Ocean College

Januar2019

Happy Birthday, Christin

Datum: 31.01.2019
Autorin: Tati
Position: Coffee Farm Don Elí und später Puerto Limón, Costa Rica

Der USB-betriebene Ventilator, der gerade über mir hängt und die sengende Hitze in unseren neu belegten Zimmern verquirlt, rettet mir gerade so gesehen das Leben. Der Tag startete mit einem Weckruf um 06:15 Uhr. Nachdem wir als vorbildliche Schüler schon eine Stunde früher als verabredet fertig waren, konnte unser Frühstück um 07:30 Uhr beginnen, welches aus Porridge und Pancakes mit Erdbeersoße bestand.

Nach einer langwierigen Veranschiedung und dem Ausdruck von Dankbarkeit machten wir uns auf den Weg. Vorher betonte Carlos noch, dass wir jederzeit auf seiner Farm willkommen sind, falls wir nochmal in Costa Rica sind. Die letzte Fahrt mit dem vollbeladenen Truck zum Bus war noch ein letztes Highlight.

Nach einer fünfstündigen Busfahrt haben wir in einem Bistro zu Mittag gegessen, das namentlich sehr gut passte: In Ellis Bistro konnten wir uns von einem Buffet Essen aussuchen und dank Niki haben wir das Ganze noch mit einem Eis abgerundet. Nach zwei weiteren Stunden Fahrt kamen wir zurück nach Puerto Limón. Als große Überraschung für alle, die an der Karibik Seite waren, trafen beim Schiff auch Ken und seine Frau an.

Nachdem wir mit dem Dinghi geshuttelt worden waren, gab es ein großes Durcheinander bei dem Einzug in die neuen Zimmer. Nach einem leckeren Abendessen und der offiziellen Begrüßung an Bord ging es dann wieder unter Deck in die Hitze zum Schlafen.

Doch heute hat ein ganz besonderer Mensch an Bord Geburtstag:

Die liebe Christin ist für uns nicht nur eine Lehrerin, sondern auch eine Freundin. Mit ihren persönlichen Gesprächen und vielen “guten” Witzen hat sie schon jedem den Tag gerettet. Die Energie und Freude, die sie in ihre Projekte packt, machen diese zu einzigartigen Erlebnissen. Das von ihr eingeführte Improvisationstheater hat jedem an Schiff eine neue Rolle und Identität gegeben, das Ganze mit viel Spaß und auch Aktion (im sportlichen Sinne).

Mit Spielen, die einem nicht nur viel beibringen, sondern auch Spaß machen, bereichert sie ihren Unterricht immer wieder und sprengt damit die Routine an Bord. Ihre bessere Hälfte Miriam, auch eine unserer Lehrerinnen, trägt zu den abwechslungsreichen Schulaktivitäten auch mit eigenem Enthusiasmus bei. Doch die Möglichkeit, einen der beiden alleine anzutreffen, wird dadurch unmöglich, da sie wie ein altes Ehepaar sind.

Den Zusammenhalt, den sie dadurch entwickeln haben, stellt auch eine Gruppe von wilden Jugendlichen manchmal vor eine wahre Herausforderung. Vielen Dank Christin für alle coolen Dinge, die Du gemacht hast und in die Du so viel Energie und Freude gelegt hast.

Tati

P.S.: Liebe Oma, ich hoffe, Du hattest einen schönen Geburtstag! Den nächsten feiern wir auf jeden Fall wieder zusammen!! Ich bin wohlbehalten wieder an Bord und glücklich. Hab dich lieb und pass auf dich auf, Deine Ronja

P.P.S. von Ocean College: Während dieser Bericht am Abend des 01.02. hochgeladen wird, legt die Pelican in Porto Limon ab und segelt in die Nacht aufs Meer hinaus. Good bye Costa Rica, das war der westlichste Stop unserer langen Reise!

