Ocean College

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Wir sind in Spanien!

Date: 22.10.18

Author: Elly

Position: Hafen von Vigo

Nautical Position: 42°14.385N 8°43.858W


Heute ist der 22. Oktober 2018. Es sollte mir eigentlich nicht schwerfallen, diesen Tagesbericht zu schreiben. Es war ein ereignisreicher Tag! Allerdings stehe ich jetzt vor dem Problem, nicht zu wissen, wo ich anfangen soll. Für mich hat der Tag damit begonnen, dass ich mit der Red Watch in der dunklen Messe stand und mich von meinem Harness (orangefarbener Sicherheitsgurt) befreit habe – ziemlich müde und voller Vorfreude auf mein etwa 20 Grad nach Steuerbord geneigtes Bett (wir sind die Nacht durchgesegelt und der Wind führte zur Schräglage). Sieben Stunden Schlaf standen mir bevor. Danach ging das Abenteuer weiter.

Im Gegensatz zum Vorabend war heute Morgen schon Land in Sicht: Inseln vor der spanischen Küste.:) Nachdem eine kurzweilige Phase mit wenig Wind geherrscht hatte, frischte er bald wieder auf und brachte uns dem Festland stetig näher. Die Inseln, von denen Ben und Michael schon gestern Abend geschwärmt hatten, ließen sich immer besser erkennen. Wir begegneten ein paar Möwen und erblickten kleine Häuser am Rand der steilen Klippen. Gegen Mittag passierten wir die Inselgruppe. Bitte die Fotos von diesem schönen Anblick anschauen! Die Crew hatte nicht zu viel versprochen! Ungefähr eine halbe Stunde später steuerten wir auf Vigo zu. Es erstreckte sich mit seinen weißen, im bescheidenen Stil der 60er und 70er Jahre gebauten Häusern am Meer entlang, ganz unten der Hafen und dann weiter oben, mit Aussicht auf die Bucht, die Zitadelle.

Theresa, Nick, Christian und ich fuhren mit Sammo auf dem Schlauchboot mit, um vom Hafen aus beim Anlegen zu helfen und mit der Drohne Aufnahmen von unserem schönen Schiff zu machen (um letzteres kümmerte sich nur Christian). Marlen hat die Pelican heldenhaft in den Hafen gesteuert. Dort angekommen, mussten wir uns erstmal auf das südeuropäische Klima einstellen. Ohne den stetigen Wind kamen wir uns in unserer Skiunterwäsche doch ein bisschen fehl am Platz vor.

Am Nachmittag machten wir dann eine kleine Erkundungstour durch Vigo. Wir kauften alle Getränke, die nach etwas anderem als Chlor schmecken (Ich muss allerdings sagen, dass der Chlorgeschmack dank Thierry deutlich weniger geworden ist!), Obst (vor allem die Mädchen) und Süßigkeiten (eher die Jungs). Die ältere Ladenbesitzerin machte heute wahrscheinlich das Geschäft ihres Lebens. Gut mit Vorräten eingedeckt, stiegen wir dann hoch zur Zitadelle und genossen die Sicht auf das spanische Festland, auch wenn es sich für die meisten (mich eingeschlossen) nicht nach Festland anfühlte. So sagte Lauryn im Hafen: „Schwanke ich oder ist das hier so ein schwimmendes Ding?“ Dann wurden wir in kleinen Gruppen auf Vigo losgelassen und stromerten durch die belebten Straßen.

Zum Abendessen kehrten wir „nach Hause“ zurück und jetzt sitze ich hier und bin wieder im Jetzt angekommen. Ich werde gleich duschen und schlafen gehen. Um vier Uhr geht der Tag weiter, Hafenwache. Ich und Kira M. werden wahrscheinlich mal wieder Stunden lang Gin Rommé spielen, obwohl wir wahrscheinlich wieder viel zu müde sein werden, um richtig darüber nachzudenken, was wir eigentlich machen.

Aber bis dahin gute Nacht an alle, die die Nacht durchschlafen dürfen. Ich beneide euch!

Grüße von der Pelican of London,

Elly


PS: Kira R. lässt Geburtstagsgrüße an ihre Mutter ausrichten. Von mir auch alles Gute!

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