Ocean College

Ackern mit Affen

Datum: 03.01.2019
Autor: Louiz
Ort: Naturreservat Monte Alto/ Hojancha/ Costa Rica
Geographische Lage: 10°04 n. Br., 85°25 w.L. 

Unser Tag begann mit dem wohl leckersten Frühstück der Reise, welches aus Kochbananen, Reis mit Bohnen und Kakao bestand. Leider gab es mehrere Leute, die dieses Festmahl nicht genießen konnten, da sie das Essen am Tag davor wohl nicht so gut vertragen hatten. 

Dies war für alle mal eine lang ersehnte Auszeit vom Toast mit Nutella oder Marmelade auf der Pelican. Insgesamt ist hier alles sehr luxuriös. Wir haben richtige Betten, dürfen öfter als alle drei Tage duschen und das Wasser schmeckt nicht nach Chlor. Hier mitten im Wald auf der Halbinsel Nikoya in der Nähe der Pazifik-Küste von Costa Rica steht eine große Hütte, in der wir wohnen. Wir sind auf zwei Etagen verteilt, von denen die obere auf der einen Seite komplett offen ist. 

Neben der großen Hütte steht noch ein kleineres Häuschen, in welchem gekocht und gegessen wird. Als wir unser erstes Frühstück hier in dem Naturreservat Monte Alto beendet hatten, bekamen wir eine Einführung in das Aufforstungsprojekt in dieser Schutzzone. Nach dieser Einführung wurde uns das Programm für die nächsten sieben Tage vorgestellt. Als die Präsentation zu Ende war, erfuhr ich auch, von welchem Tier das Gebrüll stammte, welches man hier pausenlos hört und das Robert zuerst als Leopardengebrüll identifiziert hatte. 

Glücklicherweise waren es nur harmlose Brüllaffen, die wir ein paar Stunden später dann auch zu Gesicht bekamen. Nach einer kleinen Führung durch das umliegende Waldgebiet und einem Mittagessen, welches aus Reis, Bohnen und Fleisch (woraus auch sonst?) bestand, ging es dann endlich ans Arbeiten. Hierbei waren Teamwork und gute Ideen gefragt. Wir sollten einen insgesamt 950 m langen Weg mit weißen Kieselsteinen auslegen. 

Das hieß für alle entweder Schaufel schnappen und Säcke befüllen oder die Säcke den Weg hochschleppen. Nachdem wir zwischenzeitlich dachten, wir hätten schon die Hälfte geschafft, gab es nach drei Stunden Arbeit und 200 geschafften Metern Feierabend. Da es kein warmes Wasser gibt, ging es nach der Arbeit also erstmal unter die – ich will es mal positiv ausdrücken – erfrischende Dusche, nach welcher man sich wie ein neuer Mensch fühlte. 

Dann gab es bis 18:00 Uhr Freizeit und die meisten haben gelesen oder ausgekostet, dass sie mal wieder Musik auf ihrem Handy hören konnten. Als wir uns dann abends alle zum Abendessen trafen, gab es Nudeln und Hühnchen. Mit gefüllten Mägen saßen wir dann noch an der offenen Seite unserer Hütte und lauschten den Zirpen der Grillen und dem Brüllen der Affen. 

Da wir wussten, dass die Arbeit morgen früh um 08:00 Uhr schon weitergehen würde, legten wir uns nach und nach alle schlafen und freuten uns auf einen neuen Tag im Paradies.

Viele Grüße an Zuhause aus dem Costa Ricanischen Urwald!

P.S.: Ganz liebe und herzliche nachträgliche Geburtstagsgrüße an unsere wundervolle, liebgewonnene Kira von der costa-ricanischen Pazifikküste. Wir hoffen, bei euch flutscht alles gut. Fühl dich gedrückt und gefeiert, wir stoßen heute auf dich mit unserem Papayasaft an. Stößchen! ~ Deine Zwillingschwester Nele und deine Beraterin Lizzy (in allen Fällen)