The day when the USA, Russia and China started working together

Date: 30th January 2019
Author: Kira M.
Position: Coffee Farm Don Elí, San Marcos de Tarrazú, Costa Rica

Hello family and friends,
If you’ve read some of my daily reports before, you already know that my reports aren’t that creative and this one is no exception. So, I guess you have to be happy with me simply telling you what happened today.

This morning Ronja and I got woken up by Miriam with the words: „little, green tent with mosquito net, wake up.“ That is actually a quite precise description of our tent. With only 120cm x 200cm our tent really is little, if not tiny. But after a few days Ronja and I got used to only having a 60cm wide space to sleep.

Breakfast was served at 7:00 am costarican time, meaning it was ready at 7:30am. After Breakfast we had free time until 11:30am. Pretty much all of us used this time to communicate with our friends and family back home. In order to do that we got our phones back for about 45 minutes and in groups of six we could go to Don Carlos’ house and use the wifi there.

Our coffee master Joachim also showed a few of us how to roast coffee beans the traditional way over an open fire. At 11:30 am we went to a waterfall, where we ate lunch in form of sandwiches and a few of us, the brave ones, even went swimming in the freezing cold water.

Don Carlos drove us to the waterfall, so all thirty of us plus the teachers and Joachim were squeezed in two trucks – most of us sitting on the rear loading area. I enjoyed this trip a lot and it wasn’t dangerous due to the fact that the cars in Costa Rica normally don’t drive faster than forty kilometres per hour.

We had to walk the way back and arrived about half an hour before the world trading game was supposed to start. The game was a lot of fun – two of us were working together as one country, except for a few of us, like Tati or Peer who embodied organisations like the WTO or Interpol, or like Justus, who didn’t have a partner and was embodying the Central African Republic all by himself. The goal of the game was to feed the population of the country you represented and to achieve some extra objectives, like status, military power or commodities.

The outcome of it was quite funny or scary, if you would imagine it as reality. There was an alliance between the USA, Russia and China, Honduras attacked Costa Rica, but with the support of some other countries Costa Rica won, and France got attacked and destroyed by pretty much half of the world. The World Bank was giving money to random countries and payed some countries to do certain things. The outcome of the world training game was of course unrealistic, but it was a lot of fun to play and we learned a lot about how our world works and the mechanisms behind different scenarios.

Right after the end of the game we had dinner (seriously, they serve everything here with rice, even spaghettis) which was followed by Tati’s presentation, where she explained some of the organisations from the game a bit further.

Also, we had a last meeting with everyone before we are heading back to the Pelican tomorrow. During this meeting Niki told us, with whom we would be rooming in the next two and a half months. He also told us a bit more about our future destinations.

Because we have to get up a bit earlier to pack tomorrow and because the nights in a tent weren’t that resting I went straight to bed after that. Some of the others where lighting up a campfire and sat around it for some time grilling marshmallows.

Sandra and Joachim, our coffee experts, had to leave us today after dinner to fly back to Germany. In case you two read this: Thank you for an incredible time at the coffee farm. It was a really interesting, funny and overall amazing time. As far as I heard you will see quite a lot of us again, when we visit you in Berlin.

Der wahrscheinlich leckerste Tag auf der Kaffeefarm

Date: 29.1.2019
Autor: Sinan
Position: Coffee Farm Don Elí, San Marcos de Tarrazú, Costa Rica

Heute morgen dachte ich erst mal, dass ich in meinem Bett zuhause in Ratingen liege, aber nein, ich lag in Costa Rica auf einer Kaffeefarm in einem stickigen Zelt. Noch dazu auf einer Isomatte, an der das Ventil doch nicht geschlossen war, so dass ich die ganze Nacht auf dem steinigen Boden geschlafen habe (beste Leben). Also erstmal Robert wecken, aufstehen, anziehen & hoch zum Frühstück, welches wie immer aus Porridge, einigen süßen Früchten und Tortillas bestand.

