Ocean College

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Wanderung zum Boiling Lake

Autorin: Inga

Position: Roseau, Dominica

(15°17,29`N 61°22,75`)

Liebe Leser/in,

heute mussten wir schon um fünf Uhr aufstehen. Das ist sehr früh, vor allem wenn man nicht so gut geschlafen hat. Auf dem Schiff konnten wir uns noch Brote für unsere Wanderung zum sog. „Boiling Lake“ schmieren. Dann wurden wir mit dem Dinghy und den vielen Tagesrucksäcken, Zelten und den Taschen (für unsere Übernachtung bei den Rastafaris) vom Schiff ans Land gebracht. Dort haben wir auf unseren Shuttle gewartet, der sich im Tag vertan und ein wenig Verspätung hatte.

Mit drei kleinen Autobussen sind wir dann in den Regenwald gefahren. Die Verwüstung, die der Hurrikan hinterlassen hat, als wir damals in Amsterdam losgefahren sind, ist immer noch gut sichtbar. Alle Häuser sind zerstört, nur wenige sind wieder aufgebaut und die Wälder, die bestimmt grün und üppig aussehen müssten, haben keine Baumkronen mehr. Das Laub fehlt und sie sehen einfach nur zerrupft aus.

Der Weg, der zum Boiling Lake führt, wurde extra von Einheimischen für uns begehbar gemacht, denn seit dem Hurrikan war kein Mensch mehr dort. Ich fand es sehr aufregend, im Urwald wandern zu gehen, vor allem nach so einem Sturm. Wir hatten zwei Touristenführer auf unserer Wandertour dabei, die uns sehr viel über die Bäume und Pflanzen erzählten. Sie sagten, dass der blaue Himmel, den wir so gut sehen konnten, normalerweise von den Blättern der Bäume komplett verdeckt ist. Der Hurrikane hat sehr viel zerstört, aber ihre Insel ist immer noch die schönste. Unsere Wanderung führte gegen den Strom des Flusses zum Boiling Lake. Sie war länger als erwartet, nach einer gefühlten Ewigkeit verkündete der Leiter wir hätten ein Viertel des Weges geschafft. Das machte mir natürlich Mut… es war oft sehr rutschig und umso näher wir dem See kamen, mussten wir mehr und mehr klettern, um fortzukommen. Die Wege waren teilweise sogar durch kleine Erdrutsche abgerutscht und wir mussten diese umgehen. An einer Stelle, wo das Wasser schon im Fluss kochte (und sehr nach Schwefel stank), aßen wir frisch gekochte Eier und machten uns eine Schlammmaske aus Schlamm aus der Nähe des Flusses. Beim Boiling Lake selber entstanden Dampfwolken, so dass man ihn schon von weitem sehen konnte. Auf dem Rückweg ging ich mit May und Mika, wir waren alle etwas fertig, aber die Hoffnung, endlich aus dem Urwald zu kommen, war groß.

Auf dem Rückweg konnten wir einmal in einem Warmwasserpool schwimmen und am Ende auch in einem Kaltwasserpool. Ich bevorzugte den mit dem kalten Wasser. Wir wurden nach unser insgesamt zehnstündigen Wanderung wieder von den Shuttles abgeholt, auf der Fahrt gab es zur großen Freude aller Kekse und ich schlief ein wenig. Der Tag hatte mich ganz schön geschafft.

Als wir bei den Rastafaris abgesetzt wurden, hatten wir noch einen zehn minütigen Fußweg bis zu der kleinen Siedlung. Es war schon sehr dunkel und es gab nicht viel zu erkennen. Die Rastafaris hatten uns Reis mit Gemüse gekocht. Wir aßen in einem zerstörten Haus, in dem nur noch die Basis vom Haus existierte. Danach konnten wir endlich unsere Zelte aufschlagen. Ich teilte mir mit Wanda und Mona zusammen ein Zelt. Wir quatschten nicht lange, da waren wir auch schon eingeschlafen.

Ganz liebe Grüße nach Hause, ich vermisse euch sehr! Franzi und Emma, nochmal alles alles Gute nachträglich zum Geburtstag.

Eure Inga

 

1 comment

  1. Andreas Holst - 26. Dezember 2017 20:03

    Hallo Inga, Schwefelbäder und Gesichtsmaske hört sich ja fast nach einer Wellnesstour an…. Die Berichte von Eurer crew sind echt interessant zu lesen und erinnen mich an meine Fahrzeit, zwar auf Containerpötten und RoRofrachtern und natürlich an meine Segelzeit im Mittelmeer im letzten Frühjahr. Deine Erlebnisse sind einfach …… nicht zu toppen? … Ich wünsch dir allzeit gute Fahrt und MAst und Schotbruch!
    Genieß das Wetter, hier ist es…. üselig…..
    LG Andreas Holst

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