wurde ich dort immer aufgeregter. Irgendwann kamen Nora und Hannah strahlend rein und meinten, dass ich nun an der Reihe sei und wünschten mir noch viel Glück.
Ich habe heute über die Fragestellung referiert, welche Gefahren und Probleme Dolly Ropes mit sich bringen und dieses am Beispiel der Nordsee aufgezeigt. Also für alle die es nicht wissen, Dolly Ropes sind Quasten aus dünnen Plastikfäden, die in der Grundschleppnetzfischerei eingesetzt werden, um das Fischernetz vor grobem Sand, Muscheln oder auch Steinen zu schützen. Das Problem an Dolly Ropes ist, dass die Plastikfäden sehr schnell von den Netzen abreißen und im Meer verschwinden, oder sich ineinander verheddern, sodass die Fischer sie dann spätestens austauschen müssen. Es wird geschätzt, dass pro Fischfang 25% der Dolly Ropes abreißen, die sich an einem Netz befinden. Das heißt, dass ein relativ großer Teil von ihnen im Meer verschwindet, wo sie dann z.B. in die Nahrungskette gelangen und viele Tiere, vor allem Vögel, an ihnen verenden. Ich habe für meinen Vortrag eine 2+ bekommen und bin extrem froh, ihn jetzt einfach geschafft zu haben, Nora und Hannah geht es damit ähnlich.

Nach meinem Vortrag kamen langsam alle Schüler wieder aufs Schiff zurück und nach dem Mittagessen stachen wir dann gleichzeitig mit der Thalassa, auf dem sich gerade School at Sea befindet, in See in Richtung Azoren. Mit der Thalassa liefern wir uns momentan einen kleinen Wettstreit darüber, wer zuerst auf den Azoren ankommt. Momentan führt die Thalassa, aber wir holen langsam aber sicher auf. Mal schauen, was in den nächsten Tagen so passieren mag.

Heute, kurz vor der Abfahrt, hat uns Johan noch mal klar gemacht, dass wir genau heute in einem Monat im Hafen einlaufen werden und ich finde es erschreckend, wie schnell die Zeit vergangen ist. Zwar freuen wir uns mittlerweile alle auf zu Hause, jedoch wissen wir, dass wir die Zeit hier vermissen werden.

Liebe Grüße an alle zu Hause.

Eure Charlotte

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