Da ich gerne Kaffee trinke, hat es mich überrascht, dass man trotz des dort angebauten, getrockneten und gerösteten Speciality Coffee den schlechten Industriekaffee trinkt. Auch unser Kaffeeexperte von der Berlin School of Coffee, Joachim, findet den Kaffee nicht ansprechend. Die costaricanischen Bauern verdienen ihren Lebensunterhalt mit Kaffee, daher wird auf eine Tasse Speciality Coffee gerne verzichtet, da der Industriekaffee billiger ist.

Dann fing auch schon die Kaffeeschule an, in der es um die Wirtschaft und die vielen verschiedenen Siegel des Kaffees ging. Wir haben beispielsweise gelernt, dass der Fairtrade Stempel costaricanischen Kaffeebauern nur 0,15€ mehr einbringt. Das überraschte mich sehr, da Fairtrade für mich bedeutet, dass die Produzenten ohne Probleme über die Runden kommen – 15 Cent helfen Kaffeebauern nicht viel.

Das Mittagessen hatte wie immer Verspätung, sodass wir um 13:20 anstatt um 12:00 Essen bekamen, dafür gabs Lasagne. Da es der Geburtstag von Sandra war, haben wir alle ein Eis bekommen. Na ja, uns wurde leider zu spät gesagt, dass es eine schlechte Idee ist, das Eis zu essen, da es den Geschmack des Kaffees beim Cup Tasting verfälscht.

How to to taste a cup of coffee like a Pro:

1. Die Utensilien werden vorbereitet: der Kaffee wird abgewogen und verarbeitet wobei es wichtig ist exakt zu arbeiten (6g auf 100ml).

2. Gerüche des gemahlenen Kaffees notieren.

3. Den Kaffee mit heißem Wasser übergießen, während den 4 min Ziehzeit findet der zweite Geruchstest statt.

4. Farbe und weitere Visuelle Eindrücke festhalten.

5. Die sich gebildete Kruste auf dem Kaffee „brechen“ und abschöpfen.

6. Der Kaffee wird mit speziellen Cup-Tasting-Löffeln geschlürft, um die verschiedenen Aromen bestmöglichst wahrzunehmen.

Bei dem ganzen Prozess darf nicht gesprochen werden, damit man die anderen Verkoster nicht beeinflusst.

So ungefähr lief unser Cup Tasting ab, bei dem wir fünf verschiedene Kaffeesorten verkosteten, welche meiner Meinung zu den besten Kaffees gehörten, die ich jemals getrunken habe.

Nachdem wir uns für den Kaffee bedankt hatten, sind wir in Richtung Gym aufgebrochen, um unser tägliches Workout hinter uns zu bringen.
Auf dem Weg zum Gym haben wir Carlos getroffen, der mit seinem Pickup neben uns anhielt um uns zu fragen, ob wir nicht Lust hätten, mit ihm zu seiner alten Farm zu fahren. Am Anfang dachten wir uns noch wie nett, aber spätestens als wir ankamen wurden wir wachgerüttelt und mussten 20 Säcke Kaffeekirschen verladen. Als wir dann fertig geackert hatten wurden wir beim Gym abgesetzt.

Nach dem zweistündigen Workout sind wir dann wieder zurück zur Farm gelaufen um rechtzeitig für das wieder verspätete Essen anzukommen.
Als wir das Essen beendet hatten, mussten wir nur noch unsere Teller abräumen um uns danach mit Musik in die Schaukel zu packen und noch ein bisschen über dies und das zu labern.

Der heutige Tag war für mich der leckerste Tag auf der Farm, da mir das Essen so wie der Kaffee mir sehr gut geschmeckt hat und wir sehr viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen probieren durften. Das war der vorletzte Tag auf der Farm, was gleichzeitig heißt, dass es bald zurück aufs Schiff geht!

Viele Grüße an Zuhause und gute Nacht.