Ocean College

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Vollkommenes Vorbereitungschaos auf der Regina Maris

Autorin: Lotte

Position: Portobelo, Panama

(09° 33,43´N 079° 39,72´W)

Also erstmal vorweg: es tut mir wirklich leid, dass wir so dermaßen spät dran sind mit dem Bericht, aber es war ein Einziges hin und her. Obwohl wir nun bereits heil in Costa Rica angekommen sind und ich mit Paula gemütlich und wohlbehalten in einer netten Gastfamilie auf dem Bett hocke, erzähl ich euch von dem unglaublich chaotischen Pack-und Aufräumtag in Panama.

Als ich aufwachte, dachte ich daran, dass es das letzte Mal war, bevor ich für fast einen Monat in einer ganz fremden Familie wohnen werde, weit weg von unserem jetzigen Zuhause. Nach quatschen mit Emma und Hannah ging ich hoch zum Frühstück (Nora hatte Küchendienst) und quetschte mich mit lecka schmecka Haferpampe neben Paulchen auf die Bank in der Messe.

Win und Emil erzählten, dass KUS nun auch im gleichen Hafen wie wir lag und sie auch schon mit dem Dinghy drüben waren. Sofort wurde ein Besuch geplant, aber erstmal auf später verschoben angesichts der ganzen Arbeit, die für den Tag noch vor uns lag. Dazu machten Steffi und Kathrin dann auch prompt eine ausführliche Ansage mit allen Aufgabenverteilungen und und und. In den drei bis vier Wochen, die wir in Costa Rica (erst in Gastfamilien und am Ende auf einer Kaffeefarm verbringen) kommen Arbeiter an Bord, die bei Schiffsarbeiten helfen. Diese schlafen in unseren Zimmern, weshalb sie vollkommen leer geräumt werden müssen. Zusätzlich mussten wir unsere ganzen Sachen packen und manche, die noch nass von dem beinahe durchgängigen Regen waren, in den Trockner packen. Bevor wir das Schiff abends um zehn verlassen sollten musste es noch vollkommen geputzt werden, was auch nochmal einen Haufen Arbeit bedeutet. Ich war, wie man sich denken kann hochmotiviert: was bedeutet ich war kurz vor einem Nervenzusammenbruch.

Unser Zimmer war schon so vollkommen zerstört, ich musste meinen riesen Treckingrucksack irgendwie unter dem Bett hervorzerren (er ist aber immer von meinem ganzen Müll versperrt, den ich mit unters Bett schiebe um mir selbst vorzumachen ich wäre ordentlich) und man kann bei diesen bratenden Temperaturen unten bei unseren Zimmern eigentlich nichts machen außer halbtot auf dem Bett zu liegen. Naja, ich würde nicht drum herum kommen also wollte ich lieber schnellstens anfangen. Mit dem Packen war ich ganz schnell fertig, anders als andere, weshalb Steffi und Kathrin den Plan mehrmals umstellen mussten. Ich half derweil dem unterbesetzten Küchendienst, indem ich mit Lisa den 16 Uhr Snack übernahm und versuchte parallel mir Hörspiele von Otto (unter anderem für den Deutschunterricht) auf mein Handy zu ziehen und Matheaufgaben auf einen Stick. Dann noch putzen, ich übernahm den Gang unten und beim Abendessen stand auf einmal KUS in der Messe. Wir zeigten ihnen die Regina Maris und tauschten uns über alles mögliche aus: Lehrer, Unterschiede der Schiffe und unserer Projekte, gesehene Länder, Wachsysteme und Gossip.

Es war eigentlich echt nett und anschließend fuhren wir alle zusammen auf die Thor Heyerdahl, wo wir eine ausführliche Führung erhielten.Leider mussten wir bald wieder los, um den Bus rechtzeitig zu bekommen. Also in mehreren Touren an Land und Paula und ich schafften es gerade so, rechtzeitig vor dem Regen in den Bus zu hüpfen. Musik an, Schlafsackinlet als Decke und aneinanderkuscheln, um nach so einem vollem Tag schnell einzuschlafen – die 20 stündige Fahrt konnte beginnen.

Jetzt möchte ich gerne noch meine Familie und Freunde zu Hause grüßen! Jetzt sind es schon drei Monate, die ich weg bin und gar nicht mehr so lange, bis wir uns wieder sehen. Ich habe euch ganz, ganz doll lieb und dadurch, dass ich zwischendrin so wenig mit euch sprechen kann, merke ich nochmal, wie wichtig ihr mir seid. Alles Gute zum Geburtstag liebe Mama und Oma, den Nächsten feiern wir wieder zusammen!

Ein letztes Mal: Ich habe euch lieb

 

Eure Lotte

 

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