Ocean College

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Verregnetes Weihnachten in der Karibik

Autor: Lennard

Position: Curacao

(12°08,82 N 69°00,07 W)

Heute war es also so weit: Weihnachten. Mein Tag begann um 03:00 Uhr, als ich zur Ankerwache geweckt wurde, die ich dann mit Basti, Ben, Dominik und Tanyel im Steuerhaus verbrachte. Da wir uns noch ein bisschen länger mit der nächsten Wache unterhielten, ging ich erst um 05:00 Uhr ins Bett, nur um nach zwei Stunden wieder zu noch einer Ankerwache, von der ich vorher noch nichts wusste, geweckt zu werden. Eigentlich waren Karl und ich eingetragen, aber auf dem Weg nach oben sah ich, wie er komplett verschlafen und nur halbwach in seinem Bett lag. Ich entschied mich dazu, alleine Wache zu halten und ihn schlafen zu lassen, auch wenn ich wahrscheinlich noch ein bisschen müder als er war.

Um ca. 07:40 Uhr kam Martin in die Steuerhütte und löste mich ab. Ich versuchte noch bis zum Frühstück zu schlafen, was aber nicht so gut funktionierte. Kurz nach dem Frühstück gab es noch eine Ansage, die besagte, dass Michael und Sietse heute mit zwei Gruppen Schnorcheln gehen. Außerdem wurde auch noch eingeteilt, wer was zu putzen hat. Ich musste gemeinsam mit Dominik und Tobias M. die Duschen putzen. Als zumindest das Innere des Schiffs einigermaßen sauber war, hieß es sich schnell umziehen und ordentlich eincremen (besonders die Glatze), damit wir auf zum Schnorcheln konnten.

Alle Schnorchler wurden auch nochmal ausdrücklich vor sogenannten Steinfischen gewarnt, die, wie der Name es schon sagt, aussehen wie Steine und dich vergiften wenn du drauftrittst. Das Schnorcheln war sehr schön, auch wenn man immer ein bisschen Angst davor hatte irgendwie in Berührung mit einem Stein zu kommen. Irgendwann beschlossen Ben, Dominik, Tanyel und ich wieder zum Schiff zu schwimmen. Wir machten an einer Boje halt, wo übrigens auch die Regina Maris fest gemacht ist, und beobachteten die vielen schönen Fische, die unter der Boje her schwammen. Irgendwann, als wir wieder vollkommen trocken und aufgewärmt da saßen, verging uns die Lust die letzten 30 Meter zum Schiff zurückzuschwimmen, weshalb wir uns von Win mit dem Dinghi wieder zurück zum Schiff nehmen ließen.

Zurück an Bord, wo schon ordentlich Plätzchenteig geknetet wurde, der am Vorabend von Paula, May, Nora, Lotte, Emma und Hannah gemacht worden war, verbrachte ich die restliche Zeit bis zum Mittagessen damit, Michael, Thorben und Karl bei einer Runde Risiko zuzusehen, die mit Michael als Sieger endete.

Nach dem Mittagessen wollte die zweite Schnorchelgruppe dann auch langsam los. Da Emil und Nico auch nochmal schnorcheln wollten, aber Küchendienst hatten, entschlossen Tanyel und ich uns den Küchendienst für die beiden zu übernehmen. Zuerst stand der Abwasch vom Mittagessen an und danach mussten wir noch Bananen schälen und klein schneiden, da diese später frittiert werden sollten. (Hört sich viel komischer an als es ist!) Kurze Zeit später kamen dann auch Emil und Nico zurück, was hieß, dass wir wieder Freizeit hatten. Da ich aber nichts zu tun hatte, half ich noch Gemüse für den Salat zu schneiden.

Als das Essen, dass aus Steak, Hähnchenschenkeln, Baguette, Salat und verschiedenen Soßen bestand, auf dem Tisch stand, kam es bei mir zu einer Kleidungskrise, da ich mein Hemd nicht finden konnte. Als erstes stand ich in einer zu engen Jeans von mir und einem mindestens drei Größen zu großem Polo-Shirt von Basti auf dem Flur. Aus dem Polo-Shirt wurde dann eine Bluse von Charlotte, die aber auch nicht lange blieb. Nach langem Rumräumen und Rumsuchen entschied ich mich dann für eine kurze Jeans und einen Pullover.

Als ich dann raus zum Essen wollte, musste ich noch ca. fünf Minuten warten, da es angefangen hatte heftig zu regnen. Das Essen schmeckte sehr lecker und danach freuten sich alle auf das Weihnachtswichteln, dass ja von Wanda und Inga organisiert wurde. Als das auch vorbei war, trug Johan unter tosendem Applaus ein Gedicht vor, das er die letzten Tage geschrieben hatte. Kurz danach übernahm dann Tobias M. das Kommando über die Musik, was darin endete, dass so ziemlich alle Jungs, einschließlich Otto und Sebastian, auf der Tanzfläche wild herumsprangen, da wieder „Meanwhile in Russia“ extrem laut aus den Boxen dröhnte.

Den restlichen Abend verbrachte ich beim Pokern mit Falco, Noemi, Regina, Karl, Thorben, Tanyel, Ben, Basti, und Dominik. Gegen 23:30 Uhr machte ich mich dann auch auf den Weg ins Bett. Alles in allem kann ich sagen, dass es das außergewöhnlichste Weihnachtsfest war, das ich je erlebt habe.

Ich grüße noch meine ganze Familie und wünsche allen, die diesen Tagesbericht lesen gesegnete Feiertage.

Auch noch ganz viele Grüße an Hannah Wolff von Emil, mir und bestimmt auch jedem anderen an Bord. Wir hoffen alle, dass du so schnell wie möglich wieder bei uns sein kannst!

Euer Lennard

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