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Tag zwei auf der Kaffeeplantage

Autor: Thorben

Position: Kaffee Plantage, Costa Rica

Der Tag heute begann für mich heute mit einem stechenden Schmerz im Rücken, also ziemlich unangenehm. Nach einer kurzen Nacht stand ich heute gegen 07.37 Uhr auf, um zum Frühstück hoch zu gehen. Oben angekommen, legte ich mich jedoch erstmal wieder auf eine der freien Bänke, da das Frühstück noch nicht annähernd fertig war. Nach dem Mona mich erfolglos auf etwas ansprach, stand ich dann auf und genehmigte mir einen frischen Kaffee. Um 08:00 Uhr gab es dann endlich Frühstück es gab ein traditionelles Essen, das aus Reis und Bohnen besteht, namens „Gallo Pinto“, dazu gab es leckeres Rührei. Danach begann dann um 10:00 Uhr um eine Stunde nach hinten geschoben das „Wet milling“, in diesem Prozess wird die Kaffeebohne von der äußeren Fruchthülle getrennt. Damit man die Kaffeebohnen danach trocknen und weiterverarbeiten kann. Extra für uns wurde mit diesem Vorgang bis heute gewartet, normalerweise wird es direkt nach dem Pflücken gemacht. Zudem wurden uns drei Arten des Pflückens gezeigt. Zum ersten das Stripping, in diesem Vorgang werden die Pflanzen grob abgestriffen, wobei dieser Vorgang jedoch die Pflanze schnell zerstört und alles abreißt, was sonst noch an der Pflanze ist. Mit dieser Variante werden pro Tag pro Kopf (Ernemitarbeiter) 150kg Kaffee gepflückt. Die zweite Variante ist das Picking, hierbei werden nur die roten Kirschen gepflückt und es wird in Erntezyklen gepflückt und das alles ist an sich langsamer und bringt nur 50kg Kirschen pro Kopf pro Tag. Die dritte und letzte Variante ist das maschinelle Pflücken, dabei wird die komplette Pflanze zerstört und alles von der Pflanze wird mitgenommen und die Qualität ist dadurch sehr schlecht. Jedoch ist der ganze Vorgang sehr preiswert bis auf die Kosten der Maschinen. Als nächstes wurde uns die Aufbereitung des Kaffee erklärt. Normalerweise wird dieser Vorgang direkt am selben Tag nach dem Pflücken durchgeführt und nicht so wie bei uns einen Tag später. An sich gibt es im Normalfall vier Varianten der Kaffeeaufbereitung. Unser Farmer Carlos praktiziert jedoch eine eigene fünfte und die Variationen heißen: 1. Fully washed 2. Full Natural 3. Honey dried 4. Semi washed und Carlos 5. Variante: Extra double washed. Fully washed ist aufgeteilt in sortieren, entpulpen und fermentieren. Dieser Vorgang dauert im Normalfall 12-72 Stunden, dann waschen und als letztes trocknen, diese Variante ist sehr wasseraufwendig, denn sie verbraucht 150l Wasser pro kg Kaffee. Außerdem ist das Wasser danach verunreinigt (das wasser wird sauer), jedoch ist das Ergebnis ziemlich hochwertig, aber an sich ist der Vorgang sehr unökologisch. Die zweite Variante heißt „Full natural“ und besteht aus zwei simplen Schritten: Als erstes wird alles nochmal gründlich sortiert, dann wird alles einfach getrocknet und dadurch wird der Kaffee süßer und der Vorgang des Trocknens dauert an sich 15-25 Tage. Die dritte Variante hat den Namen „Honey dried“ und wird aufgeteilt in drei einfache Schritte: Sortieren, entpulpen ohne Wasser und dann trocknen mit allem außer der Kirsche. Die letzte der vier normalen Varianten ist das „Semi washed“, in diesem Vorgang wird wieder Wasser verwendet. Aber diesmal wird das Wasser nicht verunreinigt sondern danach wieder verwendet. Als erstes werden die Kirschen sortiert, dann werden die Kirschen mit 50l Wasser pro kg entpulpt. Dann werden die Bohnen durch eine Maschine geschickt, die das Fruchtfleisch von der Bohne entfernt. Dieser Vorgang wird „Demusilieren“ genannt, anschließend wird alles noch getrocknet. Carlos eigene fünfte Variante heißt „Double washed“ und hat insgesamt sechs Schritte, also einen mehr als die ersten der normalen vier Varianten. Als erstes werden die Kirschen sortiert, dann entpulpt, dann werden sie demusiliert und anschließend fermentiert. Dann wird alles noch gewaschen und getrocknet. Trocknen ist in jedem Schritt enthalten, insgesamt gilt eine Faustformel: Um so länger die Trockenzeit, desto besser die Qualität des Ergebnisses.

Dann gab es erst mal Mittag, nach dem Mittag hatten dann einige die Chance, bei einer Verkostung, auch „Cupping“ genannt, teilzunehmen, bei der noch unveröffentlichte Sorten präsentiert wurden. Danach war eigentlich noch Unterricht geplant, der aber kurzerhand auf Morgen verschoben wurde. Dann war ich noch schwimmen mit Leon und Nils, später stießen dann noch Otto, Marta und Sebastian dazu. Nach dem Schwimmen gab es dann noch das freundliche Angebot von Carlos, eine kleine Spritztour in seinem Jeep 72 zu machen. Das war sehr cool, insgesamt hat Carlos drei sehr coole Autos: Einen alten Land Rover, einen Jeep 72 und einen Pickup mit einem V8 Motor. Dazu kommt dann noch ein sehr leistungsstarker Lastwagen mit einem sehr starken 350er Motor. Wir sind hier also bestens für alle Anlässe motorisiert. Dann gab es noch Abendessen, heute mit Pasta. Danach redete ich noch mit den anderen und setzte mich dann diesen Tagesbericht.

Euer Thorben

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