Ocean College

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Wir besuchen das Sklavenmuseum

Autorin: Alisa

Position: Sint Michaelsbay, Curaçao

(12°08,82 N 69°00,06 W)

Geweckt wurde ich heute um 04:00 Uhr, nämlich zur Ankerwache, von der ich vorher noch nichts wusste. Also schleppte ich mich nach oben, wo Wanda gerade für den Mikroplastiktest lernte. Dann kam auch Elena, mit ihr hatte ich Wache. Die Stunde Wache verging ganz schnell, danach konnte ich auch wieder schlafen gehen.

Beim Frühstück sah ich dann die Folgen der gestrigen Rasieraktion: Basti, Dominik und Lukas tragen jetzt auch Glatze. Nach dem Frühstück widmeten Nora und ich uns der englischen Sprache und deren indirekter Rede. Kurz nach 11:00 Uhr kam dann Martin mit einem Dinghi voller Lebensmittel angefahren, das natürlich ausgeladen werden musste. Dabei leisteten Win und Emil mit dem Dinghiservice gute Arbeit. Besonders freuten uns die Fruchtsäfte und das Backpulver, das wir seit einem Monat auf unserer Einkaufsliste hatten, das aber weder auf den Kap Verden noch auf Dominica zu finden war. Bis zum Mittagessen hatte ich dann noch etwas Zeit zum Lesen.

Nach dem Essen passierte etwas, was es so noch nicht gab: Wir durften das Schiff verlassen, ohne vorher das Geschirr abgespült und alles sauber gemacht zu haben! Der Grund war, dass wir nicht zu spät zum Sklavenmuseum kommen wollten. Also pressten wir uns, wie schon vor zwei Tagen, in den kleinen Bus und fuhren dahin. Im Museum wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen eine Führung. Als wir bei einer Glocke ankamen, läutete unser Guide diese und erzählte uns, dass bei einem Glockenläuten alle Sklaven sofort kommen mussten. Diese Praktik erinnerte uns stark an unser Leben an Bord. Die Führung war sehr interessant und lehrreich. Danach hielt Nico seinen Vortrag über den Transatlantischen Dreieckshandel.

Nach dem Museum hatten wir frei. So setzten wir uns in ein Café, um zu telefonieren und ins Internet zu gehen. Als das Internet abbrach, gingen wir in die Stadt. Da wir schon beim letzten Mal dort waren, gingen wir über die Brücke auf die andere Seite. Dort schien es nichts Interessantes zu geben, doch als wir weiter liefen, sahen wir viele Lichter. Wir entdeckten einen Markt mit vielen Ständen, die Gebäck, Schmuck und Kleidung anboten. Alles war hell erleuchtet und sah sehr schön aus. Danach mussten wir schon zurück zum Treffpunkt gehen.

Jetzt ein Abschnitt von Karl, da er wollte, dass dieses Erlebnis im Tagesbericht steht: „Als wir uns dann alle um 19:30 Uhr an der Bushaltestelle versammelten, waren wir zwar komplett, aber es war kein Bus da. Viele Schüler fingen an sich zu unterhalten, oder zu spielen. Nur Sebastian, unser Physiklehrer, und Karl haben angefangen an einer Laterne mit einer offenen Klappe an den Sicherungen zu drehen. Die Folgen waren dann eine ausgeschaltete Laterne und ein verdutzter Johan, der erst gar nicht verstanden hat, was gerade passiert ist. Die Laterne ging dann irgendwann wieder an, nachdem sie die Sicherung wieder eingesetzt hatten. Um die Zeit tot zu schlagen, fingen Basti, Sebastian, Karl, Simon, Win und Leon unter Johans Leitung an, sich im Sprinten zu messen, was bei Sebastian nur dazu führte, dass er eine Bar entdeckte, was Johan fast zum Verzweifeln brachte.“

Zurück auf dem Schiff gab es dann Tomatensuppe. Tanyel, Basti und Lennard haben dem Küchendienst geholfen, um die Gruppe positiv zu beeinflussen und ein gutes Gemeinschaftsgefühl herzustellen.

Jetzt beende ich den Tagesbericht, weil sonst noch mehr Leute ankommen und wollen, dass ich sie im Tagesbericht positiv erwähne.

Eure Alisa

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